Eigerplatz in Bern im August 2017 feierlich eröffnet

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Eröffnung Eigerplatz Bern am 14. August 2017: Hans-Peter Wyss, Stadtingenieur; René Schmied, Direktor Bernmobil; Barbara Egger, Regierungsrätin; Ursula Wyss, Gemeinderätin und Daniel Imthurn, Kopräsident Quartierkommission QM3 [v.l.n.r.]. / Quelle: Alexander Egger

Rund 16 Monate nach dem offiziellen Spatenstich ist der neu gestaltete Eigerplatz in Bern am 14. August 2017 dem Verkehr übergeben worden. Vertreterinnen und Vertreter von Kanton, Stadt, Bernmobil und Quartier zeigten sich an der offiziellen Inbetriebnahme erfreut, dass sowohl die Termine als auch die Kosten eingehalten werden konnten, eine attraktive Gesamtverkehrslösung entstanden ist – und der Stadtteil 3 endlich einen angemessenen Begegnungsort bekommen hat.

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Projekt neuer Eigerplatz (Visualisierung). / Quelle: Stadt Bern

Am Morgen, um 5:33 Uhr, fuhr das erste Tram fahrplanmässig über den neugestalteten und sanierten Eigerplatz.

„Es war ein sehr enger Zeitplan“

, sagte Stadtingenieur Hans-Peter Wyss anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme vor den Medien.

Trotz allerlei Widrigkeiten während der Bauarbeiten – im Frühsommer 2016 regnete es während Wochen, im Winter war es zeitweise extrem kalt, im Juni 2017 drückte tagelang die Hitze – konnte der Bauplan eingehalten werden.

„Das war nur dank des enormen Engagements aller Beteiligten möglich“

, sagte Stadtingenieur und dankte explizit den Bauarbeitern für ihren Einsatz.

Zeitweise waren mehr als 100 Leute auf der Baustelle tätig, oft im Zweischichtenbetrieb, nicht selten auch am Samstag. Aufgrund des starken Regens im Juni 2016 musste die ursprünglich auf acht Wochen angelegte Intensivbauphase im Sommer 2016 verlängert werden; zudem machte die schlechte Witterung bei einem anderen Projekt im Umfeld der Eigerplatzsanierung, beim Ersatz des Sulgenbachkanals, zusätzliche Sicherheitsmassnahmen notwendig.

Die Geduld der Betroffenen
Ausdauer brauchten während der Bauzeit auch die Anwohnerinnen und Anwohner. Sie wurden zwar regelmässig und detailliert über den Bauverlauf und die damit verbundenen Einschränkungen informiert – es wurden insgesamt drei Informationsveranstaltungen durchgeführt, in 30 Verteilaktionen rund 55’000 Flyer gestreut, an 36 Standorten Plakate und Blachen aufgehängt –, am Lärm und Staub und an den zahlreichen Verkehrsumleitungen änderte aber auch die offensive Kommunikation der Bauherrschaft (Stadt Bern, Bernmobil, Energie Wasser Bern) nichts. Gemeinderätin Ursula Wyss dankte deshalb der Bevölkerung sehr herzlich für deren Geduld.

„Die Belastung für die Wohnbevölkerung, das Gewerbe und das gesamte Quartier war sehr gross. Es hat sich aber gelohnt: Der Eigerplatz ist für die rund 30’000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Stadtteils 3 zu einem Ort der Begegnung geworden – und wir sind unserem Ziel nach mehr attraktiven Plätzen für Bern einen Schritt näher gekommen.“

„Ja, jetzt haben wir endlich einen Quartierplatz“

, freute sich auch Daniel Imthurn, Kopräsident der Quartierorganisation QM3.

Die Verkehrsachsen zu beruhigen und dem Verkehr „eine Ecke abzutrotzen“, sei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Mattenhofquartiers sehr wichtig – und das sei mit dem Projekt gelungen.

Mehr Sicherheit für den Langsamverkehr
Auch die kantonale Verkehrsdirektorin ist mit dem Resultat zufrieden:

„Es handelt sich um eine beispielhafte Sanierung einer Verkehrsdrehscheibe. Der neue Eigerplatz ist eine attraktive Gesamtverkehrslösung“

, sagte Regierungsrätin Barbara Egger, Vorsteherin der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, an der offiziellen Inbetriebnahme.

Konkret wurde im Rahmen der Bauarbeiten zur Neugestaltung und Sanierung des Eigerplatzes die einst unübersichtliche, lichtsignalgesteuerte Kreuzung durch einen Kreisel (mit Vortrittsrecht für Trams und Busse) ersetzt, auf dem Platz gilt neu Tempo 30, der öffentliche und der motorisierte Individualverkehr wurden entflochten und Querungen für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für Velofahrerinnen und Velofahrer sicherer gemacht. Zudem wurden Gleise ersetzt sowie die Haltestellen der Tramlinie 3 und der Buslinie 10 zusammengelegt – was Bernmobil-Direktor René Schmied freut:

„Die neue Haltestelle ist behindertengerecht und zentral am Eigerplatz gelegen. Für unsere Fahrgäste ist dies eine deutliche Komfortsteigerung.“

Neu endet die Buslinie 28 nicht mehr am Eigerplatz, sondern fährt weiter bis zum Bahnhof Weissenbühl. Damit erhalten Fahrgäste der S-Bahn aus dem Gürbetal eine schnelle Verbindung zu den Arbeitsplätzen in den Quartieren Mattenhof und Monbijou.

Eröffnungsfest im September
Offiziell wurde der neugestaltete und sanierte Platz am 10. September der Bevölkerung übergeben. Das grosse Eröffnungsfest fand im Rahmen des „autofreien Sonntags“ im Mattenhofquartier statt.

Auch finanziell auf Kurs
Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von gut 73 Prozent stimmte die Stadt Bern im November 2015 der Neugestaltung und Sanierung des Eigerplatzes zu. Das Ja war nicht bloss ein Ja zu neuen Gleisanlagen, sondern auch zu einem schlankeren Verkehrsregime, mehr Platz für den Fuss- und Veloverkehr, einer Aufwertung der Grünanlagen und zur Sanierung der Werkleitungen. Die Gesamtkosten von knapp 48 Mio. Franken dürften gemäss Stadtingenieur Hans-Peter Wyss eingehalten werden können. Die Stadt Bern trägt 25,3 Mio. Franken, Bernmobil 17,4 Mio. Franken und Energie Wasser Bern 4,8 Mio. Franken. Telekommunikationsfirmen steuern 400’000 Franken bei.

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