Einigung über Entwicklung des Bahnangebots zwischen Basel und Biel via Laufental und Jura

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Im Bestreben, im Laufental eine Doppelspur zu bauen, sind die Kantone Basel-Landschaft und Jura gemeinsam mit dem Bundesamt für Verkehr BAV und der SBB einen bedeutenden Schritt weiter gekommen. Am 30. November 2015 wurde eine Vereinbarung über das Bahnangebot und die notwendigen Infrastrukturmassnahmen auf der Achse Basel – Laufen – Delémont – Biel im Zeitraum 2016 bis 2025 unterzeichnet. Abschliessende Entscheide dazu werden durch das Parlament im Rahmen der Beratung der Botschaft über den nächsten Bahnausbauschritt gefällt werden.

Bauarbeiten im Bahnknoten Lausanne führen dazu, dass die heute direkte ICN-Verbindung Basel-Biel-Genf/Lausanne ab Dezember 2015 aufgehoben werden muss. Die Reisenden von Basel, Laufen und Delémont werden in Richtung Genf oder Lausanne in Biel (oder Olten) umsteigen müssen. Diese sogenannte Variante „Navette“ (Shuttlezug Biel-Basel) wurde von den Kantonen für eine Übergangsfrist bis Dezember 2020 akzeptiert. Um für die nachfolgenden Jahre eine Lösung zu finden, wurde eine Behördendelegation mit BAV-Direktor Peter Füglistaler, SBB-CEO Andreas Meyer sowie den Regierungsräten der Kantone Jura, Philippe Receveur, und Baselland, Sabine Pegoraro, ins Leben gerufen. Die Behördendelegation sollte gleichzeitig die Beantwortung des Postulats von Ständerat Claude Hêche ermöglichen, das die Aufrechterhaltung der Qualität auf der Eisenbahnlinie Basel – Lausanne/Genf via Laufen und Delémont fordert.

Nach längeren, offen und konstruktiv geführten Diskussionen haben sich die Verhandlungspartner über die Entwicklungsschritte bis 2025 geeinigt und am 30. November 2015 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Demnach wird der heutige ICN ab Fahrplanjahr 2021 (beginnend im Dezember 2020) um eine halbe Stunde gedreht, so dass er jeweils zur Minute .30 im Bahnhof Basel SBB ankommt respektive abfährt. Auf den gleichen Zeitpunkt hin soll ein zweiter Schnellzug zwischen Basel und Biel eingeführt werden, der zur vollen Stunde in Basel verkehrt und somit die Anschlüsse in die übrige Schweiz ermöglicht. Zudem wird spätestens ab 2021 wieder eine Direktverbindung von Basel in Richtung Genfersee eingeführt. Eine frühere Wiedereinführung der Direktverbindung ist möglich, sofern genügend Rollmaterial zur Verfügung steht. Sollten sich bei der Realisierung der Infrastrukturmassnahmen Verzögerungen ergeben, gilt für den Fahrplan weiterhin die Variante „Navette“, daher die Übergangsfrist würde verlängert.

Damit der zweite Schnellzug zwischen Basel und Biel verkehren kann, muss im Laufental der heute einspurige Abschnitt zwischen Duggingen und Grellingen Chessiloch auf Doppelspur ausgebaut werden. Die Projektierungsarbeiten für den Doppelspurausbau sind bereits im Gang und werden von den beiden Basler Halbkantonen sowie den Kantonen Jura und Solothurn finanziert. Die Finanzierung der Realisierung ist noch offen. Sie soll – so ist es mit FABI vorgesehen – über den Bahninfrastrukturfonds BIF erfolgen. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat signalisiert, dass der Kanton eine Vorfinanzierung übernehmen würde, falls dies nötig wird. Die entsprechende Parlamentsvorlage ist im 2016 vorgesehen. Bedingung für eine BIF-Finanzierung ist allerdings, dass die Massnahme in den nächsten Strategischen Ausbauschritt des Bundes STEP 2030 aufgenommen wird. Über die Aufnahme entscheidet eine entsprechende Bewertung im Rahmen der Planungsarbeiten zum Ausbauschritt STEP 2030, diese ist noch ausstehend. Die Botschaft zum nächsten Ausbauschritt wird der Bundesrat Ende 2018 ans Parlament überweisen. Dieses entscheidet über die definitive Ausgestaltung des Ausbauschrittes. Ebenso noch offen ist die Finanzierung des künftigen Angebotes.

