Umverkehr: Velotraum im Nachtzug

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Aktion von Umverkehr als Auftakt der Petition für mehr Veloplätze im Nightjet, am 12. Juni 2017 im Zürcher Hauptbahnhof. / Quelle: Umverkehr

Umverkehr lanciert anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Velos eine Petition und fordert mehr Velotransportplätze in Nachtzügen. Damit soll die Attraktivität des Nachtzuges erhöht werden. Der Nachtzug ist das ideale Verkehrsmittel für Veloferien und bietet eine umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug.

Die Sommerferien stehen bald vor der Tür. Viele Menschen würden gerne mit dem Nachtzug in den Urlaub fahren, wenn es denn Platz für ihr Velo hätte. Umverkehr lanciert eine an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gerichtete Petition mit der Forderung nach mehr Velotransportplätzen während der Sommerzeit sowie einem kundenfreundlicheren Buchungssystem. Derzeit gibt es nur 9 Veloplätze pro Zug während der Zeit vom 6. April bis zum 10. Oktober. Die ÖBB werden mit dieser Petition freundlich aufgefordert, ihr Angebot punktuell zu verbessern. Die ÖBB betreiben den „Nightjet“ Zürich – Berlin – Hamburg seit einem halben Jahr. Die fröhliche Aktion mit 25 AktivistInnen im Zürcher Hauptbahnhof dient als Auftakt für die Petition. In Berlin und Hamburg haben sich ebenfalls Menschen an der Aktion beteiligt.

Nachtzugreisen schonen das Klima
Nachtzüge bieten eine äusserst komfortable Alternative zum Flugverkehr bei mittleren Distanzen. Reisende kommen frühmorgens erholt mitten im Stadtzentrum europäischer Metropolen an und können die Ferien voll geniessen. Kann das Velo nicht im Nachtzug transportiert werden, wählen viele Reisende das Flugzeug. Dadurch erhöht sich die Klimabelastung um den Faktor fünf.

„In einer Zeit, in der CO2-Emissionen gesenkt werden sollen, braucht es attraktive Alternativen zum Flugverkehr“

, sagt Daniel Costantino, Kampagnenleiter bei Umverkehr.

Online Petition bringt Gewinn
Der Nachtzug eignet sich für Veloferien perfekt. Mit der Online-Petition will Umverkehr den ÖBB aufzeigen, dass sie mit mehr Velotransportplätzen ihre „Nightjets“ besser auslasten können. Die Verbesserung des Angebots spricht eine affine Kundengruppe an und die Stärken des Nachtzugs können in der Marktnische der Veloreisenden voll ausgeschöpft werden. Gewinner sind die Reisenden, die ÖBB und das Klima.

Gleiche Bedingungen für Zug- und Flugverkehr gefordert
Während der Flugbetrieb von Mehrwert- und Kerosinsteuern befreit ist, werden den Bahnbetreibern entsprechende Steuern belastet. Umverkehr fordert von der Politik gleiche Bedingungen für grenzüberschreitende Zug- und Flugverbindungen, damit Nachtzüge bald auch wieder nach Barcelona, Kopenhagen, Prag und Amsterdam fahren.

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Eduard J. Belser
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Eduard J. Belser

Die ÖBB wird ihre von der DB übernommenen Nachtzüge aufwerten müssen. Die Ergänzung der Züge mit Servicewagen mit grosser Kapazität für Velos und einer Ein-/Ausladehilfe bzw. Niederflutabteil für schwere und sperrige Velos, Kinderanhänger usw. wäre eine zeitgemässe, kundenorientierte Lösung. In diesem Wagen könnten auch Rollstuhlabteile eingerichtet werden. Am raschesten zu beschaffen wären solche Fahrzeuge vermutlich bei StadlerRail in Bussnang. Dort hat man die grösste Erfahrung mit solchen Sonderlösungen und verfügt auch über das Know-how im Bau von ganzen Nachtzügen mit Schlaf- und Speisewagen.