Die Würfel sind gefallen, die Jury hat entschieden: Die Bahnlinie Solothurn – Moutier heisst künftig „Weissenstein Express“ respektive „L’express du Weiss“. Aus über 600 Einsendungen aus der Bevölkerung hat der Vorstand des Vereins Weissensteintunnel Linie 411 sich für diesen eingängigen und marketingtauglichen Namen entschieden. Weil diese Idee gleich mehrfach eingereicht wurde, wird das Los entscheiden, wer den Wettbewerb gewinnt.

Die Züge, welche die beiden Städte Solothurn und Moutier verbinden, erhalten einen neuen Namen: „Weissenstein Express“ respektive „L’express du Weiss“. Man habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht, sagt Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, Präsident des Vereins Weissensteintunnel Linie 411, welcher zusammen mit Solothurn Tourismus den Wettbewerb für den neuen Namen anfangs Januar lanciert hat. Weil das Echo aus der Bevölkerung auf den Wettbewerb überwältigend war, konnten die Initianten aus dem Vollen schöpfen: Mehr als 600 Einsendungen trafen ein – laut Stefan Müller-Altermatt ein Beleg dafür, wie sehr der Bevölkerung die Linie und deren langfristiger Fortbestand am Herzen liegt. Die Jury im Vereinsvorstand, bestehend aus Experten aus den Bereichen Tourismus, Bahn und Marketing, schränkte den Kreis der in Frage kommenden Namen in einem mehrstufigen Verfahren ein, bis schliesslich noch rund zwei Dutzend Bezeichnungen zur Auswahl standen. Nun steht er also fest, der Name, welchen die SBB künftig zur Vermarktung der Bahnlinie Solothurn – Moutier in alle Welt, oder zumindest in die ganze Schweiz, hinaustragen wird.

Der Name ist einprägsam und passt
Mehrere Gründe gaben den Ausschlag für die Wahl der Bezeichnung „Weissenstein Express“: Er taugt sowohl im deutschsprachigen, solothurnischen Gebiet als auch – als „L’express du Weiss“ – im französischsprachigen Jura. Dort bezeichnet man den Weissenstein schon seit jeher als „le Weiss“, deshalb der – logische – französische Name. Die Verortung mit der Bezeichung „Weissenstein“ im Namen ist eindeutig und identitätsstiftend. Und der neue Name lässt sich auch im Dialog schnörkellos um- und einsetzen. Das ist laut Jürgen Hofer von Solothurn Tourismus mit ein Grund, weshalb Anglizismen wie etwa der „Rockytrail“, „Juratramp“, „Jurasso Bahn“ oder eben auch „White Stone Express“ letztlich in der Jury keine Gnade gefunden hätten. Der Tourismusdirektor erwähnt einige weitere eingereichte Namen der mehr oder weniger ausgefallenen Art: „Juraflitzer“, „la Transweiss“, „s’rote Bähnli“ oder eben „le train rouge“, „Passeparsous“, „Röstigrabenexpress“ oder auch das „S’Wiissesteinerli“. Hofer und Müller-Altermatt sind überzeugt: Just weil der nun auserkorene Name zwar auf den ersten Blick wenig überraschend, dafür umso passender und einprägsamer ist, wird er im Volksmund aufgenommen und verwendet werden.

„Und das ist das wichtigste Argument“

, sagt der Vereinspräsident.

An Jürgen Hofer wird es nun sein, aus all jenen, die den Gewinnervorschlag eingereicht haben, den Hauptgewinner oder die Hauptgewinnerin des Wettbewerbs zu erküren. Er oder sie erhält als Dankeschön einen Wertgutschein über 150 Franken für das Bergrestaurant Hinter-Weissenstein sowie Tickets für die Bahnstrecke Solothurn-Moutier, die Seilbahn und die Fahrt mit dem Kinozug durch den Weissensteintunnel. Die Plätze zwei bis zehn werden zu einer Tunnelkinofahrt eingeladen.

Verein löst sein Versprechen ein
Das Ja aus Bern zur Sanierung des Weissensteintunnels vor ziemlich genau einem Jahr war eine eminent wichtige Weichenstellung für die ganze angrenzende Region: Die Eisenbahnlinie zwischen Solothurn und Moutier muss nicht eingestellt, sondern sie kann mindestens zusätzliche 25 Jahre betrieben werden. Das zuständige Bundesamt für Verkehr (BAV), welches das Geld gesprochen hatte, machte jedoch klar, was es als Gegenleistung für diese Investition in die Bahninfrastruktur erwartet: Die Strecke Solothurn – Moutier muss attraktiver werden, die Frequenzen müssen steigen. Aus diesem Grund wurde im September 2017 der Verein Weissensteintunnel Linie 411 gegründet. Der Verein will, dass die Bahnstrecke, die nach der Sanierung noch mehr Potenzial haben wird, langfristig Bestand hat. Er begleitet die Bauarbeiten als regionale Gruppe und ist bestrebt, die Attraktivität der Verbindung zu steigern, um die Passagierzahlen nachhaltig zu erhöhen. Mit der Kür eines neuen Namens, welchen auch die SBB bei ihren Marketingaktivitäten übernehmen wird, hat der Verein ein erstes, wichtiges Ausrufezeichen gesetzt.

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Erstellt: 21. Feb 2018 @ 17:12

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