Freie Fahrt durch den Gotthard-Basistunnel ab 11. Dezember 2016

0
271

Die fahrplanmässige Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels erfolgt laut dem Bundesamt für Verkehr und den SBB termingerecht am 11. Dezember 2016. Der Probebetrieb hat gezeigt, dass das für 2017 geplante Angebot im Personen- und Güterverkehr umgesetzt werden kann. Damit wird die Leistungsfähigkeit des Tunnels noch nicht voll ausgeschöpft. Dies wird voraussichtlich ab Ende 2020 der Fall sein, wenn der Ceneri-Basistunnels in Betrieb genommen wird, die Zufahrtstrecken ausgebaut sind und neue Personenzüge zum Einsatz kommen. Die durchgeführten Testfahrten haben ergeben, dass die geplanten Geschwindigkeiten für Personenzüge im Gotthard-Basistunnel erreicht werden.

Der Gotthard-Basistunnel (GBT) wird mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 kommerziell in Betrieb genommen. An ihrer letzten Sitzung vor der Inbetriebnahme (IBN) liess sich die NAD von den SBB über die Erkenntnisse aus dem seit Mitte 2016 laufenden Probebetrieb, die letzten Vorbereitungsarbeiten und die weiteren Schritte nach der IBN informieren. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) orientierte über den Stand des Verfahrens zur Erteilung der Betriebsbewilligung für den GBT.

Laut SBB hat der Probebetrieb gezeigt, dass der Fahrplan und das Angebot im 2017 wie geplant gefahren werden kann. Das im GBT eingesetzte Rollmaterial für Personenzüge erreicht die geplante Geschwindigkeit von 200 km/h auch im Mischverkehr mit vorausfahrenden Güterzügen, die mit 100 km/h durch den Tunnel fahren. Das Angebot von 4 Güter- und 2 Personenzügen pro Stunde und Fahrtrichtung entspricht der Nachfrage. Damit steigt die Leistungsfähigkeit der Gotthard-Achse, die Kapazität wird jedoch noch nicht voll ausgeschöpft. Vorübergehend freigehalten wird eine Kapazitätsreserve zur Stabilisierung des Fahrplans und weil auf den Zulaufstrecken zum GBT Ausbauprojekte realisiert werden, die auf gewissen Abschnitten einen Einspurbetrieb erfordern.

Ab Ende 2020, wenn der Ceneri-Basistunnels in Betrieb genommen wird, die Ausbauten auf den Zufahrtstrecken (4-Meter-Korridor) abgeschlossen sind und die SBB über die bestellten neuen Personenzüge verfügen, ist eine weitere Erhöhung des Angebots auf 6 Güter- und 2 Personenzüge pro Stunde und Richtung vorgesehen. Personenzüge werden dann mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h verkehren können. Dieser Wert entspricht der Anforderung, die der Bund bei der Bestellung der Neat-Infrastruktur gestellt hat. Tests haben gezeigt, dass diese Geschwindigkeit ungeachtet des Luftwiderstands erreicht wird. Insgesamt rechnen die SBB für die gesamte Gotthard-Achse ab 2020 mit einem um rund 10 Prozent geringeren Energiebedarf als mit der heutigen Linienführung über die Bergstrecke, basierend auf dem aktuellen Angebot.

Voraussetzung für die kommerzielle IBN des GBT ist eine Betriebsbewilligung des BAV. Diese wird nur erteilt, wenn die SBB alle Nachweise für einen sicheren Betrieb erbringen. Laut BAV wird es die Bewilligung rund eine Woche vor der fahrplanmässigen IBN erteilen können. Wie bei der IBN des Lötschberg-Basistunnels wird die Bewilligung gewisse Auflagen enthalten, mit dem Ziel, die Anlagen im ersten Betriebsjahr zu optimieren und die Erledigung kleinerer Restarbeiten zu ermöglichen. Die kommerzielle IBN des GBT und das Angebot im 2017 werden dadurch nicht tangiert.

Mit Befriedigung zur Kenntnis genommen hat die NAD, dass die Feiern zur Eröffnung des GBT Mitte 2016 den Bund insgesamt weniger gekostet haben als budgetiert.

Beim Ceneri-Basistunnel ist der Innenausbau des Tunnelsystems laut AlpTransit Gotthard AG (ATG) weit fortgeschritten. Für den Einbau der Bahntechnik wird zurzeit der Installationsplatz am Nordportal aufgebaut, damit von Herbst 2017 bis Herbst 2018 die Fahrbahn und vom Frühling 2018 bis Herbst 2019 die bahntechnischen Anlagen eingebaut werden können. Die NAD nahm zur Kenntnis, dass die Arbeiten im Terminplan liegen und die fahrplanmässige IBN des CBT auf Ende 2020 weiterhin als realistisch eingestuft wird.

Am Ende ihrer Sitzung hat sich die NAD mit Blick auf das kommende Jahr neu konstituiert. Ab dem 1. Januar 2017 wird Ständerat Isidor Baumann (CVP/UR) die Delegation präsidieren. Vizepräsident wird Nationalrat Philipp Hadorn (SP/SO).

Die NAD tagte am 23. November 2016 unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Nationalrat Thomas Müller (SVP/SG) in Bern. An der Sitzung nahmen Vertreter der Eidg. Finanzkontrolle (EFK), der Eidg. Finanzverwaltung (EFV), des BAV, der SBB und der ATG teil.

KOMMENTIEREN - commenter - commentare

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: