Zwölf Erlkönige rollen 2017 durch die Schweiz

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Mit einem Demonstrator-Güterzug wollen Ingenieure und Manager des Schienengüterverkehrs die Innovationsdynamik ihrer Branche befeuern. Der Zug soll im regulären Containertransport eingesetzt werden, wie der Sprecher des Technischen Innovationskreises Schienenverkehr (TIS), Jürgen Hüllen, bei einer Speakers‘ Corner-Veranstaltung auf der InnoTrans 2016 mitteilte.

Der Zug besteht aus 16 Wagen, von denen zwölf mit Sensoren und mechanischen Innovationen vollgepackt sind.

„Zwölf komplette Erlkönige bekommen alle eine Einzelzulassung“

, sagte der Fahrzeug-Direktor der SBB Cargo, Jens-Erik Galdiks.

Die anderen vier Wagen sind konventionelle Fahrzeuge, die als Referenz mitfahren.

Für den TIS ist das Projekt ein grosser Erfolg, denn bei der Innotrans 2014 war es noch in der Diskussionsphase.

Der Demonstrator soll 2018 auch in Deutschland verkehren. Getestet werden sollen unter anderem Sensoren, die eine Lokalisierung der Wagen, aber vor allem der Fracht ermöglichen, um den Anforderungen moderner, vernetzter Logistik gerecht werden zu können.

„Wir wollen wissen, wo die Wagen sind“

, sagte Miroslav Obrenovic, Vizepräsident Asset Strategy bei DB Cargo.

An mechanischen Neuerungen sind unter anderem Scheibenbremsen montiert, die bisher im Schienengüterverkehr unüblich sind. Ziel ist, über die voraussichtlich ab 2020 geltenden Lärmschutzwerte hinaus weitere fünf bis zehn Dezibel leiser zu fahren. Zwei Typen einer für den Güterverkehr optimierten automatischen Kupplung halten die Wagen zusammen. Würden sie zum Standard, würde der Umbau zwar eine einmalige grosse und teure logistische Herausforderung für die europäischen Bahnen bedeuten, aber einen gewaltigen Fortschritt in der Fahrzeugdisposition. Laut Hüllen haben die Hersteller die Prototypen kostenlos für den Demonstrator zur Verfügung gestellt. Parallel zu der Hardware-Entwicklung bemüht sich der TIS auch um die Definition standardisierter Software-Schnittstellen für die verschiedenen Sensoren, die einmal Daten über den Zustand der Fahrzeuge, aber auch der Fracht in Echtzeit an Eisenbahnbetreiber wie Hersteller liefern sollen. Hier sei die Stufe der Praxiserprobung ebenfalls erreicht, sagte Josef Buczynski von der Cognid Telematik.

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