Der VCS beider Basel unterstützt das Referendum gegen den kurzsichtigen Beschluss des Landrates, die S9 (Läufelfingerli) stillzulegen. Es ist widersinnig, diesen S-Bahn-Ast abzusägen, während auf der S-Bahn im Ergolztal der Viertelstundentakt in Griffnähe ist. Ausserdem ist ab 2025 geplant, was mit der S9 zur Hälfte besteht: eine direkte S-Bahn Olten – Läufelfingen – Sissach – Liestal – Basel.

Das „Komitee für den ÖV in den Randregionen“ ergreift das Referendum gegen den vom Landrat beschlossenen 8. GLA (Genereller Leistungsauftrag im öffentlichen Verkehr). Dieser will die S9 Sissach – Läufelfingen – Olten durch einen stauanfälligen Busbetrieb ersetzen. Der VCS begrüsst den Entscheid des Komitees in aller Form und unterstützt das Referendum.

Bahn fahren statt im Bus stehen
Die Reisezeit mit dem Bus wäre doppelt so lange wie heute mit der Bahn. Es bräuchte zwei Gelenkbusse, um den Stundentakt zu halten. Die Staus auf den Strassen während des Morgen- und Abendverkehrs noch nicht eingerechnet. Die Stauanfälligkeit der Busse bietet keine zuverlässige Transportkette. Diese ist aber zwingend, damit die Leute den öffentlichen Verkehr nutzen. Mit dem Busbetrieb riskiert man einen Rückgang der Fahrgäste und damit eine weitere Ausdünnung des Fahrplans.

S9 optimieren
Die Konzession der S9 läuft erst Ende 2019 aus. Es bleibt Zeit, endlich eingehend zu prüfen, wie die Anschlüsse der S9 in Sissach und Olten zu optimieren sind. Phantasielosigkeit ist kein Grund, eine Bahnlinie zu opfern. Andernorts werden Nebenlinien zu einem Ringzug zusammengeschlossen, wie die S4 der S-Bahn St. Gallen. Ähnliches schlägt eine Idee für die S9 vor, indem diese nach Basel durchgebunden und über Delémont (eventuell als Flügelzug mit S3), Moutier, Solothurn, Olten wieder nach Sissach führen könnte (HEXAGON, Idee U. Pfister). Die Linie Moutier – Solothurn wurde soeben gerettet. Im Gegensatz zur Baselbieter Regierung setzten sich die Regierungsräte Solothurn und Bern vehement für den Erhalt dieser Nebenlinie in einer Randregion ein. Die Durchbindung der S9 nach Basel ist auch ein Angebotselement der Planungsregion Nordwestschweiz im Rahmen des Bahnausbaus (STEP). Eine Stilllegung steht im totalen Widerspruch dazu und wäre ein unkoordiniertes Zeichen der Region an den Bund.

Überprüfung Angebotsdekret nicht vorgreifen
Der VCS ist froh, dass der Landrat das Angebotsdekret in den Randregionen überprüfen lässt. Es soll die Bedeutung einer ÖV-Linie für die Bevölkerung künftig höher gewichten. Dieses Vorhaben ist ein Grund mehr dafür, bei der S9 nun nicht mit einer Stilllegung vorzugreifen.

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Erstellt: 30. Mrz 2017 @ 07:45

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Eduard J. Belser
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Eduard J. Belser

Das Vorgehen der rechts-bürgerlich dominierten, öV-feindlich eingestellten Baselbieter Regierung ist dumm und kurzsichtig. Eine gut funktionierende Bahnverbindung durch eine stauanfällige Busverbindung zu ersetzen, um vordergründig einen kleinen Betrag einzusparen, kann keine Lösung sein und setzt auch umweltpolitisch völlig falsche Signale. Mit einer durchgebundenen S9 Olten–Läufelfingen–Sissach–Basel sollte eine Vorwärtsstrategie entwickelt und umgesetzt werden. Auch der Einbezug der Bahnlinie Solothurn-Moutier muss in ein Konzept von S3/S9 mit Flügelzügen einbezogen werden. Die Solothurner Regierung wird dafür sicher Hand bieten, ebenso wie der Kanton Jura und der mitbetroffen Kanton Bern. Dazu sollten die technischen Möglichkeiten der eingesetzten modernen Triebwagenzüge für das Bilden von Flügelzügen… Mehr lesen »