VCS beider Basel: Erfolgreicher Einsatz fürs Laufental – Gelungene Rettung des Halbstundentakts
Der VCS ist sehr erfreut, dass ab 2021 im Laufental endlich der Halbstundentakt möglich wird. Er begrüsst in aller Form, dass auf den gleichen Zeitpunkt auch die Direktverbindung Basel – Genf wieder aufgenommen wird, die ab nächstem Jahr wegen Bauarbeiten in der Region Lausanne wegfällt. Die SBB machen den Halbstundentakt noch davon abhängig, ob dannzumal genügend Rollmaterial zur Verfügung steht. Deshalb fordert der VCS, dass die mit der Eröffnung der Gotthard-Basislinie frei werdenden IC-Neigezüge für den Betrieb des Halbstundentaktes und eine vorgezogene Wiedereinführung der Direktverbindung Basel – Genève zu reservieren.

Wie das Bundesamt für Verkehr BAV, die SBB und die beiden Kantone Jura und Basel-Landschaft mitteilen, soll im Laufental der längst versprochene Halbstundentakt und die dazu nötige Infrastruktur ab 2021 in Betrieb gehen. Der VCS setzt sich seit Jahren für einen halbstündigen Schnellzug und die dafür nötige Doppespur-Insel auf der Laufentallinie ein und wehrte sich vehement gegen die Streichung der umsteigefreien Verbindung zwischen Basel und Genf. Die Direktverbindung der beiden Städte hätte ursprünglich auch nach der Bauzeit im Bahnhof Lausanne gekappt bleiben sollen. Mit diesem Vorhaben erschreckte der SBB-Vertreter das Publikum zum Beispiel am VCS-Podium „Juralinie auf dem Abstellgleis?“ vom 7. Juni 2013 in Laufen. Diesen (Fahr-)Plan haben die SBB nun revidiert, was den VCS freut. Er unterstützt die Bestrebungen in aller Form.

Rollmaterial reservieren
Die SBB stellen in Aussicht, die Direktverbindung Basel–Genf vor 2021 wieder aufzunehmen, sofern genügend Rollmaterial zur Verfügung steht. Der VCS verlangt, dass dafür und für den zweiten Schnellzug im Laufental die IC-Neigezüge reserviert werden, die am Gotthard mit der Inbetriebnahme des Basistunnels frei werden. Es werden sich sicher auch andere Regionen um diese ICN bemühen. Deshalb ist es wichtig, jetzt den dringenden Bedarf fürs Laufental anzumelden. Denn hier muss ein Versprechen eingelöst werden, das seit 1987(!) im Zusammenhang mit der Bahn 2000 besteht.

Zeit bis 2018 speditiv nutzen
Bedingung für die Finanzierung der Doppelspur-Insel aus dem BIF (Bahninfrastrukturfonds, beschlossen mit FABI) ist die Aufnahme des Projekts im Ausbauschritt STEP 2030. Die Botschaft dazu gibt der Bundesrat Ende 2018 ins Parlament. Diese Zeit bis dahin muss intensiv für die Projektierung und die Bereinigung des Auflageprojektes genutzt werden. 2018 soll ein pfannenfertiges Projekt vorliegen. Nur so kann es bei der sehr wahrscheinlichen Aufnahme in den STEP 2030 möglichst umgehend in Bau gehen. Die Vorfinanzierung durch den Kanton Basel-Landschaft ist äusserst sinnvoll und löblich.

Kein Problem im Bahnhof Basel SBB
Mit diesen erfreulichen Aussichten fürs Laufental bestätigen die SBB, dass für den Halbstundentakt auf der Laufentallinie im Bahnhof Basel SBB genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen.

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