SOB und Gewerkschaften uneins

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Nach der vierten Verhandlungsrunde haben die Gewerkschaften die Lohnverhandlungen mit der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB) abgebrochen und die Friedenspflicht aufgehoben.

In vier Runden verhandelte die SOB in den vergangenen zwei Monaten mit ihren Sozialpartnern, SEV, VSLF und transfair, über Anpassungen am Gesamtarbeitsvertrag (GAV), Lohnbegehren für 2016 und die Einführung eines neuen Lohnsystems. Während die GAV-Anpassungen in beiderseitigem Einvernehmen beschlossen wurden, brachen die Sozialpartner die Lohnverhandlungen ab, hoben einseitig die Friedenspflicht auf und verweigerten zum jetzigen Zeitpunkt weitere Aussprachen zur Einführung des neuen Lohnsystems.

Der Lohnvorschlag der Sozialpartner, der termingerecht Ende August der SOB bekannt gemacht worden war, und das Angebot der SOB divergierten zu Verhandlungsbeginn beträchtlich. Tatsache ist, dass die SOB aufgrund der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation von einer anderen Optik aus agieren muss: Die Besteller des Regionalen Personenverkehrs reduzieren die Abgeltungen für 2016 um 2,5 Prozent und schöpfen zugleich alle zusätzlichen Tarifeinnahmen ab. Die Zusatzkosten für die Pensionskasse sowie die zusätzlichen Ausgaben für die anstehende Lokführer-Ausbildung muss die SOB ebenfalls schultern. Dennoch wollte die SOB die Lohnsumme um einen Prozent anheben und in Form der vollständigen Kompensation der im Jahr 2016 zusätzlich anfallenden Pensionskassenbeiträge im Umfang von 0,7 Lohnprozenten an die Mitarbeitenden weitergeben. Sie unterbreitete hierzu detaillierte Vorschläge, denn es liegt ihr daran, alle Mitarbeitenden des Unternehmens zu berücksichtigen. Mit Bedauern muss die SOB nun zur Kenntnis nehmen, dass die Gewerkschaften die einseitige Verteilung gemäss GAV –hauptsächlich zu Gunsten des fahrenden Personals – favorisieren und sogar mit Massnahmen drohen, deren Auswirkungen ja auch die Kundinnen und Kunden der SOB treffen könnten.

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