Die Jungfraubahn-Gruppe verzeichnete im Jahr 2017 einen Gewinn von 41,6 Millionen Franken und erzielte damit das beste Ergebnis ihrer Geschichte. An der Bilanzmedienkonferenz am 4. April 2018 in Bern wird das vergangene Geschäftsjahr kommentiert.

Die Jungfraubahn-Gruppe blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2017 zurück. Sie erzielte einen Betriebsertrag von 193,8 Millionen Franken. Dies entspricht einem Plus von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist es der bisher höchste erwirtschaftete Umsatz.

Bei der wichtigsten Ertragsquelle – dem Verkehrsertrag – registrierte die Jungfraubahn-Gruppe mit CHF 143,8 Mio. (+14,1%) ebenfalls einen neuen Höchstwert. Die EBIT-Marge ist gegenüber dem Vorjahr um 5,9% auf 27,4 Prozent gestiegen. Die Umsatzrendite betrug 21,5%. Für das Berichtsjahr resultierte ein Jahresgewinn von 41,6 Millionen Franken.

Jungfraujoch – Top of Europe
Der Ausflugsverkehr auf das Jungfraujoch – Top of Europe profitierte von der Diversifikation der Märkte sowie der gegenüber 2016 wieder deutlich erstarkten Nachfrage aus Asien. Sowohl bei den Frequenzen wie auch beim Verkehrsertrag konnte das beste Ergebnis in der Geschichte der Jungfraubahn erzielt werden. Mit 1’041’500 Gästen reisten im Berichtsjahr zum zweiten Mal nach 2015 über eine Million Gäste zum Jungfraujoch. Der Netto-Verkehrsertrag beim Segment Jungfraujoch liegt mit CHF 107,2 Millionen um 14,8 Prozent über dem Vorjahr. Beim Durchschnittsertrag konnte gleichzeitig eine Steigerung von 1 Franken erzielt werden.

Erlebnisberge
Bei sämtlichen Erlebnisbergen, welche den Ausflugsverkehr auf den Harder Kulm, nach First und Winteregg-Mürren umfassen, registrierte die Jungfraubahn-Gruppe Rekordergebnisse. Der Netto-Verkehrsertrag konnte mit einer Zunahme von insgesamt 21,1 Prozent erneut deutlich gesteigert werden. Insgesamt wurde bei den Erlebnisbergen mit 15,9 Millionen Franken ein um 2,8 Millionen höherer Verkehrsertrag als im Vorjahr erwirtschaftet.

Wintersport
Beim Segment Wintersport fiel das Ergebnis von Jahresbeginn 2017 bis zum Saisonschluss im Frühling 2017 unterdurchschnittlich aus. Hingegen konnten die Jungfraubahnen dank des frühen Schneefalls und kalter Temperaturen bereits nach Mitte November 2017 in die Wintersportsaison 2017/2018 starten und früh einen durchgehenden Wintersportbetrieb in Grindelwald und Wengen anbieten. Die Jungfrau Ski Region ist ein Kooperationsprodukt, an welchem die Jungfraubahn-Gruppe mit über 60% beteiligt ist. Im Jahr 2017 wurden in der gesamten Jungfrau Ski Region 936’500 Ersteintritte verzeichnet. Beim Segment Wintersport konnte der Netto-Verkehrsertrag gegenüber 2016 zwar um 6,5 Prozent gesteigert werden. Er befindet sich jedoch mit 20,7 Millionen Franken im Vergleich zu den guten Wintersportjahren 2007/2008 unverändert auf tiefem Niveau.

Segmentinformationen
Tausend CHF20172016Veränderung in %
Segmentumsätze  
Nettoumsatz Jungfraujoch128’699110’85516,1%
Nettoumsatz Erlebnisberge21’96318’43119,2%
Nettoumsatz Wintersport26’11424’1878,0%
Nettoumsatz übrige Segmente*45’98242’1309,1%
Elimination konzerninterne Umsätze-28’988-26’5739,1%
Total Betriebsertrag 193’770169’03014,6%

*Zu den übrigen Segmenten zählen insbesondere das Kraftwerk der Jungfraubahn, die Jungfraubahnen Management AG sowie das Parkhaus Lauterbrunnen.

Investitionen
Die Jungfraubahn-Gruppe hat im Berichtsjahr 29,8 Millionen Franken investiert. Zu den Investitionsschwerpunkten zählten mitunter Massnahmen zur Angebotsaufwertung für den Gast wie der Neubau des Pavillons beim Restaurant Harder Kulm und die neue Adventure-Attraktion „First Glider“ auf dem Erlebnisberg Grindelwald-First.

