Stadler gewinnt Auftrag zum Bau von zwölf Strassenbahnen für das Bahnprojekt im Ballungsraum von Cochabamba in Bolivien

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Visualisierung der METELITSA-Strassenbahn für Cochabamba (Bolivien). / Quelle: Stadler Rail Group

Erstmals werden mit diesem Projekt und der Lieferung der Stadler-Strassenbahnen elektrische Trams in Bolivien verkehren. Die Fahrzeuge des Typs METELITSA werden bis zu 200 Fahrgästen Platz bieten und im Jahr 2020 in Verkehr gesetzt.

Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler ist für das Bahnprojekt in Cochabamba beauftragt worden, zwölf Strassenbahnen des Typs METELITSA zu bauen und liefern. Der Auftrag ist von der „Asociación Accidental Tunari“ erteilt worden, die aus dem spanischen Bauunternehmen JOCA und dem Schweizer Bahnunternehmen Molinari Rail AG besteht.

Der Vertrag ist am 26. Februar 2018 unterschrieben worden. Die Auslieferung des ersten Fahrzeugs ist für August des kommenden Jahres geplant. Bestandteil des Vertrags sind auch Supportleistungen für die Asociación Accidental Tunari im Bereich der technischen Instandhaltung für drei Jahre. Die Fahrzeuge werden Sacaba, Cercado, Colcapirua, Quillacollo, Vinto und Sipe Sipe im Department von Cochabamba und damit über eine Million Menschen bedienen.

Die Strassenbahnen werden in Europa gefertigt und montiert und, einmal fertiggestellt, in die Wagenteile zerlegt und nach Cochabamba verschifft. Der Transport wird schätzungsweise rund eineinhalb Monate in Anspruch nehmen.

Über METELITSA
Die dreiteiligen, durchgängig niederflurigen Strassenbahnen des Typs METELITSA sind modular aufgebaut und für Normalspur von 1435 Millimeter ausgelegt. Die Fahrzeuge sind 33 Meter lang, 2.50 Meter breit und 3.60 Meter hoch (ohne Pantograph). Sie bieten 200 Fahrgästen Platz und Raum für vier Rollstühle – mit der Möglichkeit diesen Platz flexibel zu vergrössern.

Die Zweirichtungsfahrzeuge haben Türen auf beiden Seiten des Wagenkastens. Speziell an diesem leichtgewichtigen Stadtbahnfahrzeug ist die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Strassenbahn der Zukunft
Das spanische Bauunternehmen JOCA, das zur ICADI-Gruppe gehört, und die Schweizer Molinari Rail AG starteten ihre Zusammenarbeit am Bahnprojekt für den Ballungsraum in Cochabamba im August des vergangenen Jahres. Cochabamba ist die drittgrösste Stadt in Bolivien. Die Partnerschaft hat zum Ziel, das erste elektrische Bahnsystem in Bolivien aufzubauen. Dem Projekt gingen die Prüfung aller Compliance-Vorschriften in Bezug auf die Ausschreibung und die Formalisierung des Vertrags voraus. Der Dreijahresvertrag ist compliant mit internationalen Ausschreibungsrichtlinien. Er wird finanziert durch das Finanzministerium des Staates Bolivien und ausgeführt durch JOCA und das Schweizer Bahnunternehmen Molinari Rail AG.

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Peter Bachmann

Aus Archivberichten geht hervor, dass in Cochabamba schon zwischen 1914 bis etwa 1948 elektrische Strassenbahnen gefahren sind.

Im bolivianischen Hochland gab es von 1905-1990 ebenfalls eine elektrische Bahn als Verbindung zwischen El Alto und La Paz. Diese Bahn wurde bis 1974 von der Ferrocarril Guaqui-La Paz und später von der Empresa Nacional de Ferrocarriles (ENFE) betrieben.