Die Bahntechnikbranche mit Digitalisierung revolutionieren

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Die internationale Bahntechnik steht in den nächsten Jahren vor einem grossen Umbruch: Mit dem Einzug der Digitalisierung und des Internet of Things muss die Branche innovativer, digitaler und flexibler werden. Gleichzeitig finden Arbeitgeber zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Der internationale Fachverband «Institution of Railway Signal Engineers» (IRSE) fordert deshalb anlässlich der diesjährigen Convention in Lugano/Pontresina ein Umdenken in diesen Bereichen.

Verglichen mit anderen Bereichen wie Telekommunikation oder Retail geht der technologische Fortschritt in der Bahntechnik in sehr kleinen Schritten vorwärts. So hat beispielsweise vor etwa 25 Jahren die technologische Entwicklung des europäischen Bahnsicherungssystems ETCS angefangen und das System ist bis heute noch längst nicht überall implementiert. Die Bahnbranche droht hier den technologischen Anschluss zu verlieren.

Offen sein und Innovationen vorantreiben

Anlässlich der internationalen IRSE Convention 2018 in Lugano/Pontresina fordert der Präsident von IRSE, der Schweizer Markus Montigel, deshalb ein Umdenken der Branche:

«Mit der Digitalisierung und der nun stattfindenden Diskussion des autonomen Fahrens im öffentlichen wie privaten Verkehr werden Themen wie Big Data oder Internet of Things auch für die Bahnbranche relevant. In den letzten Jahren sind hier Innovationen zu wenig vorangetrieben worden.»

Er fordert deshalb, dass der Bahntechnikbereich insbesondere wichtige Aspekte wie Effizienzsteigerungen und wirkungsvolle Finanzierungsstrukturen mit Dringlichkeit angeht.

Vor allem die kostspielige Eisenbahnsicherungstechnik sollte gemäss Präsident Markus Montigel einen höheren Zusatznutzen erbringen:

«Anstatt neue Technologien über mehrere Jahrzehnte in zahlreichen kleinen Schritten einzuführen, sollte in unserer Branche vermehrt versucht werden, grosse Veränderungen kostensparend und in kürzerer Zeit durchzuführen.»

So sollten gemäss Montigel beispielsweise die Kosten der Signalisierung reduziert und die Vorteile daraus gezogen werden. Ein Beispiel wäre die weitere und/oder andere Nutzung von Kommunikationsmitteln für Verkehrsmanagementsysteme.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Mit der zunehmenden Digitalisierung ändern sich auch die Anforderungen an die Mitarbeitenden in der Bahn- und Signaltechnikbranche. Vielfach gestaltet sich die Suche nach neuen Mitarbeitern als äusserst aufwendig und langwierig, da es international aber auch in der Schweiz zu wenige gut ausgebildete Fachkräfte gibt. Ein zentrales Anliegen von IRSE ist es, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. IRSE möchte jungen Menschen die Bahnsicherungsbranche näher bringen und sie überzeugen, dass sie sich für einen technischen Beruf entscheiden und eine Karriere in der Eisenbahnsicherungstechnik starten. IRSE lädt darum jedes Jahr zehn interessierte junge Menschen an die Convention ein, wo sie sich mit internationalen Experten austauschen und wertvolle Kontakte knüpfen können.

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Zu IRSE (Institution of Railway Signal Engineers)
Der internationale Fachverband «Institution of Railway Signal Engineers» (IRSE) ist der einzig weltweit tätige Fachverband im Bereich Signal-, Automatisierungs- und Bahnsicherheitstechnik. Der Schweizer Markus Montigel ist der aktuelle Präsident des Verbandes. Das Ziel von IRSE ist es, die Bahnsicherheit und –technik zu modernisieren und weiter voran zu treiben. Die Eisenbahn soll auch zukünftig als neues und modernes System wahrgenommen werden. Dabei sind insbesondere die Fachkräfteausbildung und der Fachkräftemangel zwei Zukunftsthemen der IRSE. Der Verband zählt weltweit knapp 5000 Mitglieder und wurde 1912 in London gegründet, wo sich heute auch der Hauptsitz befindet. IRSE besteht aus verschiedenen Ländersektionen, wie beispielsweise die Schweizer Sektion. Die Schweizer Sektion wurde 2011 gegründet und besteht aus 65 Mitgliedern und 30 Gästen. Die IRSE-Mitglieder stammen aus Bahnunternehmen wie der SBB, BLS oder SOB, der Bahnindustrie wie Siemens und Thales, aus Behörden (Bundesamt für Verkehr BAV) sowie aus Ingenieur-/Beratungsunternehmen.
IRSE Convention 2018 in Lugano/Pontresina
Vom 28. Mai bis 1. Juni 2018 findet in Lugano/Pontresina die alljährliche, internationale IRSE Convention. Erwartet werden etwa 300 nationale und internationale IRSE-Mitglieder und Gäste. Organisiert wird der Anlass durch die Schweizer IRSE-Sektion. Highlights des diesjährigen Programms sind die Besichtigung der Ceneri-Tunnel-Baustelle, des Gotthardtunnels sowie der Albulatunnel-Baustelle. Die diesjährige Convention hat zum Ziel die Kompetenz der Schweiz in der Tunnelsicherheit zu demonstrieren und allen Mitgliedern eine neutrale Plattform zu bieten, wo sie sich austauschen können. Die Technologie steht dabei im Vordergrund.

 

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