Schlussbericht über Kollision einer Rangierbewegung mit Zweiwegebagger vom 13. Juli 2017 in Samstagern

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Samstagern Grosser Sachschaden nach Bahnunfall_Kapo ZH_13 7 17
Der bei Samstagern verunfallte Bauzug der Firma Vanoli. / Quelle: Kapo ZH

Am 13. Juli 2017 um 04:55 Uhr traf die Meldung über die Kollision einer Rangierbewegung für den Baudienst mit einem Zweiwegebagger in Samstagern beim Untersuchungsdienst der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) ein. Es wurde eine Untersuchung eröffnet.

Am 13. Juli 2017 um 04:10 Uhr fuhr eine Rangierbewegung für den Baudienst, bestehend aus einer Lokomotive und drei beladenen Dienstwagen, ab dem Bahnhof Samstagern talwärts zu einer Gleisbaustelle. Bei der Baustelle wartete auf dem befahrenen Gleis ein Zweiwegebagger, mit dem nach dem Ablad das Material verteilt werden sollte. Die Rangierbewegung konnte nicht rechtzeitig zum Stillstand gebracht werden, kollidierte mit dem Zweiwegebagger und schob ihn über 150 m talwärts, wobei die Infrastruktur erheblich beschädigt wurde. Der Rangierleiter, ein auf einem Dienstwagen mitfahrender Maschinist sowie der Baggerführer sprangen noch während der Fahrt von den Fahrzeugen ab. Dabei verletzte sich eine Person. Der Lokführer blieb bis zum Stillstand der Fahrzeuge vor der Haltestelle Grüenfeld in der Lokomotive.

Für die Untersuchung standen zur Verfügung:

  • Bestandsaufnahme auf der Unfallstelle, Fotos;
  • Metallurgische Untersuchung;
  • Bremskraftmessung;
  • Messung des Fahrzeuggewichts;
  • Versuchsfahrten;
  • Meteorologische Daten;
  • Fahrdaten der Rangierbewegung;
  • Technische Unterlagen, Gleispläne;
  • Befragungen der Beteiligten und Betroffenen.

Ursache

Die Kollision zwischen einer Rangierbewegung für den Baudienst und einem Zweiwegebagger vom 13. Juli 2017 auf einem Streckenabschnitt bei Samstagern mit Gefälle von 50 ‰ ist darauf zurückzuführen, dass die Konstruktion der nachgerüsteten Feststellbremse die Funktion der Luftbremsen der MFS-Wagen soweit behinderte, dass sie nicht funktionstüchtig waren. Zum Unfall hat beigetragen, dass die geltenden Vorschriften bezüglich der Überprüfung der Bremsen die möglichen betrieblichen Verhältnisse bei Rangierfahrten auf gesperrten Gleisen nicht umfassend berücksichtigen.

Sicherheitsempfehlungen und Sicherheitshinweise

Mit dem Schlussbericht werden eine Sicherheitsempfehlung und ein Sicherheitshinweis ausgesprochen.

Beteiligte Unternehmen:

  • Eisenbahnverkehrsunternehmen: Schweizerische Südostbahn AG (SOB), Herisau
  • Infrastrukturbetreiberin: Schweizerische Südostbahn AG, Herisau
  • Weitere Unternehmen:
    • Carlo Vanoli AG (CVT), Samstagern
    • Josef Meyer Rail AG (JMR), Rheinfelden

Beteiligte Fahrzeuge Lokomotive:

  • Am 847 909-9 CVT
  • Dienstwagen mit Beladestation CVT
  • Zwei Dienstwagen MFS1 38 CVT
  • Zweiwegebagger Liebherr A 922 Rail CVT

Info

Erstellt: 13. Jul 2017 @ 11:24

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