Am Gotthard führt die SBB die erfolgreiche Schweizer Tradition der Panoramazüge weiter. Ab Karfreitag, 14. April 2017, können nationale und internationale Gäste das Herz der Schweiz neu erleben. Die frisch lancierte Reise mit dem Gotthard Panorama Express führt von Luzern mit dem Dampfschiff nach Flüelen und weiter mit dem Panoramazug über die Gotthard-Panoramastrecke ins Tessin. Unterwegs werden den Reisenden Inszenierungen und Informationen zur Geschichte und Bedeutung der historischen Gotthardroute geboten. Neu verkehrt an Wochenenden zudem ein zusätzlicher Direktzug von Zürich nach Bellinzona und zurück.

Der Gotthard Panorama Express gehört ab nächstem Freitag, 14. April 2017 neben Glacier Express, Bernina Express und Golden Pass Line zu den touristisch schönsten Panoramazügen der Schweiz. Mehr als 200 Brücken und sieben Kehrtunnels bieten am Gotthard seit der Eröffnung des Tunnels im Jahr 1882 ein faszinierendes Zusammenspiel von Umwelt und Technik und locken Gäste aus aller Welt an. Die bisherige Gotthardroute kann nun mit neuen Erlebnissen aufwarten: An Ostern wird der Gotthard Panorama Express zwischen Luzern und Bellinzona lanciert. Mit dem Dampfschiff fahren Reisende auf dem Vierwaldstättersee vorbei an geschichtsträchtigen Orten wie dem Rütli, dem Schillerstein oder der Tellskappelle. In Flüelen steigen sie um auf den Panoramazug über die Gotthard-Bergstrecke und blicken in langsamer Fahrt für Fotos dreimal auf die Kirche von Wassen, die Weltruhm erlangt hat aufgrund der kühnen Bahnanlage. Einen weiteren Höhepunkt bietet eine spezielle Inszenierung im Gotthardtunnel, realisiert durch die Firma Movinglight-design.ch.

Lanciert wurde der Zug mit einer Fahrt für geladen Gäste und Medien am 8. April 2017. Bei dieser Fahrt wurden die Panoramawagen Apm 103, 104 und 110 eingesetzt, als “Fotowagen” war der B 50 336 eingereiht und als Velowagen ein EC Bpm. Bei dieser Fahrt war für Mediengespräche zusätzlich ein Salonwagen im Zug und dieser wurde von einer Re 460 statt einer Re 420 befördert.

Inszenierungen zur Geschichte und Fotopunkte unterwegs
Die Plätze sind in der 1. und 2. Klasse online buchbar, auch für Teilstrecken; der Zug hält in Göschenen und Airolo. So kann die Reise zum Beispiel via Andermatt mit dem Glacier Express kombiniert werden. Die Sitzplatzreservation kostet für die ganze Strecke 24 Franken. Der Gotthard Panorama Express verkehrt ab dem 14. April bis am 22. Oktober 2017 jeweils am Wochenende und vom 3. Juli bis 20. Oktober 2017 täglich. Die Reise bietet einen Fotowagen mit Fenstern, die sich öffnen lassen. An gewissen Fotopunkten verkehrt der Zug langsamer und Erläuterungen zum Streckenverlauf werden über die Lautsprecheranlage mit vorproduzierten Audiosequenzen vermittelt. Zudem werden auf einer öffentlich zugänglichen App werden die Sehenswürdigkeiten unterwegs sowie Ausflugsmöglichkeiten und Hintergründe zur Geschichte und zum Mythos Gotthard erläutert. Auch für die Verpflegung ist gesorgt – mit regionalen Spezialitäten im Zug und gastronomischen Angeboten auf dem Schiff. Zudem werden Souvenirs verkauft.

Neue Panoramareise wird weltweit vermarktet
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 sind auf der Gotthard-Bergstrecke nur noch durchschnittlich 400 bis 500 Personen pro Tag unterwegs. Die neue Panoramareise leistet vor diesem Hintergrund einen Beitrag, national und international mehr Menschen für die Region St. Gotthard zu begeistern. Der Gotthard Panorama Express wird weltweit vermarktet. Bereits sind rund 4500 Reservationen eingegangen.

