Wie und womit bewegen wir uns in Zukunft durch die Stadt? Am ersten „Hallengespräch“ am 263. September 2017 erörterten lokale und internationale Expertinnen und Experten Mobilitätsfragen am Beispiel der Neugasse und diskutierten konkrete Ansätze für das geplante Areal.

„Es ist enorm wichtig, die Hierarchien des Raumes zu verstehen und das Projekt im gesamten Mobilitätskontext zu betrachten“

, erklärte die Architektin und Stadtplanerin Anna Rose.

„Die Struktur eines Stadtteils beeinflusst nicht nur dessen Verkehr und den Wert seines Bodens. Sie hat auch einen massgeblichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bevölkerung, deren Gesundheit, auf den Energieverbrauch und sogar auf die Kriminalitätsrate.“

Anna Rose spricht von dem 30’000 Quadratmeter grossen Areal, auf dem die Neugasse Zürich mitten im Kreis 5 entstehen soll. An vier Workshops erarbeiteten Interessierte aus der Bevölkerung gemeinsam mit Planern und Experten ein städtebauliches Entwicklungskonzept. Vor dem letzten Workshop im November schärfte ein Expertenteam am 26. September 2017 die aktuellen Planungsansätze für das Areal mit dem Fokus auf Mobilitätsansprüche.

Öffentliches „Hallengespräch“
Im Anschluss an ihre Sitzung führten die Expertinnen und Experten die Debatte am ersten „Hallengespräch“ fort. Den thematischen Grundstein legte die in London tätige Architektin und Stadtplanerin Anna Rose mit einem Referat zum Thema „Raum und Mobilität“. Ausserdem beteiligten sich der Architekt Uli Hellweg, die Verkehrsplaner Willi Hüsler und Christoph Suter sowie die Planer des Neugasse-Teams an der Podiumsdiskussion. Im Anschluss beantworteten die Expertinnen und Experten Fragen aus dem Publikum. Das nächste öffentliche Hallengespräch findet am 28. September 2017 zum Thema „Raum und Gesellschaft“ statt.

Darüber wurde gesprochen:

Quartier der kurzen Wege
Das Areal Neugasse soll innerhalb von kurzen Distanzen alles bieten, was Stadtbewohner im Alltag brauchen: Wohnungen, Arbeit, Läden, Restaurants und eine Schule. Auf diese Weise lassen sich das Verkehrsaufkommen und auch der Energieverbrauch reduzieren. Mit dem geplanten Viaduktplatz entstünde nahe der Josefwiese ausserdem ein neuer Treffpunkt, der durch eine neue Erschliessung am Gleisufer vom Bahnhof Hardbrücke mit dem Quartier vernetzt würde. Mit seinen vielseitigen Angeboten und seiner Infrastruktur soll das Areal Neugasse zu einem lebenswerten Stadtteil von Zürich beitragen.

Zentral und gut angebunden
Damit sich das Areal an den Gleisen gut in das bestehende Quartier einfügt, müssen neue Strassen und Wege entstehen. Dafür sind nicht nur attraktive Verbindungen für den Velo- und Fussverkehr, sondern auch ein direkterer Zugang zum Bahnhof Hardbrücke wichtig.

„Entlang der Limmat gab es schon immer eine Verkehrsachse – der geplante Gleisuferweg könnte seine neue, stolze und belebte Parallele bilden und gleichzeitig den Zugang zum Bahnhof Hardbrücke sicherstellen“

, sagte Anna Rose.

Eine zusätzliche Buslinie könnte das Areal durchqueren und die Linie 32 entlasten.

Stadtplaner Uli Hellweg plädierte dafür, sich genau zu überlegen, ob eine neue Bushaltestelle Mitte der Zwanziger Jahre, wenn die Neugasse realisiert sein wird, noch die richtige Ergänzung sei. Womöglich würden selbstfahrende Shuttles mehr Sinn machen. Die Digitalisierung werde auf die Mobilität einen grossen Einfluss haben.

Autoarmes Wohnen
Durch das Konzept des „autoarmen Wohnens“ entstünden auf dem Areal nur wenige Parkplätze. Der Grossteil davon in einer oder zwei Tiefgaragen, deren Zufahrten am Rand des Areals liegen würden, so dass das Areal mehrheitlich Fussgängern und Velofahrern vorbehalten bliebe. Für Velos und E-Bikes sind hingegen viele Parkplätze geplant. Zudem sind auf dem Areal Sharing-Konzepte vorgesehen.

„Da in der Neugasse die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft der Stadt Zürich in die Tat umgesetzt werden sollen, möchte die SBB den Bewohnerinnen und Bewohnern des neuen Quartiers ermöglichen, schonend mit den Ressourcen umzugehen und möglichst viel gemeinsam zu nutzen“

, so Barbara Zeleny, Projektleiterin bei der SBB.

Areal Neugasse
Das Areal Neugasse soll auf 30’000 Quadratmetern mitten im Kreis 5 entstehen und Angebote für Wohnen und Arbeiten sowie neue öffentliche Räume schaffen. Das städtebauliche Entwicklungskonzept für das Areal wurde in einem partizipativen Planungsprozess gemeinsam mit Planenden, Expertinnen und Experten und der Bevölkerung in bisher vier Workshops erarbeitet. Am fünften Workshop vom 27. November 2017 wird das Konzept vorgestellt und mit der Bevölkerung diskutiert.
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