Kennzahlen der Konzernrechnung 
Tausend CHF20172016Veränderung in %
Betriebsertrag193’770169’03014,6%
Verkehrsertrag143’799125’98414,1%
EBIT53’03836’33246,0%
Jahresgewinn41’60130’96434,4%
Free Cashflow33’83718’11186,8%
Personalbestand (Vollzeitstellen)5425361,1%
 20172016Veränderung in %
Dividende2.40 (Antrag)2.1014,3%

 

Bis Ende 2017 wurden seit Planungsbeginn 108 Millionen Franken für das Projekt V-Bahn ausgegeben, in welches die Jungfraubahn-Gruppe insgesamt 320 Millionen Franken investieren will. Über CHF 90 Mio. davon wurden für die Erneuerung des Rollmaterials bei der Wengernalp- und Jungfraubahn eingesetzt, womit bereits wichtige Bestandteile des V-Projekts umgesetzt werden konnten.

Ausblick
Der Start ins Geschäftsjahr 2018 verlief beim Segment Jungfraujoch verhalten. Aufgrund von Sturmwinden wurde der Betrieb im Januar insgesamt an zehn Tagen mit teilweisen oder kompletten Ausfällen beeinträchtigt. Vom 1. Januar bis 31. März 2018 besuchten 114’428 Gäste das Top of Europe. Im Vergleich zur selben Periode im Rekordvorjahr wurde ein leichter Rückgang von 7’673 Gästen, respektive 6,3% Prozent verzeichnet.
Trotz eines frühen Starts im November 2017 gestaltete sich das Wintersportgeschäft in der Saison 2017/2018 weiterhin herausfordernd. Von Saisonbeginn Mitte November 2017 bis am Ostermontag, 2. April 2018, konnte in der gesamten Jungfrau Ski Region mit 938’820 Skier Visits ein Plus von 12,3 Prozent gegenüber der Wintersportsaison 2016/2017 erzielt werden. Dennoch befinden sich die Besucherzahlen kurz vor Saisonschluss im Vergleich zu den guten Wintersportjahren 2007/2008 unverändert auf tiefem Niveau.

Das strategische Hauptprojekt der Jungfraubahn-Gruppe ist die V-Bahn, mit welcher die Konkurrenzfähigkeit des Jungfraujochs als weltweit bekannter Leuchtturm und der Jungfrau Ski Region als Top-Wintersportdestination gestärkt wird. Bis Ende Februar 2018 konnten die verbleibenden Einsprachen bereinigt werden. Die Jungfraubahn-Gruppe erwartet, die Baubewilligung vom Bundesamt für Verkehr (BAV) bis Ende Mai 2018 zu erhalten, womit die rechtzeitige Inbetriebnahme der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen sichergestellt ist und die 3S-Bahn „Eigerexpress“ im Dezember 2020 eröffnet werden kann.

Wechsel im Verwaltungsrat
Wie die Jungfraubahn Holding AG Ende November 2017 kommuniziert hat, wird das bisherige Verwaltungsratsmitglied Bruno Hofweber an der Generalversammlung 2018 nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stehen. Der Verwaltungsrat hat sich seither mit einer möglichen Nachfolge befasst und beschlossen, Rechtsanwältin Dr. iur. Catrina Luchsinger Gähwiler der Generalversammlung als neues Mitglied vorzuschlagen. Die ausgewiesene Expertin im Bereich M&A, Kapital- & Finanzmarktrecht sowie in Corporate Governance & Compliance ist seit 2007 Partnerin der Frorieb Legal AG, Rechtsanwälte, Zürich, wo sie zuvor bereits sieben Jahre als Rechtsanwältin tätig war. Die 51-Jährige ist unter anderem Mitglied des Swiss Asian Chamber of Commerce, des Shanghai Business Club sowie der International Pacific Bar Association. Sie ist verheiratet, Mutter eines Sohnes und lebt mit ihrer Familie in Zollikerberg / ZH.

Geschäftsbericht & Anträge an GV
Die Generalversammlung der Jungfraubahn-Gruppe wird am 14. Mai 2018 in Interlaken durchgeführt. Der Verwaltungsrat schlägt eine Erhöhung der Dividende von 2.10 auf 2.40 Franken vor.

Der Geschäftsbericht der Jungfraubahn Holding AG wurde für das Berichtsjahr 2017 als Online-Geschäftsbericht erstellt. Dieser ist unter folgendem Link veröffentlicht: www.jungfrau.ch/geschaeftsbericht

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