IGöV und Pro Bahn Schweiz lehnen SBB-Angebot 2017 auf der Gotthard-Bergstrecke ab

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Die IGöV und Pro Bahn Schweiz fordern von der SBB und dem Bundesamt für Verkehr (BAV), dass für 2017 und allenfalls länger, das vorgesehene Angebot mit Vorortstriebzügen ohne Zugsbegleitung, schlechtem Komfort und Umsteigen in Erstfeld durch ein kundenfreundliches Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke ersetzt wird. Die bisherige Regelung mit zusätzlichen Halten in der Leventina soll beibehalten werden.

Beide Organisationen erachten den von den SBB geplanten Fahrplan am Gotthard ab 2017 als völlig ungenügend. Er entspricht nicht einmal der gegenwärtig gültigen Fernverkehrskonzession, welche ab Basel SBB – Luzern / Zürich – Arth-Goldau – Bellinzona – Locarno / Chiasso Züge mit stündlichen Halten zwischen Schwyz und Biasca vorsieht. Bekanntlich fahren künftig die EC-/IC-Züge durch den Basistunnel. Die IR-Züge mit Zugbegleitung über die Bergstrecke müssen demnach aufrechterhalten werden. Dies entspricht auch dem Sachplan Infrastruktur Schiene vom Dezember 2015.

Um die zu fördernde Region Gottardo und die Leventina zu erreichen, verlangen die SBB von den Reisenden ein Umsteigen in Erstfeld auf den Regionalverkehr. Gemäss einer Aussage des Bundesrats von 2014 ist eine Anbindung an die Ballungszentren für den Tourismus „erfolgskritisch“.

Das Beibehalten des bisherigen Konzepts, welches jetzt schon Züge mit Panorama-Wagen beinhaltet, löst keine Kostensteigerung aus. Das Rollmaterial ist vorhanden und kann wie früher eingesetzt werden. Ebenso wenig erhöht sich der Personalaufwand. Aus diesem Grund fordern beide Organisationen, dass die Bundesbehörden endlich einmal im Sinne der Kundschaft reagieren und dafür sorgen, dass das SBB-Gotthard-Bergstrecken Konzept gar nicht erst eingeführt, sondern durch die bewährte bisherige Lösung mit zusätzlichen Halten in der Leventina weitergeführt wird.

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