Bei der Verleihung des Swiss Economic Award, dem Preis für erfolgreiche Jungunternehmer, hat das Berner Startup Fairtiq abgeräumt. In der Kategorie «Dienstleistungen» wurden die Entwickler einer neuartigen Ticketing-App für den öffentlichen Verkehr als vielversprechendstes Unternehmen des Jahres ausgezeichnet.

Die gleichnamige App zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Kauf eines Billets stark vereinfacht. Dadurch sinken wesentliche Hürden für den Gebrauch des öffentlichen Verkehrs insbesondere für Gelegenheitsnutzer. Entsprechend ist die App nicht nur ein Vorteil für die Fahrgäste, sondern kann auch dazu beitragen, dass der öffentliche Verkehr generell mehr genutzt wird. Das 2016 gegründete Unternehmen hat die Marktreife eindrücklich bewiesen, wurden seit Lancierung doch bereits über 1’000’000 Fahrten mit der App gemacht.

Weltweites Potential

Das Geschäftsmodell von Fairtiq zeichnet zwei Schlagworte aus, die zurzeit in aller Munde sind: Skalierbarkeit und disruptives Potenzial: Die Technologie wurde von Beginn weg darauf ausgelegt, ein starkes Wachstum und Zunahme der Nutzung zu ermöglichen. Dank Verzicht auf jegliche Hardware an Stationen und in Fahrzeugen können neue Gebiete sehr schnell und mit tiefen Investitionen erschlossen werden. Das Produkt ist so aufgebaut, dass es dereinst konventionelle Vertriebskanäle nahezu komplett ersetzen kann – und zwar zu tieferen Kosten.

Da der öffentliche Verkehr weltweit vor ähnlichen Herausforderungen im Vertrieb steht, ist in Zukunft das Wachstum der Firma über die Schweiz hinaus gemäss seines Gründers und CEO, Gian-Mattia Schucan, fest in der Firmenstrategie verankert.

«Die Zukunft von Fairtiq ist international. Davon bin ich überzeugt. Unsere Vision ist, dass Sie – unabhängig davon, in welchem Land Sie gerade sind – die Fairtiq-App auf Ihrem Smartphone öffnen können und innerhalb von Sekunden das richtige Ticket zum günstigst möglichen Preis für Ihre Fahrt im öV haben.»

Das Wachstum soll dabei schrittweise vorangetrieben werden. Nachdem die App seit März 2018 für den gesamten öV in der Schweiz und in Liechtenstein genutzt werden kann, wird im Herbst dieses Jahres wird die Region Vorarlberg als erster Verkehrsverbund in Österreich dazu kommen. Mit diversen Verbünden und Transportunternehmen in Deutschland und Holland sind die Verhandlungen zudem weit fortgeschritten und es laufen bereits Markttests. Wird diese Wachstumsgeschwindigkeit beibehalten, wird es im für die 25 Mitarbeitenden im Büro in der Berner Altstadt bald zu eng.

Oder wie Alain Conte in der Laudatio für den Gewinner des Awards sagte:

«Fairtiq ist noch lange nicht fertig!»

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