Die Modelleisenbahn Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ihren Umsatz nach eigenen Angaben deutlich steigern und mit ihren beiden Marken Roco und Fleischmann 49,0 Millionen Euro erwirtschaften. Das waren rund vier Prozent mehr als im Vorjahr (2015: 47,2 Millionen Euro). Das gab der Finanzchef der Modelleisenbahn Gruppe, Gerhard Joiser am Unternehmenssitz in Bergheim bei Salzburg bekannt.

Er führt dieses Ergebnis auf die bereits 2015 eingeleiteten und 2016 konsequent umgesetzten Massnahmen zurück. Im Mittelpunkt seien dabei die Kooperation mit dem Fachhandel, die Überarbeitung des Produktportfolios sowie die Bereinigung von Altlasten beim deutschen Tochterunternehmen Fleischmann gestanden. Das Unternehmen plane bis 2020 die Rückkehr zu einem nachhaltig ertragsorientierten Kurs.

Joiser geht davon aus, dass die Modelleisenbahnbranche im vergangenen Jahr die Talsohle durchschritten habe und der Markt erstmals seit Jahren nicht weiter geschrumpft sei, die Stimmung sei deshalb vorsichtig positiv. Es gebe auch ermutigende Anzeichen für eine wachsende Bereitschaft wichtiger Marktteilnehmer, gemeinsam Impulse für eine positive Zukunft der Modelleisenbahn zu setzen.

In den Hauptmärkten Österreich, Deutschland und Schweiz ist der Umsatz 2016 annähernd gleich geblieben, allerdings mussten die hohen Preisreduktionen 2015 durch eine deutlich höhere Zahl verkaufter Modelle wettgemacht werden. Im restlichen Europa, vor allem in Frankreich und Italien, stiegen die Umsätze an. Das neue Konditionensystem für den Fachhandel habe sich demnach positiv ausgewirkt.

„Wir sind für den stationären Handel ein enorm wichtiger Absatzfaktor. Diese Rolle haben wir angenommen und das Verhältnis zu den Fachhändlern als zentralen Absatzkanal stark verbessert“

, betonte Joiser.

Die Konzentration auf weniger, aber attraktive Produktneuheiten habe sich, wie erwartet, positiv ausgewirkt. Mehr als 1.000 Neuheiten und Farbvarianten jedes Jahr für den Markt vorzubereiten, sei für Händler und Endkunden unübersichtlich und für die Hersteller sehr kostspielig geworden. Die Begrenzung auf rund 850 Neuheiten habe sich 2016 bewährt, der Grundsatz „Klasse statt Masse“ werde 2017 mit knapp unter 800 neuen Modellen fortgeführt. Mit der Reduktion der Neuheiten ging eine Erhöhung der Losgrössen (pro neuem Modell von durchschnittlich fast 20 Prozent) einher. Diese grössere Produktmenge habe man am Markt platzieren können und so die Umsätze bei internen Kostenvorteilen abgesichert.

Neuen Standort in Vietnam in Betrieb genommen
Trotz der Fortschritte habe die Gruppe 2016 kein positives operatives Ergebnis erreicht, erläuterte Joiser.

Der Verlust sei zwar deutlich reduziert worden, liege aber noch im siebenstelligen Bereich:

„Wir sind also gefordert, die Gruppe in allen Bereichen weiter zu entwickeln. 2020 wollen wir ein umstrukturiertes Unternehmen sein, das nachhaltig Erträge erwirtschaftet und dabei im Umsatz weiter wächst.“

Für diesen Weg bis 2020 habe man bereits die Zustimmung und Unterstützung der Hausbank. Als Zwischenschritt will die Modelleisenbahn Gruppe 2018 wieder schwarze Zahlen schreiben.

2016 habe das Unternehmen einen neuen Produktionsstandort in Vietnam mit aktuell 80 Mitarbeitern aufgebaut, um sich weitere Kostenvorteile in der Produktion zu sichern, berichtet der Geschäftsführer. Daraus ergebe sich für die übrigen Standorte der Gruppe in Österreich, Deutschland, der Slowakei und in Rumänien natürlich eine stärkere interne Konkurrenz. Es sei derzeit jedoch nicht absehbar, welche Auswirkungen die neue Situation für diese Standorte letztendlich haben werde und in welchem Ausmass die Produktionsverlagerung nach Vietnam überhaupt stattfinden könne.

Das feinmechanische High-Tech-Produkt Modelleisenbahn erfordere eine breite Palette von Fähigkeiten und Kompetenzen in sehr hoher Qualität. Die Kernkompetenz, Modelleisenbahnen in Europa zu entwickeln und zu bauen, werde die Modelleisenbahn Gruppe jedenfalls nicht aufgeben.

Umsatzziel 2017: Halten!
Vor diesem Hintergrund plant die Modelleisenbahngruppe, im laufenden Jahr das Umsatzniveau zu halten und 49,4 Millionen Euro zu erzielen. 2017 stehen laut Joiser die Anstrengungen im Mittelpunkt, die geplanten neuen Strukturen darzustellen. Die damit verbundene Optimierung der Herstellungsprozesse würde 2017 ein grösseres Umsatzwachstum verhindern.

„Wir werden 2018 wieder über die 50-Millionen-Grenze springen, danach wollen wir organisch bis 2020 auf rund 58 Millionen Euro wachsen.“

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Erstellt: 18. Jan 2017 @ 17:35

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