Das Dampfmaschinenfest im Dampfzentrum in Winterthur war ein voller Erfolg

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Dampfmaschinenfest im Dampfzentrum Winterthur: Die Dampfturbine erzeugte Strom für die elektrische Beleuchtung der "DS Giessbach". Hier wird sie mit Druckluft betrieben. / Quelle: Verein Dampfzentrum Winterthur

Seit 2012 organisiert das Dampfzentrum in Winterthur jeweils in der ersten Jahreshälfte einen Grossanlass. Auch beim fünften Anlass, am ersten Juniwochenende des Jahres 2016, besuchte viel Publikum unsere Ausstellung in der Halle 181, wo unsere historischen Dampfmaschinen aufgestellt sind. Während wir unter dem Jahr unsere Maschinen nur „kalt“ vorführen können, mit Elektromotoren oder mit Druckluft angetrieben, heizen wir am Dampffest unsere Dampfkessel an. Draussen vor der Halle betrieben wir drei Einzylinder-Dampfmaschinen.

Als Gast war der Dieselmotorverein VDMW hier, liess revidierte Motoren laufen, die Urväter der Maschinen, die den Weltruf des Dieselgeschäfts der Winterthurer Firma Sulzer begründeten.

Kurt Schwarzer führte am Samstag mit seinem Miniatur-Dampftraktor und Anhänger Kinder spazieren.

Am Sonntagmorgen drehten sich am Dampfkarussel Kabinen um die horizontale Achse, doch leider versagte die Dampfmaschine des Karussels am Nachmittag den Dienst.

Im Aussenbereich hatten wir zwei Dampfkessel unter Druck. Eine Maschine bewegte den revidierten Steinbrecher, eine andere trieb den Generator an, erzeugt Strom für Glühlampen. Wenn immer der VDMW eine seiner Maschinen startete, wurde es lärmig. Gerade der Lärm zog Publikum an, während die Dampfmaschinen ruhig und unauffällig liefen.

Besucher
Wir konnten rund 1500 zahlende Besucher begrüssen; in Begleitung dieser Personen konnte eine ungezählte Anzahl von Kindern – für welche wir keinen Eintritt verlangten – bei uns Dampfmaschinen in Betrieb sehen.

Von den geladenen Gästen möchten wir speziell Markus Kägi, Regierungsrat des Kantons Zürich, Bürger der Stadt Winterthur, erwähnen. Seine Baudirektion ist stolz auf die Aufgabe, das kulturelle Erbe, welches unsere Vorfahren uns hinterlassen haben, zu erhalten.

Vom Publikum wurden wir Leute des Dampfzentrums oft darauf angesprochen, dass das Dampfzentrum mit Geldproblemen kämpft, wie kürzlich in verschiedenen Zeitungen zu lesen war. Wir wurden gefragt, wo wir hingehen. Speziell Winterthurer wollen, dass die Stadt Winterthur für den Erhalt der Maschinensammlung kämpft! Die Winterthurer-Besucher wollen, dass die Sammlung hier, in der alten Industriestadt, eine feste Bleibe findet, dass der Stadtrat das Dampfzentrum unterstützt.

Ängste, die Eröffnungsfeier des Gotthardbasistunnels sowie Dampffahrten (beim DBB in Konolfingen und DVZO zwischen Uster und Bauma) würden uns die Besucher abspengstig machen, erwiesen sich als unbegründet. Es ehrt uns, dass das Dampfzentrum trotz ‚Konkurrenz‘ am selben Wochenende viele Besucher anzog.

Führungen
Für Führungen übernahmen unsere Spezialisten eine Gruppe um die andere, begannen mit den ältesten Dampfmaschinen (1859 wurde unsere Balanciermaschine gebaut, pumpte in Berlin Wasser), zeigten den Stolz der Gebrüder Sulzer von der Weltaustellung 1889 sowie den Schwimmbagger vom Thunersee und gingen weiter über die 1899 von Escher-Wyss-Maschine gebaute Maschine des Dampfschiffes DS Giessbach vom Brienzersee. Wo immer möglich zeigten wir die Maschinen in Bewegung.

Öfter entstand ein Gedränge rund um unsere Führer. Führungen fanden, wegen des Andrangs, oft mehrere gleichzeitig statt. Die Erläuterungen der Führer wurden mit Applaus bedacht.

Einnahmen
Jeder zahlende Besucher erhielt an der Kasse von charmanten Damen ein Armbändeli verpasst. Im Aussenbereich wurden viel Besucher von Dampf und Rauch angezogen; wer noch kein Bändeli hatte, konnte freundlich an die Kasse im Eingang der Halle 181 verwiesen werden, den das Dampfzentrum ist dringend auf Einnahmen angewiesen.

Die aufgestellten Spendenkassen wurden immer wieder mit Fünflibern oder Noten bedacht, zum Überlaufen kamen sie nicht, Tausendernoten sind uns keine aufgefallen. Vielen Dank für alle Spenden, gross und klein! Mit dem gut angelaufenen Sponsoring hoffen wir auf weitere Spenden, einige grössere Beträge wurden uns bereits überwiesen. Auch dafür besten Dank.

Mehrere Personen meldeten sich schriftlich oder über Internet als Neumitglieder an. Wir zählen darauf, dass diese Neumitglieder uns unterstützen, mit Einsatz von Arbeit und Geld.

Dank
Wir danken der Presse für die Publiziät, die unser Zentrum in den Wochen vor dem Anlass erfahren durfte.

Dank all den Beteiligten, die ihre Zeit und ihr Können für das Gelingen des Anlasses einsetzen. Dieser Dank geht an das Organisationskomitee, an die Vereinsmitglieder und ebenso an die Kollegen vom Dieselmotorenverein, an Kurt Schwarzer mit dem Dampftraktor, an Bernhard Spalinger mit dem Dampfkarussel und an die Leute von Dani Kägis Pasties-Stand, die für die Verpflegung sorgten.

Zukunft
Wie es mit dem Dampfzentrum weitergeht steht in den Sternen. Wir vom Dampfzentrum setzen uns für den Erhalt der Maschinen ein. Die Stiftung sucht seit Anbeginn eine dauerhafte Lösung. Dazu brauchen wir eine Halle, wo die Maschinen lauffähig eingebaut werden können, mit Fundamenten und Gruben für Schwungräder. Investieren lässt sich nur mit Geld und mit der Sicherheit, langfristig am Ort bleiben zu können.

Ob in Winterthur im Sulzerareal Zukunft ein Dampfmaschinenfest durchgeführt werden kann, ist offen, es hängt von Entscheiden der Halleneigentümer und der Winterthurer Stadtregierung ab. Wie gesagt, wir arbeiten weiter!

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