Zusätzlich neuer Direktzug von Zürich nach Bellinzona
Neu verkehrt an den Wochenenden vom 14. April bis 22. Oktober 2017 zusätzlich zum Gotthard Panorama Express ein direkter Zug von Zürich nach Bellinzona über die Gotthard-Bergstrecke und zurück. Wie bisher fährt die SBB zudem im Stundentakt ab Erstfeld – mit perrongleichem Umsteigen – bis Bellinzona. Bei hoher Nachfrage werden die Interregio-Züge bis Göschenen verlängert.

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Ein besonderer Zug und heute auch mit besonderen Loks…!Der Gotthard-Weekender IR 2894 Bellinzona (16.18) – via…

Posted by info24 – ÖV Schweiz – Europa on Samstag, 6. Mai 2017

Stellungnahme Pro Bahn Schweiz: Gotthard-Panoramastrecke – nur scheibchenweise Verbesserungen
Bekanntlich ist das Angebot über die Gotthard Berg- oder Panoramastrecke von den SBB seit dem letzten Fahrplanwechsel massiv verschlechtert worden, was von Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, immer wieder beanstandet worden ist.

Jetzt ist ein ganz kleiner Lichtlein am Horizont sichtbar: Ab Mitte April bis Ende Oktober verkehrt samstags und sonntags ein Zusatzzug mit Panoramawagen über die Gotthard-Panoramastrecke nach Bellinzona. Sogar Fahrräder sollen problemlos mitgenommen wer-den können. Am Abend fährt der gleiche Zug ab Bellinzona via Airolo und Göschenen nach Zürich zurück. Allerdings müssen Kunden aus der Region Luzern in Arth Goldau mit Umsteigezeiten von zwanzig Minuten rechnen, was nicht gerade attraktiv ist. Auf diese Weise wird das ungenügende Angebot der Gotthard-Panoramastrecke wenigstens scheibchen-weise und aus einer Richtung verbessert. Zur Erinnerung: Bis zu 10. Dezember 2016 war dieses Angebot stündlich während sieben Tage die Woche bis und nach Locarno verfügbar.

Während des Tages (zwischen dem 3. Juli und 22. Oktober täglich) fährt die gleiche Komposition als Gotthard Panoramic Express zuerst von Bellinzona nach Flüelen und von dort aus wieder nach Bellinzona zurück. Diese Zugfahrt kann mit einer Dampfschiffahrt von Luzern nach Flüelen und umgekehrt kombiniert werden. Tatsächlich haben sich die SBB für den neuen Panorama-Express einige Neuigkeiten einfallen lassen und wollen so die Fahrt durch die Kehrtunnels von Wassen, der Leventina und der Biascina zu einem Erlebnis wer-den lassen. Allerdings kommt diese süsse Pille wegen eines Zuschlags von 24 Franken pro Person doch recht bitter daher. Pro Bahn Schweiz wünscht tortzdem viel Erfolg.

Pro Bahn Schweiz bleibt dabei und fordert weiterhin, dass das gegenwärtig ungenügende Angebot auf der Gotthard-Panoramastrecke nicht scheibchenweise, sondern raschmöglichst und massiv verbessert wird.

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Erstellt: 8. Apr 2017 @ 19:50

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Enzo Cefaloni
Enzo Cefaloni
Gast
3 Jahre her

Der Mythos Gotthard lebt nicht auf, weil die SBB ein Larifariprodukt aus der Mottenkiste zaubern und den alltäglichen Verkehr auf der Bergstrecke dahinsiechen lassen mit unattraktiven Angeboten. Der Mythos Gotthard lebt erst dann wieder auf, wenn ein Bahnunternehmen dort Züge betreibt, das weiss, was es weshalb tut und den Mythos Gotthard nicht ‘aufleben’ lässt, sondern ihn lebt.

Federico Rossi
Federico Rossi
Gast
3 Jahre her

Die Aussage, auf der “Gotthard-Panoramasteecke” seien nur noch 400- 500 Personen am Tag unterwegs ist so grundfalsch. Dies ist eine Fehlinterpretation der Frequenzerfassungen der SBB, die von den Medien seit einigen Wochen kolportiert wird: dies ist eine Querschnittszählung auf dem frequenzschwächsten Abschnitt im Gotthard-Scheiteltunnel. Insgesamt nutzen natürlich um ein Vielfaches mehr Reisende die Strecke, nur steigen diese vorher aus oder erst nachher ein.