Die emotionale Eröffnungsfeier am Gotthard Basistunnel immer noch in Gedanken rüstet sich das Gotthard Komitee für neue Aufgaben. Die Fertigstellung des Ceneri Basistunnels und die schrittweise Erstellung von leistungsfähigen Zufahrten stehen vor der Tür. Die Gotthard-Kantone nehmen erfreut zur Kenntnis, dass das Bundesamt für Verkehr bei den Arbeiten für Step 2030/2035 auf Kurs ist und die Vernehmlassung der Botschaft für nächstes Jahr startet.

Mit dem Fahrplan 2017 wird ein 30minütige Beschleunigung der IC/EC Züge durch den Gotthard Basistunnel realisiert. Die Bergstrecke wird weiterhin stündlich von Erstfeld nach Bellinzona, mit teilweiser Verlängerung bis nach Milano, bedient.

Somit sind erste Forderungen des Gotthard Komitees in Erfüllung gegangen. Auch die geplante Einführung einer Direktverbindung von Frankfurt nach Milano, wenn auch nur auf der Hinfahrt (Rückfahrt via Lötschberg), geht für die Gotthard-Kantone in die richtige Richtung.

Weiterhin geht das Gotthard-Komitee davon aus, dass mit der Eröffnung des Ceneri Basistunnels im Fahrplan 2021 auf der Gotthardachse der integrale Halbstundentakt Realität wird. Es sind auch weitere Direktverbindungen von Deutschland (München, Stuttgart und Frankfurt) nach Italien anzustreben. Auch Direktverbindungen in den norditalienischen Raum gehören wieder ins Angebot.

Realisierung von leistungsfähigen Zulaufstrecken
An ihrer Generalversammlung vom 20. Juni 2016 in Zürich unterstrichen die Gotthard-Kantone die Wichtigkeit der Zulaufstrecken. Im Rahmen der Vernehmlassung zu Step 2030/35 wird das Gotthard Komitee die Interessen der Mitgliedskantone unterstützen.

Es gilt auch die ersten Entwicklungen des Verkehrs am Gotthard nach der Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebes genau zu beobachten und falls notwendig sofort entsprechende Massnahmen zu treffen. Erwähnt seien hier allfällige Verstärkungen von einzelnen Zügen. Im Güterverkehr wird es wohl bis zur Eröffnung des Viermeterkorridors und des Ceneri Basistunnels noch keine grossen Verlagerungen geben. Dennoch ist in der pünktlichen Abwicklung des Güterverkehrs die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken, wie dies beim Personenverkehr geschieht. Die grossen Zeitreserven im Personenverkehr während der ersten Jahre muss eine Stabilisierung des Güterverkehrs erlauben.

Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh betonte in ihrer Begrüssung als Verkehrsministerin des diesjährigen Gastgeberkantons der Generalversammlung des Gotthard-Komitees, dass im Kanton Zürich der Ausbau der Zulaufstrecken zum Gotthard eine sehr hohe Priorität haben und die notwendige Kapazität geschaffen werden muss.

Aufnahme VAP ins Gotthard Komitee
Das Gotthard-Komitee hat an der Generalversammlung einstimmig der Aufnahme des VAP (Verband Verlader, Anschlussgleise, Privatgüterwagen) zugestimmt. Die gegenseitige Unterstützung im Bereich Güterverkehr erachten beide Parteien hinsichtlich der bevorstehenden Verbesserungen als wertvoll. Im Zentrum steht dabei nicht der Transitgüterverkehr, sondern die Bedienung der Fläche im Inland, die den Nutzen des Zeitgewinns durch den Basistunnel auch den Schweizer Bahnkunden bringen soll.

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