Transfair: Keine Aushöhlung der GAV von SBB und SBB Cargo

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Transfair erwartet vom grössten Player in der öV-Branche, dass er die Arbeitsbedingungen nicht leichtfertig verschlechtert. Als wären die laufenden massiven Reorganisationen unter Rail Fit und der angekündigte Stellenabbau bei SBB Cargo noch zu wenig, versucht sich die SBB nun auch beim GAV mit einer Sparübung!

Wesentliche Errungenschaften für das Personal will die SBB schwächen oder gar abbauen – erwähnt seien hier die Einschränkungen beim Kündigungsschutz aus wirtschaftlichen Gründen oder den Abbau von Toco-Lohngarantien. Transfair will im Gegensatz die zentralen Errungenschaften im GAV hoch halten und Verbesserungen in neuen Themen erreichen. Die SBB vergisst, dass sie eine wichtige Rolle für den Service Public in der Schweiz inne hat. Mit einer Schwächung der GAV setzt die SBB zudem ihre Attraktivität aufs Spiel.

Hier aktuell die wichtigsten Forderungsgegensätze rund um die GAV:

Transfair kämpft für:Die SBB will:
Die Weiterführung der Toco-Lohngarantien.Die Toco-Lohngarantien abschaffen.
Die schnellere Lohnentwicklung mit Regeln.Die alleinige, freie Lohngestaltung durch die Vorgesetzten.
Die Erweiterung der Regionalzulagen.Die Abschaffung von Regionalzulagen.
Die Weiterführung der Treueprämien im bisherigen Rahmen.Die Treueprämien einschränken.
Die Erweiterung und Erhöhung der Zulagen.Die Zulagen einschränken und senken.
Die Erhöhung der arbeitsfreien Tage zu Gunsten der Erholung. Die garantierte Anzahl freier Tage streichen.
Die Erhaltung der aktuellen Ferienansprüche.Ferienansprüche bei älteren Mitarbeitenden kürzen.
Die Erhaltung der gegenwärtigen Regelung für den Eintritt ins Arbeitsmarktcenter.Die massive Einschränkung der Berechtigung für den Eintritt ins Arbeitsmarktcenter.
Die Erhaltung des bestehenden Kündigungsschutzes. Den Kündigungsschutz einschränken und Trennungsverfahren vereinfachen.

Transfair fordert zudem

  • die Erhöhung des Vaterschaftsurlaubs auf 20 Tage.
  • einen Anspruch auf Teilzeitarbeit.
  • eine Regelung für das mobile Arbeiten und damit eine klare Trennung von Berufs- und Privatleben.
  • den Kündigungsschutz aus wirtschaftlichen Gründen für ältere Mitarbeitende zu verbessern.

Digitalisierung
Zu diesem neuen Thema hat die SBB keine Eingaben gemacht. Für Transfair ist die Abgrenzung von Beruf und Freizeit in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt konkreter zu fassen, zum Beispiel mit einem Anspruch auf Nicht-Erreichbarkeit. Der Rahmen für die neuen Arbeits- und Lernformen muss bezüglich Daten- und Gesundheitsschutz klar abgesteckt werden. Für den Erhalt oder die Weiterentwicklung der persönlichen Arbeitsmarktfähigkeit fordert transfair, dass den Mitarbeitenden fünf Weiterbildungstage pro Jahr gewährt werden.

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