Regionalkonferenz Bern-Mittelland: Angebotsverbesserungen für die ganze Region

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Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM hat Ende Mai 2016 das Regionale Angebotskonzept öffentlicher Verkehr für die Jahre 2018–2021 beim Kanton eingereicht. Auf zahlreichen Linien in der ganzen Region beantragt die RKBM Ausbauten beim Abend- und Wochenendangebot. Des Weiteren schlägt sie Versuchsbetriebe für drei neue Buslinien vor. Mit diesen Massnahmen will die Regionalkonferenz die Attraktivität des ÖV weiter steigern.

Das Regionale Angebotskonzept ÖV 2018–2021 war von Mitte Januar bis Ende März 2016 in der öffentlichen Mitwirkung. Insgesamt gingen bei der RKBM rund 90 Stellungnahmen ein – hauptsächlich von Gemeinden. Der grösste Teil der Eingebenden stimmt den vorgeschlagenen Massnahmen der RKBM zu. Rund ein Drittel der Stellungnahmen verlangt zusätzliche Angebotsverbesserungen. Die RKBM wird entsprechende Abklärungen tätigen.

Mit den vorliegenden Anträgen will die RKBM nicht nur Pendler/innen ansprechen, sondern auch Fahrgäste, welche den öffentlichen Verkehr ausserhalb der Stosszeiten beispielsweise für Freizeitaktivitäten benützen. Auf dem S-Bahn-Netz soll der Halbstundentakt am Abend ausgebaut werden. Auf zahlreichen Buslinien plant die RKBM die Schliessung von Taktlücken oder zusätzliche Angebote abends oder am Wochenende.

Im Hinblick auf das Regionale Angebotskonzept führte die RKBM mehrere vertiefte Planungen durch:

Übergangsmassnahmen für die Linie 10 Köniz–Bern–Ostermundigen
Die vorgeschlagenen Übergangsmassnahmen für die Linie 10 wurden in der Mitwirkung mehrheitlich positiv aufgenommen. Aufgrund der Rückmeldungen hat die RKBM nochmals überprüft, ob die vorgesehenen Verdichtungen zwischen Köniz Schloss und Ostermundigen Wegmühlegässli auf dem ganzen Abschnitt erforderlich sind. Es hat sich erwiesen, dass auf dem Ast Schliern mit einem frühzeitigen Wenden, zum Beispiel im Liebefeld, nicht genügend Kapazitäten ab Köniz Zentrum zur Verfügung stünden. Zur Optimierung der Wendemöglichkeiten für die Zusatzkurse sind weitere Abklärungen vorgesehen.

Ziel ist, dass die Verdichtungskurse die ab Schliern bzw. Rüti bereits gut besetzten Grundkurse entlasten und einen stabileren Betrieb ermöglichen. Darüber hinaus sind flankierende Massnahmen, wie beispielsweise ein Verkehrsmanagement, umzusetzen. Die RKBM wird die Arbeiten zur Linie 10 und zum Feinverteiler in der Stadt und Kernagglomeration Bern in den nächsten Jahren weiter vorantreiben.

Neue Buslinie Bern Nord–Ostermundigen
Die Mehrheit der Mitwirkenden begrüsst die neue Verbindung und die direktere Linienführung der Linie 44 zwischen Ostermundigen und Bolligen. Das geplante Angebot ist auch im Zusammenhang mit der gewünschten Stärkung des ÖV, den prognostizierten Nachfragezunahmen und den praktisch ausgeschöpften Kapazitäten der Linie 10 positiv zu werten. Für bessere Verbindungen zwischen Ostermundigen und dem Worblental will die RKBM zunächst das Angebot nach Bolligen ausbauen. Eine Verlängerung der neuen Buslinie bis Deisswil ist zu einem späteren Zeitpunkt als Option vorgesehen. Für eine mögliche Verknüpfung mit der Linie 26 Breitenrain–Wylergut sind noch technische Abklärungen erforderlich.

Eine Tangentiallinie im Süden der Stadt Bern
Die RKBM beantragt aufgrund der Mitwirkung, die neue Tangentiallinie Europaplatz–Eigerplatz–Monbijoubrücke–Brunnadernstrasse unter der Woche den ganzen Tag und nicht nur während der Spitzenzeiten zu betreiben. Mit der bestehenden Linie 28 Eigerplatz–Brunnadernstrasse–Wankdorf entsteht im Abschnitt Eigerplatz–Brunnadernstrasse ein 7½-Minuten-Takt. Die mögliche Verknüpfung mit der Linie 31 Europaplatz–Niederwangen steigert die Attraktivität des ÖV-Angebots auf den Tangentialverbindungen weiter.

Zusätzliche Verbindung Wabern–Niederwangen–Brünnen
Eine Verbindung zwischen Köniz und Brünnen Westside entspricht einem Bedürfnis. Dies zeigt die Mitwirkung zum Angebotskonzept Wabern–Niederwangen–Brünnen. Für die Linie 29 Kleinwabern–Köniz–Niederwangen ist ab 2019 ein neues Konzept mit zwei Linien vorgesehen: Die heutige Linie soll im Viertelstundentakt das künftige Wohngebiet in Ried/Niederwangen bedienen. Ergänzend ist eine direkt geführte Tangentiallinie im Halbstundentakt von Kleinwabern über Köniz und Niederwangen bis Brünnen Westside geplant. Die RKBM sieht einen Betrieb der neuen Linie von Montag bis Samstag vor – entsprechend der Bedeutung für den Freizeit- und Einkaufsverkehr.

Buskonzept im Raum Münchenbuchsee–Lyss–Solothurn
Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat in Zusammenarbeit mit den Regionen Biel-Seeland und Bern-Mittelland sowie den Kantonen Bern und Solothurn ein Angebotskonzept für die Buslinien im Bucheggberg nördlich von Bern erarbeitet. Auf 2018 hin sind gesamthaft markante Verbesserungen im Raum zwischen Münchenbuchsee, Lyss und Solothurn geplant. Die Fahrzeiten nach Büren an der Aare verkürzen sich. Die Ortschaften an der Linie Jegenstorf–Zuzwil–Iffwil–Messen erhalten einen erweiterten Halbstundentakt zu Hauptverkehrszeiten und sind neu auch nach 20 Uhr mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.

Der Kantonale Angebotsbeschluss ÖV 2018–2021
Der Kantonale Angebotsbeschluss öffentlicher Verkehr 2018–2021 löst den laufenden Beschluss für die Jahre 2014–2017 ab. Der Grosse Rat wird ihn im Frühling 2017 verabschieden. Die Regionalen Angebotskonzepte bilden wie in den vergangenen Angebotsperioden die Basis für den Kantonalen Angebotsbeschluss.
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