Stadler Rail kommt in Australien an

1
1004

Stadler Rail gründet mit Stadler Australia eine neue Gesellschaft in Australien. Darüber hinaus hat Stadler Rail in Sydney ein Büro eingerichtet, um von dort aus an Ausschreibungen teilnehmen und den Markt bearbeiten zu können. Der Zeitpunkt dafür ist günstig: Die Bundesregierung will in nächster Zeit beträchtliche Mittel in die Verkehrsinfrastruktur investieren und damit auch die Entwicklung des Schienenverkehrs ankurbeln. Die Expansion nach Australien und in die Region Asien-Pazifik ist für Stadler Rail auch Teil einer strategischen Neupositionierung.

Stadler Rail hat in Australien und in der Region Asien-Pazifik eine steigende Nachfrage nach schnellen, modernen und leichten Aluminium-Zügen sowie Strassen- und Stadtbahnen festgestellt und den strategischen Entscheid getroffen, mit seinem Produktportfolio in den Markt einzusteigen. Hierzu wird eine neue Gesellschaft mit dem Namen „Stadler Australia“ gegründet sowie ein Büro in Sydney eingerichtet, um von dort aus den Markt zu bearbeiten.

„Australien und die Region Asien-Pazifik bieten Stadler Rail hervorragende neue Geschäftsmöglichkeiten“.

Peter Jenelten, Konzernleitungsmitglied und Leiter von Vertrieb und Marketing anlässlich einer Medienkonferenz in Sydney.

Stadler Rail beteiligt sich in den nächsten Monaten an mehreren Ausschreibungen in Australien und in der Region Asien-Pazifik.

Neue Bundesgelder

„Die Ankündigung des neuen Australischen Premierministers Malcolm Turnbull, dass die Regierung zum ersten Mal Bundesmittel in die Verkehrsinfrastruktur investieren will, ist eine wichtige Entwicklung. Diese Bundesmittel werden auf dem ganzen Kontinent neue Schienenfahrzeugprojekte anstossen. Hinzu kommen diverse Projekte, die unabhängig davon bereits im Gang sind. Für Stadler Rail ist es deshalb ein sehr guter Zeitpunkt, um in den Markt einzutreten“,

sagt Peter Jenelten weiter.

Per Schiff nach Australien
Stadler Rail beabsichtigt in Australien ein Joint Venture für die Endmontage zu gründen. Der Schweizerische oder Europäische Anteil am Rollmaterial wird per Schiff nach Australien gefahren. Auf die gleiche Weise will Stadler Rail auch beim aktuellen Auftrag aus Texas vorgehen. Der Seeweg nach Australien ist zwar um einiges länger, doch das Transport-Prinzip bleibt dasselbe.

Teil der Neu-Positionierung
Aufgrund des Fokus auf kontinentaleuropäische Märkte wurde Stadler Rail durch die EU-Schuldenkrise im Jahr 2010 und die damit zusammenhängenden Währungsschocks in den Jahren 2012 und 2015 hart getroffen. 3000 von 6000 Mitarbeitern arbeiten in der Schweiz, die Exportquote liegt über 50 Prozent und die Konsolidierung geschieht im Schweizer Franken – dies hat zu einer Reduktion des Umsatzes um 200 bis 300 Millionen Franken geführt. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben auf diese Situation sehr schnell und professionell reagiert und die Strategie angepasst. Ziel war die breitere Abstützung durch den Eintritt in neue Marktsegmente wie Highspeed, Metro und Lok. Dazu gehört die Lancierung neuer Produkte sowie der Eintritt in neue Märkte. Der Erfolg hat sich mit dem Zuschlag des Highspeed-Auftrages von den Schweizer Bundesbahnen sowie der Metro Berlin sehr schnell eingestellt. Zusätzlich hat Stadler Rail von Vossloh das Lok-Werk in Valencia übernommen. Mit dem Ausbau der Aktivitäten in den USA und der Gründung einer lokalen Fertigung sowie dem Neueintritt in UK und Australien schliesst Stadler Rail die strategische Neupositionierung weitestgehend ab.

1
KOMMENTIEREN - commenter - commentare

avatar
1 Kommentar-Threads
0 Thread Antworten
0 Follower
 
Kommentar mit am meisten Reaktionen
Aktivster Kommentar-Thread
1 Kommentarautoren
Alex Brechtbühl Neuste Kommentarautoren
  Abonnieren  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Alex Brechtbühl
Gast
Alex Brechtbühl

Das ist doch der Wahnsinn. Wenn man Stadler anschaut wie er vor Jahren ausgesehen hat und jetzt. Zuerst ein Nischenproduzent mit einem Rangierlökeli hier und da, dann mal eine Zahnradlok oder Zahradtriebwagen und jetzt der grösste Rollmaterial Hersteller der Schweiz.