Fahrplan 2018 der Eisenbahnen: Nutzungswünsche erfolgreich koordiniert

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Über 20 Bahnunternehmen haben für den Jahresfahrplan 2018 Trassen bestellt. Ihre Anträge wurden in den letzten vier Monaten aufeinander abgestimmt und an die Möglichkeiten der Infrastruktur angepasst. Mit der Zuteilung der Trassen wurde diese intensive Koordinationsphase erfolgreich abgeschlossen.

Am 10. Dezember 2017 ist Fahrplanwechsel. Acht Monate vorher, am 10. April teilten insgesamt 21 Personen- und Güterverkehrsbahnen und zwei bestellberechtigte Dritte Trasse Schweiz mit, welche Züge sie im Fahrplanjahr 2018 auf den Netzen der SBB, der BLS und der Südostbahn fahren möchten. Sie reichten rund 15’200 Trassenanträge ein. Eine Trasse ist, ähnlich einem Slot in der Luftfahrt, die Berechtigung, eine bestimmte Strecke des Bahnnetzes zu definierten Zeiten mit einem spezifischen Zug zu befahren.

Erfolgreiche Lösung der Trassenbestellkonflikte
Diese Trassenbestellungen lösten 310 Konflikte aus, bei welchen sich jeweils zwei oder mehrere Anträge gegenseitig ausschlossen. Trotz der hohen Auslastung des Schweizer Bahnnetzes konnten Trasse Schweiz zusammen mit den Fahrplanplanern und Trassenbestellern für alle Konflikte Alternativen finden, sodass alle geplanten Züge im nächsten Fahrplanjahr fahren können. Am 21. August teilte man die Trassen definitiv zu. Für einzelne internationale Güterzüge ist die Abstimmung der Grenz-Übergabezeiten mit dem ausländischen Infrastrukturbetreiber noch hängig, ebenso die definitive Lösungsvereinbarung für einzelne konfliktbehaftete Rangierleistungen.

Die erstmalig angewendete Prioritätenordnung gemäss Netznutzungsplan hat sich bewährt
Die Trassenzuteilung erfolgte erstmals gemäss der Prioritätenvorgabe des Netznutzungsplans. Dieses Instrument teilt die Trassenkapazität auf die Verkehrsarten auf, indem es je Strecke ein vom BAV genehmigtes und bei der Trassenvergabe zu berücksichtigendes Mindestangebot an Trassen für den Güter- und den Personenverkehr vorgibt. Darüberhinausgehende Trassenanmeldungen werden im Rahmen der Restkapazitäten bestmöglich umgesetzt.

Das Instrument hat sich bewährt. In der Umsetzung traten keine grösseren Probleme auf. Ein Optimierungsbedarf besteht noch im Umgang mit Kapazitätseinschränkungen durch Baustellen.

Nicht auf den Trassenvergabeprozess abgestimmte Erneuerung der Fernverkehrskonzessionen
Die heutige Fernverkehrskonzession läuft grösstenteils per Fahrplanwechsel im Dezember 2017 aus. Am Fernverkehr interessierte Bahnunternehmen können bis anfangs September 2017 beim BAV eine Offerte einreichen. Dies entspricht den Rechtsvorgaben, ist aber nicht auf den Trassenvergabeprozess abgestimmt. Für einzelne Fernverkehrsstrecken erhielten wir von zwei Bahnunternehmen Trassenanträge. Da jeweils nur ein Antrag berücksichtigt werden kann, der Konzessionär jedoch erst Ende November bekannt sein wird, einigten sich die beiden EVU darauf, dass eines seine Trassenbestellungen annulliert. Sollte der verbleibende Trassenbesteller die Konzession für diese Strecken nicht erhalten, wird er die Trassen abbestellen, sodass sie für das andere EVU mit Konzession zur Verfügung stehen.

Wir danken allen beteiligten EVU und den Infrastrukturbetreibern für die konstruktive, lösungsorientierte Zusammenarbeit.

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