Das Bundesamt für Verkehr hat den Appenzeller Bahnen grünes Licht für den Bau der DML gegeben. Damit ist einer der wichtigsten Meilensteine zur Modernisierung der AB erreicht. Der voraussichtliche Baubeginn erfolgt im April 2016. Erste Vorarbeiten werden rasch ausgelöst.

Die Appenzeller Bahnen (AB) haben vom Bundesamt für Verkehr (BAV) die Verfügung zur Plangenehmigung der Durchmesserlinie erhalten. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in der Modernisierung und Weiterentwicklung der AB. Eine langjährige Planungsphase findet damit einen positiven Abschluss. Vor dem eigentlichen Baustart sind aus der Verfügung des BAV Auflagen zu bereinigen.

Baubeginn am Tunnel und am AB-Bahnhof ist im Frühling 2016
Mit der Erteilung der Baubewilligung können die Bauarbeiten im AB-Bahnhof, am Ruckhaldetunnel und bei der neuen Haltestelle Riethüsli gestartet werden. Erste Vorarbeiten, wie die Grundwasserabsenkung in der Ruckhalde und die Abhumusierung werden, sobald es die Witterung zulässt, gestartet. Weiter wird im AB-Bahnhof mit dem Rückbau der SBB Gleise begonnen, welche der durchgehenden Linienführung der DML weichen müssen. Die eigentlichen Bauarbeiten am Tunnel beginnen im Frühling 2016. Während den Bauarbeiten ist mit einem Unterbruch des Bahnbetriebs zu rechnen. Die voraussichtliche Inbetriebnahme der DML wird Ende 2018 erfolgen. Alle Einsprachen im Zusammenhang mit der DML sind ausgeräumt worden. Der neue AB-Bahnhof soll gegen Ende 2016, die Neubaustrecke Ende 2018 in Betrieb gehen.

Erneuerung der Sicherungsanlagen und der Stellwerke
Auf dem DML Abschnitt werden bei den Umbauarbeiten auch die Sicherungsanlagen dem neusten Stand angepasst. Diese Arbeiten werden gegenüber der ursprünglichen Planung vorgezogen und werden gleichzeitig mit den Bauarbeiten zur DML umgesetzt. Damit kann ein weiterer Schritt in der Modernisierung der Infrastruktur der AB genommen werden.

Neue Züge für die S-Bahn Appenzellerland
Für den künftigen Einsatz auf der Linie Appenzell-St.Gallen-Trogen werden neue Stadtbahnfahrzeuge beschafft. Diese klimatisierten Züge verfügen über Niederflureinstiege und grosse Plattformen für Kinderwagen, Rollstühle und Sportgeräte. Zeitgleich per Ende 2018 planen die AB eine Teilerneuerung der Flotte auf der Linie Gossau-Appenzell-Wasserauen. Dort sollen dreiteilige Triebzüge zum Einsatz kommen, welche ebenfalls klimatisiert sind. Mit der neuen Infrastruktur, modernen Zügen und einem attraktiven Fahrplanangebot wird die AB zu einer modernen Agglomerationsbahn mit einem touristischen Charme, die S-Bahn Appenzellerland.

Die DML kurz erklärt
Unter dem Begriff Durchmesserlinie, kurz DML, wird ein Infrastrukturausbauprojekt verstanden. Dieses ermöglicht künftig, zwischen Trogen und Teufen zu den Hauptverkehrszeiten einen Viertelstundentakt anzubieten. 2009 wurde das Projekt und 2011 die Überarbeitung des Tunnelportals im Riethüsli-Quartier eingereicht. Um das Angebot ausbauen zu können, sind Infrastrukturmassnahmen auf der Linie St. Gallen–Trogen und St.Gallen–Gais– Appenzell notwendig. Das grösste Teilprojekt ist der Ruckhaldetunnel, welcher die notwendige Fahrzeitverkürzung für eine Zugskreuzung und damit die Einführung eines Viertelstundentaktes bringt. Damit wird auch der letzte Zahnstangenabschnitt zwischen St.Gallen und Appenzell aufgehoben. Die heute getrennten Linien im Bahnhof St.Gallen werden verbunden, womit die Standzeiten der Züge und damit die unproduktiven Stunden wegfallen. Die DML fügt sich künftig in das S-Bahn-Konzept St.Gallen ein. Der Angebotsausbau in Richtung Appenzellerland ergänzt das Angebot der S-Bahn.

Fahrplan und Strecke

Teufen–Spisertor:

  • jetzt 33 min
  • mit DML 23 min
  • Einsparung 10 min

Speicher–Riethüsli:

  • jetzt 34 min
  • mit DML 23 min
  • Einsparung 11 min

Gute Anschlüsse an den Fernverkehr in St.Gallen.

Ausgewählte Infrastrukturmassnahmen Durchmesserlinie

  • Neuer Tunnel Ruckhalde von rund 700 Meter Länge mit neuer Haltestelle im Quartier Riethüsli. Die Ausschreibung der Tunnelarbeiten (Hauptlos) ist nach GATT/WTO erfolgt. Der Zuschlag wurde an die ARGE TransRuck (Heitkamp Construction Swiss GmbH) erteilt.
  • AB-Bahnhof St.Gallen erhält eine durchgehende Doppelspur und die beiden heute getrennten Linien werden verbunden. Unabhängig von der DML wurde der Bahnhofplatz durchgehend mit einer Doppelspur umgebaut. Diese Arbeiten sind im Gange.
  • Ausbau Güterbahnhof zu einer Doppelspur. Im Güterbahnhof läuft die Planung für eine gestreckte Linienführung der AB. Die ursprüngliche Planung einer Doppelspur wurde sistiert, bis Klarheit über die Kosten und den Terminplan zum Bau der gestreckten Linienführung vor dem Güterbahnhofschuppen der SBB herrscht. Eine gestreckte Linienführung würde trotzdem noch eine neue Haltestelle Güterbahnhof erlauben und hätte den zusätzlichen Nutzen einer kürzeren Fahrzeit der AB gegenüber der ursprünglichen Planung.

Projektkosten
Im November 2012 haben die Parlamente der Kantone St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden und die Landsgemeinde des Kantons Appenzell Innerrhoden im April 2013 den jeweiligen Krediten zugestimmt. Die Kosten für den Bau des Ruckhaldentunnels betragen gemäss aktueller Planung rund CHF 63 Mio. Sämtliche notwendigen Infrastrukturmassnahmen kosten rund CHF 90 Mio. Dies wird über Gelder aus dem Agglomerationsfonds und den Bahninfrastrukturfonds (BIF) finanziert.

Info

KOMMENTARE

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: