Die Strasse über den Simplon wurde nicht für 40-Tonnen-Lastwagen gebaut, die gefährliche Güter geladen haben.

„Diese Transporte sollen und können auf der Bahn abgewickelt werden“

, sagt Nationalrätin Regula Rytz, Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative und Präsidentin der Grünen Schweiz.

Die Alpen-Initiative hat an ihrem traditionellen Mahnfeuer den Bundesrat aufgefordert, am Simplon ein Fahrverbot für Lastwagen mit Gefahrgut zu erlassen.

Über 3000 Höhenmeter muss ein Lastwagen am Simplon beim Hinauf- und Hinunterfahren insgesamt bewältigen. Das ist enorm viel. Die Strecke ist zudem anspruchsvoll für Chauffeure und Fahrzeuge. Anders als am Gotthard oder am San Bernardino sind am Simplon auch Transporte mit gefährlichen Gütern erlaubt.

Zwar baut der Bund Havariebecken und Notbremsspuren, aber das löst das Problem nicht

„Es gibt keinen Grund, ausgerechnet die gefährlichsten aller Lastwagen über den Simplonpass fahren zu lassen! Diese Transporte gehören auf die Schiene“

, sagte Doris Schmidhalter-Näfen, Walliser Gemeinde- und Grossrätin aus Ried-Brig, am Mahnfeuer der Alpen-Initiative vom Samstag, 13. August 2016 auf dem Simplon.

Napoleon habe damals die Strasse für seine Kanonen gebaut, heute baue man sie für die Lastwagen aus. Sie hoffe, dass die Strasse nach der Fertigstellung weder den Kanonen noch den Camions diene, sagte Doris Schmidhalter-Näfen.

Regula Rytz, Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative, Berner Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, sagte am Mahnfeuer auf dem Simplon:

„Lastwagen, die Heizöl, Lösungsmittel und andere gefährliche Chemikalien transportieren, haben auf einer Passstrasse mit vielen Kurven und einem starken Gefälle nichts zu suchen.“

Sie forderte, dass die Güter nicht nur am Gotthard auf die Schiene verlagert werden, sondern erst recht auch am Simplon.

Flächen für Verladestationen sind sowohl nördlich wie auch südlich des Passes vorhanden. Der Tunnel ist auch gross genug für Lastwagen mit 4 Metern Eckhöhe.

Manuel Herrmann, Leiter Alpenschutzpolitik der Alpen-Initiative:

„Die Alpen-Initiative fordert ein generelles Fahrverbot für Lastwagen mit gefährlichen Gütern am Simplon. Auch hier soll gelten, was an den anderen Transitübergängen wie Gotthard und San Bernardino gilt: nur kleinste Mengen von sogenannt gefährlichen Gütern dürfen auf Lastwagen mitgeführt werden.“

ASTAG: Gefahrgüter: Verkehrssicherheit dank Transportgewerbe – unnützes „Zeuseln“ der Alpenschützer
Verkehrssicherheit hat für den Schweiz. Nutzfahrzeugverband ASTAG oberste Priorität. Alle Gütertransporte müssen auf der Strasse und auf der Schiene so sicher wie möglich abgewickelt werden. Es bringt nichts, die beiden Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen. Die ASTAG verurteilt daher die polemische Panikmache der Alpen-Initiative aufs Schärfste.

Im Transportgewerbe steht Verkehrssicherheit an erster Stelle. Seit Jahren setzt sich der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG zusammen mit der ganzen Branche erfolgreich für gezielte Aus- und Weiterbildung sowie Professionalität auf der Strasse ein. Das Resultat ist äusserst positiv. Seit Jahren nimmt die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von schweren Nutzfahrzeugen – vorab auch bei Gefahrguttransporten – nachweislich ab.

Trotzdem bleibt ein Restrisiko gleich wie in anderen Lebensbereichen bestehen. Das Ziel ist jedoch, alle Gütertransporte – ob auf der Strasse oder auf der Schiene – möglichst unfallfrei und sicher abzuwickeln. Zusätzlich zur obligatorischen Weiterbildung sind Berufsfahrerinnen und -fahrer im Gefahrguttransport gesetzlich verpflichtet, regelmässig Spezialkurse inklusive Prüfungen zu absolvieren. Damit kann die Verkehrssicherheit bestmöglich gewährleistet werden. Ausserdem sind es hauptsächlich ASTAG-Mitglieder, die Güter im Import und Export als wichtigen Beitrag zur Verlagerungspolitik wo sinnvoll auch auf der Schiene transportieren. Jedoch gibt es auch hier keine absolute Sicherheitsgarantie. Ein Gefahrenpotential besteht vorab auf Bahnstrecken durch Städte und Vororte, Tunnels und Bahnhöfe. Erinnert sei nur an die verheerenden Bahnunfälle mit Gefahrgütern von Daillens (2015), Viareggio/I (2009) oder Müllheim/D (2011).

Verantwortungsbewusstsein auf Strasse und Schiene
Die ASTAG bekennt sich klar zu einer echten Ko-Modalität von Strasse und Schiene. Es bringt nichts, Schiene und Strasse auf polemische Art ständig gegeneinander auszuspielen, wie es die Alpen-Initiative seit Jahren tut. Viel wichtiger ist, dass es bei der Verkehrssicherheit grundsätzlich keine Kompromisse geben darf – bei allen Verkehrsträgern. Das Transportgewerbe wird seine grosse Verantwortung auch in Zukunft professionell wahrnehmen und weiterhin laufend zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen. „Wir tun alles, damit Güter und Waren für Wirtschaft und Konsumenten sicher, unfallfrei und zuverlässig ans Ziel kommen!“, betont ASTAG-Zentralpräsident Adrian Amstutz.

Die Alpen-Initiative hingegen giesst zur eigenen Daseinslegitimation nur unnötig und unbegründet, doch sehr bewusst Öl ins Feuer. Aus rein ideologischen Motiven wird der Strassentransport einmal mehr schlechtgeredet. Die ASTAG verurteilt daher die Aktion am Simplonpass aufs Schärfste. „Für sichere Gefahrenguttransporte braucht es definitiv nicht (Mahn-) Feuer, sondern Erfahrung, Wissen und Können – wie es unsere Unternehmer und Chauffeure tagtäglich unter Beweis stellen!“

Erstellt: 14. Aug 2016 @ 08:36

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