Medizinische Dienstleistungen: SBB lagert operative Aufgaben des Medical Service an Helsana aus

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Die SBB lagert bekannterweise per 1. Juli 2017 die operativen Aufgaben des Medical Service an einen spezialisierten externen Anbieter aus. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung hat Helsana den Zuschlag erhalten und übernimmt ab Mitte nächsten Jahres medizinische Leistungen wie beispielsweise Erstuntersuchungen oder periodische Untersuchungen von Mitarbeitenden der SBB. Mit der Auslagerung wechseln sämtliche Mitarbeitende des Medical Service zu Helsana. Die Sozialpartner wurden einbezogen.

Die SBB lagert per 1. Juli 2017 die operativen Aufgaben des Medical Service, wie bereits im Februar 2015 mitgeteilt, an einen spezialisierten externen Anbieter aus.

Das operative Geschäft des Medical Service übernimmt Helsana, die den Zuschlag über eine öffentliche Ausschreibung erhalten hat. Medizinische Leistungen wie beispielsweise Erstuntersuchungen oder periodische Untersuchungen von Mitarbeitenden der SBB werden ab Mitte 2017 von Helsana durchgeführt.

Mit der Auslagerung der medizinischen Leistungen wechseln rund 40 Mitarbeitende des Medical Service von der SBB zu Helsana. Neben sämtlichen Mitarbeitenden übernimmt Helsana die laufenden Verträge mit Drittkunden und Partnern sowie das Inventar des Medical Service.

Die SBB kann durch die Auslagerung ihr Angebot flexibler an die gesetzlichen und marktüblichen Anforderungen anpassen, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren sowie Qualität und Quantität der medizinischen Leistungen für die SBB langfristig sichern.

Die SBB wird in den nächsten Wochen den Vertrag mit Helsana unterschreiben sowie gemeinsam mit ihr die Transitionsphase konkretisieren. Die Sozialpartner wurden einbezogen.

Stellungnahme SEV: Es ist ein Fehler, den Medical Service der SBB auszulagern
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) ist überzeugt, dass die Auslagerung des ärztlichen Dienstes (Medical Service) der SBB ein Fehler ist. Die SBB weist darauf hin, dass sie die Sozialpartner einbezogen habe. Sie vergisst jedoch zu erwähnen, dass sich diese seit einem Jahr gegen die heute präsentierte Lösung stellen. Die Auslagerung führt zu einem Kompetenzverlust, da die Eigenheiten der Berufe in der Eisenbahnbranche ein spezifisches Know-how voraussetzen.

Diese Kompetenzen sind vor allem für Mitarbeitende wichtig, welche einen Reintegrationsprozess durchlaufen und dabei vom Medical Service der SBB begleitet werden. Die Auslagerung ist keine passende Lösung und die Sozialpartner haben dies der SBB vor einem Jahr mitgeteilt. Die Auslagerung geht in Richtung einer Enthumanisierung des ärztlichen Dienstes, der auf zufällige Qualitätskriterien reduziert wird, anstatt sich um die Gesundheit des Personals zu kümmern und so einen sicheren Bahnbetrieb für die Reisenden und die ganze Schweizer Bevölkerung sicherzustellen.

Die Sozialpartner (Gewerkschaft des Verkehrspersonals, Kaderverband des öffentlichen Verkehrs, Transfair und VSLF) hatten verlangt, die Möglichkeit der Gründung einer Tochterfirma, wie es Login für die Grundbildung ist, zu prüfen, sofern sich die SBB tatsächlich nicht davon abbringen lassen sollte, den Medical Service auszulagern. Die Sozialpartner halten dies für eine bessere Lösung als die Übertragung an eine Drittfirma, doch die Variante wurde nicht objektiv geprüft. Die Sozialpartner haben weitere Möglichkeiten zur Prüfung vorgeschlagen, wie zum Beispiel die Übernahme des ärztlichen Dienstes durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) oder die Wiedereingliederung von qualifizierten Personen des Medical Service in die Unternehmung. Diese Variante hätte es den Mitarbeitenden erlaubt, Teil der SBB zu bleiben.

Erstellt: 19. Dez 2016 @ 13:41

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