Der 2012 aus dem Vorgängerverein Brünig-Nostalgie-Bahn (BNB) entstandene Verein ZB Historic mit Sitz in Stansstad ist auch im fünften Jahr seines Bestehens flott unterwegs.

An der 21. Generalversammlung des Vereins vom 20. Juni 2016 im Herrenhaus Grafenort durfte Präsident Adriano Imfeld mit grosser Befriedigung und grossem Dank an alle Beteiligten feststellen, dass auch im abgelaufenen Vereinsjahr wiederum viele Ziele gleichzeitig erreicht werden konnten. Rollmaterialseitig ist die Aufarbeitung des LSE-Pendels (Triebwagen und Steuerwagen) aus der Gründungszeit der LSE (1965) durch die Freunde der Nidwaldner Staatsbahn speziell erwähnenswert. Auch 2015 durften verschiedene Auftragsfahrten auf dem Streckennetz der Brünigbahn durchgeführt werden. Besonders erwähnenswert sind hier der Whiskyzug vom 22. August 2015 und die bereits zum dritten Mal durchgeführte Samichlausfahrt vom 5. Dezember 2015. Auch die 2015-16 total neu aufgebaute Vereins-Webseite stellt ein besonderes Highlight in der Vereinsgeschichte dar.

Die grösste Herausforderung für den Verein stellt immer noch die Sicherstellung eines vereinseigenen Kompetenzzentrums entlang des Streckennetzes dar, wo das Rollmaterial (ca. 500 Gleismeter), die zahlreich vorhandenen Ersatzteile (ca. 100 Tonnen) und das grosse Archiv des Vereins zentralisiert werden können. Diese langfristig zur Verfügung stehende Infrastruktur soll auch für die diversen Aufarbeitungsprojekte und den laufenden Unterhalt des Rollmaterials dienen. Das ursprünglich vom Verein für diese Aufgabe favorisierte Depot in Alpnachstad scheint langfristig durch die Planungszone der Eigentümerin (ASTRA / Zentras) und die grosse bauliche und touristische Entwicklung beim sogenannten „Einfallstor zu Obwalden“ gefährdet. Momentan laufen zu diesem Thema intensive Abklärungen in enger Zusammenarbeit mit der ZB Zentralbahn AG. Favorisiert wird dabei eine Lösung auf dem Areal des Bahnhofs in Meiringen.

Ein besonderer Höhepunkt der Generalversammlung stellte das Referat von Herrn Walter Hofstetter (Geschäftsführer der Stiftung SBB Historic) zum Thema: „SBB Historic: Herausforderungen einer Fahrzeugsammlung“ dar. Die Kernfrage: „Was soll in welcher Qualität gesammelt werden?“, stellt sich bei jeder Sammlung. Das spannende Referat führte nicht unerwartet zu einer Anschlussdiskussion. In Zeiten knapper Ressourcen kann leider nicht einfach unkontrolliert alles vorhandene Rollmaterial gesammelt und erhalten werden. Vorrang haben für SBB Historic und ZB Historic ganze und einsetzbare Züge aus verschiedenen Epochen (Brünig-Plattformwagen- und Mitteileinstiegswagen-Zug sowie LSE-Pendel) und einzelne, spezielle Exponate (Muni / Salonwagen / Post- und allenfalls weitere spezielle Güterwagen).

Die ZB Historic kümmert sich um das historische Erbe der Zentralbahn-Vorgängerinnen (Brünigbahn + LSE-Bahn), soweit es sich um elektrisches Rollmaterial handelt. Für das Rollmaterial aus der Dampfepoche ist der Schwesterverein Ballenberg-Dampfbahn mit Sitz in Interlaken zuständig. Der Verein www.zbhistoric.ch steht für beitrittswillige Eisenbahnfreunde i.w.S. jederzeit offen. Auch sind für die jeweils am letzten Samstag des Monats an verschiedenen Standorten (Stansstad, Alpnachstad und Meiringen) stattfindenden Arbeitstagen immer auch Nicht- Vereinsmitglieder (mit oder ohne einschlägige Vorkenntnisse) willkommen. Auskunft zu diesen Arbeitstagen gibt die Homepage des Vereins.

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