Pro Bahn zu Zugspersonal: Kontrolle ist gut – Betreuung ist besser

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Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs verfolgt mit Missmut die fortwährenden Anstrengungen der SBB, den Kundendienst abzubauen. Wohl wird beispielsweise versucht, mit alternativen Verkaufskanälen die Lücken der neu fehlenden Schalter zu füllen. Dabei gehen die Minderheiten gänzlich vergessen. Kommt dazu, dass ein Fehler beim Billettkauf bei einer Kontrolle mit einem Zuschlag von hundert Franken geahndet wird.

Zugsbegleiterinnen und Zugsbegleiter üben also vor allem Kontroll- anstatt Betreuungsfunktionen aus. Sie müssen bei falsch gekauften Fahrkarten auch noch Polizist oder Polizistin spielen und happige Zuschläge erheben, eine nicht gerade angenehme Aufgabe. Anstelle auf Repression wäre es vernünftiger, auf Betreuung zu setzen. Es braucht also Zugs- und weniger Kontrollpersonal und die Zugsbegleitung gehört auf alle Zugskategorien ausgedehnt. Das Zugspersonal hat sich am 27. Oktober 2016 gegen weitere Abbaumassnahmen gewehrt und diese Bestrebungen verdienen die volle Unterstützung, nicht nur von Pro Bahn Schweiz, sondern auch von den Kundinnen und Kunden, aber auch von ihrer Vertretung im Bund.

Diese Vertretung ist der Mehrheitsaktionär, nämlich der Bund. Kürzlich hat die Präsidentenkonferenz von Pro Bahn Schweiz Bundesrätin Doris Leuthard mit einer Resolution gebeten, die Billettpflicht aufzuheben und wieder für eine normale Zugsbegleitung im Sinne von Kundenbetreuung zu sorgen. Die Antwort ist enttäuschend ausgefallen, indem mit der Begründung der operationellen Tätigkeit auf die SBB-Konzernleitung verwiesen worden ist. Mit Verlaub: Wer anders als der Bund kann die SBB zu einem kundenfreundlicheren Verhalten bewegen? Auch wenn die Service-Public Initiative abgelehnt worden ist, heisst das nicht, dass nunmehr noch mehr Dienstleistungsabbau an Schaltern und in den Zügen betrieben wird.

Pro Bahn Schweiz fordert die Bundesbehörden auf, dafür zu sorgen, dass bei Entscheidungen der SBB Konzernleitung nicht nur monetären, sondern auch die Anliegen des Service Public im Vordergrund stehen.

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