Das Streckennetz der Rhätische Bahn (RhB) umfasst knapp 400 Kilometer und wurde bereits vor rund 30 Jahren mit Automatisierungs- und Energietechnik von Siemens ausgestattet. Um die Bedienung der Systeme komfortabler zu gestalten und mehr Daten zum Zustand des Netzes zu erhalten, wird nun die vorhandene Technik durch eine moderne und integrierte Siemens-Lösung ersetzt. Als Pilotanlage wurde am Bahnhof Landquart die erste von 14 Stationen umgebaut.

Das Gebirgsklima, in dem die Züge des Eisenbahnverkehrs- und -infrastrukturunternehmen Rhätische Bahn (RhB) fahren, ist rau und anspruchsvoll. Die hier eingesetzte Technik muss widerstandsfähig sein und zugleich zuverlässig arbeiten. Daher kommt auf dem fast 400 Kilometer langen Streckennetz der RhB schon seit mehr als 30 Jahren Automatisierungstechnik von Siemens zum Einsatz, mit der das Energienetz lückenlos überwacht wird. Obwohl die Technik nach wie vor einwandfrei funktioniert, entschied man sich bei der RhB, die Systeme komfortabler und zeitgemässer zu gestalten. Zudem sollten detaillierte Daten zum Zustand des Netzes zugänglicher und die Fernwartung möglich werden. Als Pilotprojekt wurde im April 2016 der Bahnhof Landquart als erste von insgesamt 14 Stationen mit einer neuen, integrierten Lösung von Siemens ausgestattet.

Verbesserte Performance
Die vorhandene Technologe auf Basis der Simatic S5 wurde auf Simatic S7-315-F PN/DP migriert. Zudem ergänzen Siprotec Systeme die bisherige Schutztechnik. Ein im TIA (Totally Integrated Automation) Portal engineertes 19 Zoll Comfort Panel Simatic HMI (Human Machine Interface) TP1900 mit Touchscreen ersetzt das Blindschaltbild. Mit der neuen Technik wurde die Bedienung des gesamten Systems deutlich verbessert.

„Wir haben unter anderem die Mosaiktafeln in den Unterstationen durch Panels mit Touchbedienung ersetzt. Das erleichtert die Arbeit unserer Bereitschaftsteams vor Ort deutlich“

, so Ursin Gabriel, Mitarbeiter im Engineering der Infrastrukturabteilung und einer der Projektverantwortlichen bei der RhB.

Und Jakob Jegen, der seit mittlerweile 26 Jahren in der Wartung der Bahnstromversorgung tätig ist, ergänzt:

„Das neue Panel ist viel übersichtlicher als die alten Bedientafeln. Noch dazu haben wir jetzt mehr und genauere Messwerte und Daten von der Strecke, sodass wir den Fehler besser eingrenzen und lokalisieren können.“

Gerade in den Wintermonaten kann es durch Schneebruch oder starken Wind zu Schäden an den Leitungen kommen. Diese Störungen müssen schnell und zuverlässig an die Leitstelle gelangen, damit sich dann ein Mitarbeiter der Bereitschaft per Remoteverbindung über das Fernwartungssystem auf das Überwachungssystem aufschalten kann.

„Nach der Modernisierung ist das gesamte System performanter geworden. So können wir die Störung schneller finden und an die Wartung melden“

, erklärt Jegen.

„Vorher mussten wir sämtliche Meldungen und Störungen auf Papier protokollieren – das war zeitaufwändig. Jetzt werden alle Daten automatisch erfasst und protokolliert, was uns die Arbeit sehr erleichtert.“

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