Wechsel an der Spitze des Gotthard-Komitees: Carmen Walker Späh übernimmt Vorsitz von Dr. Hans-Peter Wessels

Gotthard-Komitee tagte in Aarau.

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An der in Aarau durchgeführten Generalversammlung hat das Gotthard-Komitee die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh zur neuen Präsidentin gewählt. An der Versammlung wurden zudem die Haltung des Gotthard-Komitees zur strategischen Kooperation der SBB und der Schweizerischen Südostbahn sowie der Ausbauschritt 2030/35 diskutiert.

Der Baselstädter Regierungsrat Dr. Hans-Peter Wessels, der das Amt als Präsident des Gotthard-Komitees im Juni 2011 übernommen hatte, ist seit September 2016 Präsident der Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV). Um eine Ämterkumulation zu vermeiden, gibt er das Präsidium des Gotthard Komitees ab, worauf Regierungsrätin Carmen Walker Späh, Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich, sich für das Amt zur Verfügung gestellt hat. An der Generalversammlung des Gotthard-Komitees, die einem Rotationsprinzip folgend in Aarau stattfand, wurde sie einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt.

Carmen Walker Späh ist in Uri geboren und aufgewachsen. Die Juristin war während 13 Jahren im Zürcher Kantonsrat, unter anderem als Mitglied der kantonsrätlichen Kommission für Planung und Bau (KPB). Seit 2015 ist sie Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin des Kantons Zürich und in dieser Funktion unter anderem im Verwaltungsrat der Flughafen Zürich AG.

SOB/SBB – Einigung am Gotthard
Erfreut nimmt das Gotthard-Komitee zur Kenntnis, dass die SBB und die Schweizerische Südostbahn SOB eine Vereinbarung zur Strategischen Kooperation unterschrieben haben. Darin wird die Wiederaufnahme von durchgehenden Zügen auf der Achse Basel/Zürich – Gotthard-Panoramastrecke Locarno/Lugano vorgesehen. Mit Interesse wird das Gotthard Komitee die Weiterentwicklung der Konzessionsvergabe beobachten.

Ausbauschritt 2030/35 – Ausbau der Zufahrtsstrecken
Zudem hat das Gotthard-Komitee an seiner Generalversammlung eine erste Diskussion zum kommenden Prozess zu den Ausbauschritten im Strategischen Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur (STEP 2030/35)geführt. Insbesondere wurden die Forderungen nach dem Ausbau der Zufahrtsstrecken zu den Basistunnels am Gotthard und am Ceneri bekräftigt. Dazu gehört die Forderung nach einem entsprechenden Angebot sowie den dafür notwendigen Ausbauten, die für die Mitgliederkantone von zentraler Bedeutung sind. Eine gemeinsame Erklärung soll bei der Vernehmlassung der Vorlage STEP 2030/35 veröffentlicht werden.

Gastreferat zum Thema Durchgangsbahnhof Luzern
Der Schweizer Bahnexperte Dipl. Ing. Werner Stohler stellte in seinem Gastreferat ein Konzept für einen Ausbau der Zufahrtsstrecken sowohl im Norden als auch im Süden vor. Damit könnten seines Erachtens die in den Abstimmungsvorlagen von 1992 und 1998 versprochenen Ziele der NEAT mit dem Einbinden des Tessins ins Konzept Bahn 2000 im Rahmen der kommenden STEP 2030/2035-Vorlage erreicht werden.

Er identifiziert das grösste bisher noch nicht ausgeschöpfte Potenzial in einer Beschleunigung der traditionellen Strecke von Basel über Luzern Richtung Süden. Voraussetzung hierfür wäre unter anderem eine neue Durchmesserlinie mit dem Durchgangsbahnhof in Luzern, ergänzt durch weitere Ausbauten und betriebliche Massnahmen. Gemäss dem Referenten wären so Kapazitätsausbauten sowie Zeitgewinne von 20 Minuten bis gar 1 Stunde für Reisende aus den übrigen Landesteilen ins Tessin und umgekehrt möglich.

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