Zugpersonal der Gottharddepots protestiert gegen Railfit 20/30: Stellenabbau gefährdet Sicherheit und Kundenservice

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Zugbegleiter/innen der Gottharddepots Chiasso, Bellinzona, Erstfeld und Luzern warnen am 16. November 2016 in Airolo vor dem Stellenabbau mit Railfit 20/30. / Quelle: SEV

Die am 16. November 2016 in Airolo versammelten Zugbegleiter/innen der Gottharddepots Chiasso, Bellinzona, Erstfeld und Luzern warnen vor dem Stellenabbau mit Railfit 20/30, der auch die Gotthard-Bergstrecke trifft: Hier wird am 11. Dezember die Zugbegleitung gestrichen, was den Kundenservice und die Sicherheit verschlechtert. Das Zugpersonal erklärt sich solidarisch mit allen SBB-Berufskategorien, die vom Stellenabbau betroffen sind, und ist bereit zu gemeinsamen gewerkschaftlichen Aktionen.

Die von der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV und ihrem Unterverband des Zugpersonals ZPV organisierte Versammlung in Airolo warnt vor dem Sparprogramm Railfit 20/30, womit die SBB 1400 Stellen abbauen und 1,2 Milliarden Franken sparen will.

Im Tessin arbeitet das Zugpersonal seit Jahren im Unterbestand, und die ständigen Verspätungen sowie die Mängel des Rollmaterials waren eine harte Probe für seine Geduld und Professionalität.

Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels will die SBB nun die Zugbegleitung auf der Gotthard-Bergstrecke streichen. Auf dem Spiel steht die Sicherheit und der Kundenservice in diesen oft von Tourist/innen benutzten Zügen. Die Kehrtunnel und der 15 km lange Scheiteltunnel sind über 130 Jahre alt. Im Fall einer Zugevakuation wegen eines Brandes oder eines andern Ereignisses konnten die Reisenden bisher auf sofortige Unterstützung durch das Zugpersonal zählen, das für solche Notfälle ausgebildet ist. Bis zum Auslaufen der Konzession Ende 2017 hat die SBB auf der Bergstrecke Fernverkehr zu betreiben, und Fernverkehrszüge haben – anders als die Regionalzüge – begleitet zu sein.

Den in andern Unternehmensbereichen geplanten Stellenabbau lehnt das Zugpersonal ebenfalls ab, denn auch dort werden die Qualität und Sicherheit des Betriebs und der Kundenservice leiden, zum Beispiel beim Verkauf. Viele ältere Menschen kommen mit den Automaten und elektronischen Kanälen noch nicht zurecht und fühlen sich in Bahnhöfen und Zügen ohne Personal verunsichert. Personal braucht es zum Beispiel auch weiterhin für systematische, genaue Kontrollen der Güterzüge, die unser Land mit oft gefährlicher Ladung durchqueren. Hier und anderswo kann der Abbau weiterer Stellen fatal sein.

Das Zugpersonal wird sich an den kommenden Versammlungen und Aktionen des SEV gegen das Sparprogramm Railfit 20/30 aktiv beteiligen.

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