Schweizer Bergbahnen: Schwieriger Start in die Wintersaison 2015/16

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Entwicklung Wintersaison 2015/16 der Seilbahnen. / Quelle: Seilbahnen Schweiz

Der ungewöhnlich schneearme Dezember hat den Schweizer Bergbahnen einen sehr harzigen Start beschert. Während das Gästeaufkommen per Ende Dezember mit + 1,5 Prozent ungefähr dem Vorjahresniveau entspricht, lag der Verkehrsumsatz um 11,1 Prozent tiefer als vor einem Jahr. Dies zeigt das Saison-Monitoring von Seilbahnen Schweiz. Da die Zahlen der Vergleichsperiode vor einem Jahr bereits deutlich unterdurchschnittlich waren, muss der diesjährige Saisonstart als aussergewöhnlich schwierig gewertet werden. Immerhin sorgen die Schneefälle von Anfang Januar nun aber verbreitet für Winterstimmung, was die Bahnverantwortlichen etwas zuversichtlicher stimmt.

Der erste Schnee fiel zwar bereits im November. Danach war es jedoch aussergewöhnlich mild, und bis Ende Jahr fiel im Alpenraum praktisch kein Niederschlag mehr. Diese extrem schneearme Wetterentwicklung hat den Start in die Wintersaison 2015/16 stark beeinflusst. Gemäss Saison-Monitoring des Verbands Seilbahnen Schweiz (SBS) verzeichneten die Bahnen mit +1,5 Prozent zwar leicht mehr Ersteintritte (Gäste) als vor einem Jahr, doch der Verkehrsumsatz liegt mit -11,1 Prozent deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bereits die Vergleichsperiode vor einem Jahr wegen sehr spätem Wintereinbruch klar unterdurchschnittlich war.

Ohne technische Beschneiung wäre Skifahren praktisch nirgends möglich gewesen
Dass die Gäste über die Festtage vielerorts trotzdem ein zwar reduziertes, aber qualitativ sehr gutes Pistenangebot vorgefunden haben, war nur dank der technischen Beschneiung möglich. Und dies, obwohl wegen der milden Temperaturen sogar die Schneitechnik nicht im normalen Umfang eingesetzt werden konnte. Einmal mehr hat sich gezeigt, wie enorm wichtig die technische Beschneiung für die Wintersportregionen ist, und zwar nicht nur für die Bergbahnen, sondern auch für die Hotellerie, das Gastgewerbe, die Zulieferbetriebe und die Läden in den Orten.

Die Bergbahnunternehmungen haben jedoch nicht nur mit grossem Einsatz Pisten hergerichtet, sondern kurzfristig auch unzählige schneeunabhängige Alternativangebote geschaffen, so etwa Trottinettabfahrten, Vollmondwanderungen oder Schlittschuhlaufen auf schwarzgefrorenen Seen.

SBS-Direktor Ueli Stückelberger stimmt dies zuversichtlich:

„Wir haben eindrücklich erlebt, wie initiativ und flexibel die Bergbahnunternehmen reagiert und den Gästen trotz des Schneemangels tolle Erlebnismöglichkeiten angeboten haben.“

Interessant im aktuellen Saison-Monitoring: Zwar haben ungefähr gleich viele Gäste wie vor Jahresfrist die Bahnen benützt; der Transportumsatz ist jedoch deutlich tiefer ausgefallen. Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass viele Bahnen vermehrt Ausflugsgäste mit Einzeltickets befördert und weniger umsatzträchtigere Tageskarten verkauft haben.

Regionale Unterschiede
Interessant auch die regionalen Unterschiede: Während beim Umsatz mit Ausnahme von Bern (+0,2%) alle Regionen im Minus liegen, zeigt sich bei den Gästezahlen ein uneinheitliches Bild. Die Ostschweiz (+28,6 %) und das Berner Oberland (+22,0 %) zählte deutlich mehr Ersteintritte als vor einem Jahr; ein Grund hierfür ist, dass in diesen Regionen diverse Bahnen vom frühen Novemberschnee profitieren und an Wochenenden den Betrieb aufnehmen konnten, was vor einem Jahr nicht möglich gewesen war. Die Waadtländer und Freiburger Alpen hingegen mussten einen Gästeeinbruch von -28,7 Prozent hinnehmen – hier lag vielerorts im November zu wenig Schnee für eine Aufnahme des Skibetriebs.

Winterstimmung nun auch in den Dörfern
Dass es in der ersten Januarwoche in den Bergen nun verbreitet geschneit hat, entspannt die Situation in den Wintersportgebieten.

„Nun herrscht nicht nur oben im Skigebiet, sondern auch in den Orten selber Winterstimmung, was emotional sehr wichtig ist“

, sagt Ueli Stückelberger.

„Ich hoffe, dass nun insbesondere an den Wochenenden und während der Sportferienwochen schönes Wetter herrscht und die Schneesportbegeisterten nachholen, was sie über die Festtage verpasst haben“

, so der SBS-Direktor.

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