Beim Preis weiterhin im Mittelfeld, in der Angebotsqualität an der Spitze

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öV-Preise in der Schweiz im internationalen Vergleich. / Quelle: Litra

Die LITRA hat in einer Nachfolgestudie die Preise und die Angebotsqualität des öffentlichen Verkehrs der Schweiz mit sechs europäischen Ländern vergleichen lassen. Die Resultate zeigen, dass sich die Schweizer öV-Preise weiterhin im Mittelfeld der Vergleichsländer bewegen. Bei der Angebotsqualität bleibt die Schweiz unangefochten an der Spitze. In allen untersuchten Ländern ist in den vergangenen zwei Jahren insbesondere das Angebot an Sparbilletten deutlich ausgebaut worden.

Sind Preiserhöhungen im öV noch vertretbar oder geben Schweizer öV-Kunden bereits zu viel aus für eine Fahrt von A nach B? Auch bei der Tarifrunde 2017, deren detaillierte Ausgestaltung nach wie vor Gegenstand von Verhandlungen ist, ist diese Frage aktuell. Mit den steigenden Kosten in Betrieb und Erhalt der öV-Infrastruktur und den Trassenpreiserhöhungen bekommt die Frage zusätzliche Brisanz. Um einer Antwort näher zu kommen, lohnt sich der Blick ins europäische Ausland. Wieviel geben Bahn-, Bus- und Tramreisende für vergleichbare Reiserouten aus? Und welches Angebot erhält man fürs Geld?

Im Auftrag der LITRA hat das Forschungsbüro INFRAS die öV-Preise und die Angebotsqualität in sechs europäischen Ländern genauer unter die Lupe genommen und mit jenen der Schweiz verglichen. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage der Preisvergleichsstudie von 2013 im Auftrag der LITRA. Insgesamt wurden 14 Reisesituationen für unterschiedliche Altersgruppen untersucht. Unterschieden wurde nach innerstädtischen Reisen, der Fahrt in einer Metropolitanregion, einer Reise quer durchs Land und einer Fahrt zwischen zwei Städten. Die Angebotsqualität wurde anhand der vier Qualitätskriterien öV-Vernetzung, Geschwindigkeit, Angebotsdichte und Pünktlichkeit beurteilt.

Schweizer öV-Preise im europäischen Mittelfeld
Gemessen an der Kaufkraft der Bevölkerung liegt die Schweiz weiterhin im preislichen Mittelfeld der verglichenen Länder, trotz der seither erfolgten Preiserhöhungen. In Städten und zwischen zwei Städten reisen öV-Benutzer in der Schweiz günstig, insbesondere in Kombination mit Abonnementen. Senioren und Jugendliche, die gelegentlich in der Agglomeration unterwegs sind, bezahlen vergleichsweise viel. Im Durchschnitt der Vergleichsländer liegen die Preise für Freizeitfahrten quer durch die Schweiz.

Ausgezeichnete Angebotsqualität in der Schweiz
Grosse Stärken des Schweizer öV sind weiterhin die sehr hohe Angebotsqualität und der direkte Verkehr, die Möglichkeit also, mit einem Billett quer durchs Land zu reisen. Die Schweiz bietet im Quervergleich weiterhin das beste Preis-Leistungsverhältnis. Gemäss der Neuauflage der Studie sind die öV-Preise in der Schweiz seit 2010 überdurchschnittlich gestiegen. Dadurch hat sich die Position der Schweiz im Vergleich zum Jahr 2013 punktuell verschlechtert. Inbesondere die Billettpreise für Erwachsene schneiden im Vergleich schlechter ab. Dies ist sowohl auf Preiserhöhungen in der Schweiz als auch auf Preisvergünstigungen, beziehungsweise neue Fahrausweisangebote in den Vergleichsländern zurückzuführen.

Preisdifferenzierung als grosser Trend
In allen untersuchten Ländern hat seit 2013 das Angebot an Sparbilletten zugenommen, so auch in der Schweiz. Die zeitliche Preisdifferenzierung ist vor allem in Grossbritannien sehr weit fortgeschritten. In der Schweiz bietet insbesondere die SBB auf fast allen ihren Strecken Sparbillette an.

Info
  • Die Gelbe Serie Nr. 33 „Angebot und Preise des öV Schweiz im internationalen Vergleich“ kann hier heruntergeladen oder, solange Vorrat, in gedruckter Version auf der Geschäftsstelle bezogen werden.

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