Zimo ist nicht pleite

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Offiziell ja, in Wirklichkeit nicht. Aufgrund eines versehentlich entstandenen Rückstandes bei der Wiener Gebietskrankenkasse, hat diese einen Konkursantrag gegen Zimo gestellt, obwohl der betreffende Betrag zu dieser Zeit schon beglichen war. Unter „normalen“ Geschäftspartnern bewirkt eine Zahlung den Stopp aller Massnahmen zur Eintreibung, bei der Krankenkasse offensichtlich nicht – was aus diesem Vorfall zu lernen ist. Es war also ein Formalfehler.

Zimo hat 2016 und 2017 die besten Geschäftsjahre aller Zeiten (in Bezug auf Umsatz und Gewinn) und auch die Fremdkapitalquote auf den kleinsten Wert seit mindestens 10 Jahren zurückgefahren.

Die Zimo Elektronik GmbH wird seit 9. November 2017 unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters fortgeführt, der Betrieb läuft in allen Bereichen vollumfänglich weiter. Auch das Jahr 2017 hat ein zweistelliges Wachstum gebracht, das genau der bereits zur Jahresmitte prognostizierten Geschäftsentwicklung entsprach. Es ergeben sich fast keine Behinderungen für Kunden und Lieferanten.

„Wir bitten Sie, uns Ihr Vertrauen weiterhin zu schenken, wir sind bemüht, die Angelegenheit so schnell wie möglich zu klären.“

Am 9. Januar 2018 hat eine „Tagsatzung“ (= Gerichtstermin) im Zusammenhang mit dem beabsichtigten „Sanierungsplan“ stattgefunden. Dabei hat das Gericht auf Grund der guten Geschäftsentwicklung die Fortführung des Unternehmens auf unbestimmte Zeit beschlossen. Das letzte Wort haben die Gläubiger*; zwecks Befragung derselben und Feststellung der erforderlichen Mehrheiten muss ein vorgeschriebener Fristenlauf eingehalten werden, der bis Ende Januar dauern dürfte. Zimo bietet im Sanierungsplan eine „100% Quote“ an (daher Zimo wird sämtliche Forderungen, soweit berechtigt, vollständig erfüllen); daher wird dieses letzte Wort der Gläubiger wohl positiv ausfallen und die Aufhebung der Insolvenzverwaltung einleiten. Aus jetziger Sicht wird die Phase der Insolvenzverwaltung spätestens im Februar oder März 2018 beendet sein. Produktion und Auslieferung sind weiterhin sichergestellt.

In der Modellbahn-Branche sind ja Pleiten fast der normale Verlauf im Firmenleben. Und wenn man schon keine echte Zahlungsunfähigkeit zustande bringt, dann gelingt es auf andere Art – Zimo ist eben immer etwas anders und bleibt es.

Info
  • * Die „Gläubiger“ wurden zu Gläubigern im Sinne des Insolvenzrechts gemacht, indem ein einziger Gläubiger (die Krankenkasse) durch Stellen eines Insolvenzantrages und Zurückweisen von eingehenden Zahlungen erwirkt hat, dass die reguläre Begleichung von Lieferantenrechnungen als „Gläubigerbevorzugung“ anzusehen wäre, strafrechtlich verfolgt würde und deswegen nicht erfolgen konnte.

Erstellt: 12. Nov 2017 @ 09:07

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