Kanton Zürich: Kies und Aushub sollen auf die Bahn

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Der Transport von Kies und Aushub löst Schwerverkehr aus. Zur Entlastung des Strassenraumes soll nun über eine Revision des Planungs- und Baugesetzes der Bahnanteil für Kies und Aushub erhöht werden – wie es der kantonale Richtplan verlangt. Die neue Regelung würde Bauherren mit Projekten von mehr als 25’000 Kubikmetern Aushub zum Bahntransport von Kies und Aushub verpflichten. Der Regierungsrat hat die Baudirektion ermächtigt, ein Vernehmlassungsverfahren zur geplanten Revision des Planungs- und Baugesetzes durchzuführen.

Im Kanton Zürich fallen jährlich 4,4 Millionen Festkubikmeter unverschmutzter Aushub an. Die grossen Deponien für Aushub liegen im Norden des Kantons. Der Aushub entsteht aber weitgehend im Süden und in den Städten Zürich und Winterthur. Dies verursacht überregionalen Schwerverkehr. Der gegenüber dem Kiesabbau beträchtliche Überschuss an Aushub löst zudem einen regen Export von Aushub in umliegende Kantone und nach Deutschland aus. Lastwagen transportieren einen Drittel oder weit mehr als eine Million Kubikmeter Aushub über die Kantonsgrenze. Das ist gleichbedeutend mit über 200’000 Lastwagenfahrten.

Leerfahrten vermeiden, Bahnkapazitäten auslasten
Seit Jahren werden aus Zürcher Kiesabbaugebieten jährlich 400’000 Kubikmeter Kies mit der Bahn abtransportiert. Die zur Verfügung stehenden Bahntrassen für Güterverkehr lassen einen zusätzlichen Bahntransport von 400’000 Kubikmetern Aushub in die Gegenrichtung zu. Dies würde den Aushubverkehr auf der Strasse reduzieren. Zudem fehlen dem Aushubtransport auf der Strasse Rückfuhren. Im überkantonalen Strassenverkehr für Kies und Aushub sind zwei von drei Rückfuhren leer. Eine Erhöhung des Bahnanteils für Aushub würde also viele Leerfahrten von Lastwagen vermeiden, den Schwerverkehr auf der Strasse reduzieren und die Bahn besser auslasten.

Bahnanteil für Kies und Aushub verdoppelt sich
Der kantonale Richtplan verlangt von der Baudirektion gesetzliche Grundlagen, damit bei Grossbaustellen die Kies- und Aushubtransporte mit der Bahn erfolgen. Die Baudirektion setzte den Auftrag in Zusammenarbeit mit der Kiesbranche und den SBB mit der vorgeschlagenen Revision des Planungs- und Baugesetzes um. Sie sieht vor, dass Bauherren mit Projekten von mehr als 25’000 Kubikmetern Aushub zum Bahntransport von Kies und Aushub verpflichtet werden. Der heutige Bahnanteil für Kies und Aushub im Kanton Zürich würde durch die Massnahme auf gegen 35 Prozent verdoppelt. Sie würde Mehrkosten für die Bauherren von Grossprojekten von jährlich 15 bis 25 Millionen Franken verursachen. Die Gesamtkosten der betroffenen Projekte würden sich damit allerdings um weniger als zwei Prozent erhöhen.

Für Kleinmengen regionale Deponien für unverschmutzten Aushub
Zusätzlich will die Baudirektion mit regionalen Deponien für unverschmutzten Aushub im Südteil des Kantons dem durch Kies- und Aushubtransport verursachten Schwerverkehr entgegenwirken. Sie verringern die Anzahl langer Aushubtransporte in den Norden oder in umliegende Kantone. Aushubdeponien sollen für Kleinmengen an unverschmutztem Aushub bis 1000 Kubikmeter pro Baustelle zugänglich sein. Die Baudirektion schlägt aufgrund einer flächendeckenden Suche im Süden des Kantons Standorte für solche Deponien vor. Sie sollen in den Regionalen Richtplänen festgesetzt werden. Einen entsprechenden Zusatz schlägt der Regierungsrat dem Kantonsrat anlässlich der Teilrevision 2015 des kantonalen Richtplanes vor.

Die Baudirektion kommt damit den Wünschen der Kantone Zug und Aargau sowie des Transportgewerbes nach, im Kanton regionale Deponien für unverschmutzten Aushub zu errichten. Auch der Bundesrat forderte mit der Genehmigung der Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplanes den Kanton Zürich dieses Jahr auf, weitere Deponiestandorte im Richtplan zu prüfen.

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