Kistler baut Rail Technology aus

Neuer Geschäftsbereich richtet sich an Wartungsbetriebe und Fahrzeughersteller für den Schienenverkehr.

0
323

Der Weltmarktführer für dynamische Messtechnik Kistler gründet den Geschäftsbereich Rail Technology und positioniert sich mit einem neuen Bremskraft-Messsystem, das Schienenfahrzeugherstellern und besonders Wartungsbetrieben (ECMs) gestattet, von der periodischen zur zustandsbasierten Instandhaltung überzugehen. Dies erhöht die Sicherheit, spart Kosten und verbessert die Fahrzeugverfügbarkeit.

Gerade im Nahverkehrsbereich (Metro, Strassenbahn) mit häufigem Stop-and-go und festgelegten Haltepositionen, aber auch im Fernverkehr spielen Bremssysteme von Schienenfahrzeugen eine kritische Rolle für die Verkehrssicherheit und den Komfort der Passagiere. Im Güterverkehr kommt es dagegen aufgrund der variablen Beladung vor allem darauf an, Bremswege korrekt zu berechnen – Basis hierfür ist eine präzise Bestimmung des verfügbaren Bremsvermögens, das entscheidend von der (noch) vorhandenen Bremskraft abhängt.

Präzise Kennwerte zum Zustand des Bremssystems
Wie gerufen kommt da eine weitere messtechnische Innovation aus dem Hause Kistler: Der vor etwa einem Jahr auf den Weg gebrachte Geschäftsbereich Rail Technology des Schweizer Sensorik-Spezialisten präsentiert mit dem Bremskraft-Messsystem eine mobile Komplettlösung im praktischen Werkzeugkoffer. Das flexibel konfigurierbare System ist einsetzbar bei einem Grossteil aller Arten von Schienenfahrzeugen, die mit Klotz- oder Scheibenbremsen ausgestattet sind; es liefert zuverlässig Kennwerte wie Aufbauverzögerung, Aufbauzeit, Endkraft, Lösezeit etc.

Die Sensoren werden anstelle des Bremsklotzes bzw. der Bremsbeläge eingebaut und erlauben so eine direkte und präzise Messung der entsprechenden Parameter. Durch die Bestimmung der Bremskraft in Abhängigkeit vom Bremsdruck lässt sich mit der speziellen Analysesoftware von Kistler die Hysteresekurve errechnen, die konkrete Rückschlüsse auf den bisherigen und zukünftigen Verschleiss erlaubt. Alle bremsspezifischen Kennwerte werden sowohl numerisch als auch grafisch aufbereitet, analysiert und dokumentiert.

Vorteile piezoelektrischer Sensorik: langlebig und robust
Das Bremskraft-Messsystem kann mit bis zu acht Kraftsensoren sowie optional weiteren Druck- und Triggersensoren ausgestattet werden. Die piezoelektrischen Kraftsensoren basieren auf Kistlers jahrzehntelanger Erfahrung in diesem Feld: Sie sind mechanisch besonders robust aufgebaut, UIC-konform und ab Werk vorkalibriert. Die erzeugten linearen und absoluten Ladungssignale sind dank der hochohmigen Verstärkereingänge unempfindlich gegen elektromagnetische Störfelder. Besonderes Augenmerk wurde ausserdem auf die konsequente Trennung von Schienen- und Werkstattmasse gelegt, um schädliche Ausgleichsströme zu vermeiden.

Alle Komponenten – Sensorik, Signalaufbereitung, Datenerfassung und anwendungsspezifische Software – finden Platz im kompakten, mit Rollen ausgestatteten Koffer, der zusätzlich über eine Batterieversorgung für den mobilen Einsatz des Messsystems verfügt. Die Bremskraft-Messelemente sind kompatibel mit verschiedenen Raddurchmessern und decken unterschiedliche Kraftbereiche bis 60 kN ab.

Von der reglementierten zur vorausschauenden Wartung
Das neue Bremskraft-Messsystem von Kistler bietet Schienenfahrzeugherstellern und Wartungsbetrieben (ECMs) die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit von Rail-Bremssystemen zu überwachen und zusätzlich Kosten bei der Instandhaltung zu sparen. Insbesondere ECMs erhalten damit die Chance, sich von Reglementierungen seitens der Bremsenhersteller zu emanzipieren und nach und nach – auf Basis der gesammelten Daten – die Kompetenz für Predictive Maintenance aufzubauen. Durch die mögliche Reduzierung der aufwändigen dynamischen Bremsproben werden Kosten gespart, was den Investitionsaufwand für das Messsystem rechtfertigt.

Das neue Bremskraft-Messsystem ist ab Januar 2018 verfügbar und wird auf der Inno Trans 2018 (18. bis 21. September in Berlin) präsentiert.

Über die Kistler Gruppe
Kistler ist Weltmarktführer für dynamische Messtechnik zur Erfassung von Druck, Kraft, Drehmoment und Beschleunigung. Spitzentechnologien bilden die Basis der modularen Lösungen von Kistler.

Als erfahrener Entwicklungspartner ermöglicht Kistler seinen Kunden in Industrie und Wissenschaft, Produkte und Prozesse zu optimieren und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Das inhabergeführte Schweizer Unternehmen prägt durch seine einzigartige Sensortechnologie zukünftige Innovationen in der Automobilentwicklung und Industrieautomation sowie zahlreichen aufstrebenden Branchen. Mit einem breiten Anwendungswissen und der absoluten Verpflichtung zu Qualität leistet Kistler einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung aktueller Megatrends. Dazu gehören Themen wie elektrifizierte Antriebstechnologie, autonomes Fahren, Emissionsreduktion und Industrie 4.0.

Rund 1850 Mitarbeitende an 61 Standorten weltweit widmen sich der Entwicklung neuer Lösungen und bieten anwendungsspezifische Services vor Ort. Seit der Gründung 1959 wächst die Kistler Gruppe gemeinsam mit ihren Kunden und erzielte 2016 einen Umsatz von CHF 358 Mio. Rund 10 % davon fliessen zurück in Forschung und Technologie – und damit in bessere Ergebnisse für alle Kunden.

Kommentare

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich zu: