Der Nightjet der ÖBB ab Zürich nach Berlin und Hamburg wird mit dem Fahrplanwechsel vom kommenden Sonntag geteilt, um Hannover zu erschliessen und eine attraktivere Ankunftszeit am Zielort zu ermöglichen. Alle bisherigen Veloplätze stehen neu für Reisende nach Hamburg zur Verfügung. Ende 2018 soll die Anzahl Veloplätze insgesamt erhöht werden.

Aus logistischen Gründen werden ab dem Fahrplanwechsel sämtliche Velotransportplätze nach Hamburg fahren. Die ÖBB reagieren damit unter anderem auf eine Petition von Umverkehr, die mehr Veloplätze im Nachtzug forderte und im Sommer überreicht wurde. Im Dezember 2018 kommen noch mehr Transportplätze für Velos dazu. Der Ausbau verzögert sich, weil die ÖBB erst bestehende Sitzplatzwagen zu Multifunktionswagen umbauen müssen. Diese sollen Platz für Familien, Veloreisende und Personen mit eingeschränkter Mobilität bieten. Bis es soweit ist, können Velos lediglich in der Velotasche nach Berlin transportiert werden.

Auch bezüglich kundenfreundlichem Buchungssystem müssen sich Velo-Reisende weiter gedulden. Dieses wird gemäss ÖBB in den nächsten Jahren überarbeitet und die Reservation von Veloplätzen verbessert.

Nachtzugstrecken ab der Schweiz sind rentabel
Die Bilanz nach einem Jahr Nachtzugbetrieb ab Zürich ist trotz des Streckenunterbruchs in Rastatt positiv. Die Züge ab der Schweiz sind gut ausgebucht und übertreffen die Erwartungen der ÖBB. Die Nachtzuglinien konnten gewinnbringend betrieben werden. In der Gesamtbilanz der ÖBB hat sich der Anteil der Nachtzüge am Gesamtumsatz auf 20% erhöht. Dieser Trend lässt erwarten, dass die Nachtzuglinien auch längerfristig erhalten bleiben. Im Gegensatz zu den ÖBB hat die DB von einem unrentablen Zweig gesprochen und den City Night Line per 11.12.2016 eingestellt.

Attraktivere Ankunftszeiten in Hamburg und Berlin
Ab dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember wird der Nachtzug nach Hamburg und Berlin neu geteilt, damit Reisende zu attraktiven Zeiten in den beiden Städten ankommen. Neu kommt der Zug um 7:54 statt 6:06 in Berlin Hbf und 7:51 statt 8:31 in Hamburg Hbf an.

Die Teilung ermöglicht zusätzlich die Erschliessung der Städte Hannover (Zug nach Hamburg) und Magdeburg (Zug nach Berlin).

Zug statt Flug gegen Klimaerwärmung
Mit dem Klimaabkommen von Paris soll die globale Temperatur deutlich unter 2°C und möglichst bei 1.5°C stabilisiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen müssen die Emissionen von Treibhausgasen weltweit drastisch reduziert werden – und zwar schnell. Es ist deshalb völlig unverständlich und absolut inkonsequent, dass der internationale Flugverkehr weiterhin durch die Befreiung von Kerosin- und Mehrwertsteuer mit Milliardenbeträgen subventioniert wird. Die Politik muss endlich erkennen, dass Nachtzüge für mittlere Distanzen eine äusserst komfortable Alternative zum Flugverkehr bieten und entsprechende Rahmenbedingungen setzen. Eine Besteuerung des Flugverkehrs führt zu gleichlangen Spiessen und stellt die Weichen in Richtung Nachtzüge. Dadurch werden auch Destinationen wie Barcelona, Kopenhagen oder Amsterdam bald wieder schlafend auf der Schiene erreicht.

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Erstellt: 7. Dez 2017 @ 14:55

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Eduard J. Belser
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Eduard J. Belser

Offensichtlich kann die ÖBB das DB-Märchen von den unrentablen Nachtzügen widerlegen. Ich fliege aus Umweltschutz- und Komfortgründen nicht. Fliegen bietet im Gegensatz zum Bahnfahren auch kein Reiseerlebnis. Ich hab früher oft und gern die Nachtzüge genutzt. Mit den schneller gewordenen Tagesverbindungen benutze ich eher diese. Aber für Veloferien in Dänemark warte ich sehnlichst auf das Wiedereinführen der Nachtverbindung von Basel nach Kopenhagen mit guten Velotransportmöglichkeiten. Es liegt dann an uns VelofaherrInnen für eine gute Auslastung der Veloplätze zu sorgen. Die Wettbewerbsverzerrung zugunsten der umweltbelastenden Fliegerei ist auch in der Schweiz ein Missstand, der behoben werden sollte. Die Schweizer Regierung hätte… Mehr lesen »