Bauzug Bahnhof Winterthur entgleist_SBB CFF FFS_15 6 18
Der verunfallte Zug im Bahnhof Winterthur. / Quelle: SBB CFF FFS

Die Unfallursache der Entgleisung von drei Wagen eines Bauzuges am Nachmittag des 15. Juni 2018 in Winterthur ist geklärt. Sicherheitsexperten der SBB und der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) kommen zu Schluss, dass ein MFS 100-L Schotterwagen einer externen Firma den vorauslaufenden Wagen auf einer Weiche aus den Schienen gehievt hat. Aus zunächst unbekannten Gründen war eine Arretierung des Förderband-Wagens nicht auf der Position für Zugfahrten eingestellt. Die Reparaturarbeiten liefen nach dem Unfall mit Hochdruck. Die SBB konnte den Betrieb durch Winterthur im Regional- und Fernverkehr am Mittag des 17. Juni teilweise wieder in Betrieb nehmen. Seit 18. Juni verkehren wieder alle Personenzüge.

Nach einer Analyse von Sicherheitsexperten der SBB und der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) ist die Unfallursache der Entgleisung in Winterthur klar: Eine Arretierung an einem Förderband-Wagen einer externen Baufirma war während der Fahrt noch in der «Baustellenposition». Auf einer Weiche ist es in der Folge zur Entgleisung gekommen, indem der Förderband-Wagen den vorauslaufenden Wagen aus den Schienen gehievt hat.

Die SUST dazu:

«Die Entgleisung ist auf eine falsche Stellung einer Übergabebandverriegelung zurückzuführen, die das seitliche Schwenken des Übergabebandes bei einer engen Kurvenfahrt zu stark einschränkte. In der Folge wurde ein Wagen aus dem Gleis gehebelt und der nachfolgende Wagen ebenfalls zum Entgleisen gebracht.»

Und weiter:

«Die beteiligten Unternehmen haben erste Massnahmen zur Vermeidung eines ähnlichen Vorfalls umgesetzt und weitere geplant. Die SUST geht von einem Einzelereignis aus und schliesst die Untersuchung nach Art. 45 VSZV mit einem summarischen Bericht ab.»

Drei mit Schottersteinen beladene Wagen (Plasser & Theurer MFS 100) eines Bauzuges, geführt mit der SBB Cargo Re 421 397, sprangen am 15. Juni 2018 kurz vor 17:00 Uhr beim Bahnhof Winterthur aus den Schienen. Dabei wurde neben den Gleisen auch ein Fahrleitungsmast inklusive Quertragwerk beschädigt, was zu einem Totalunterbruch führte. Verletzt wurde niemand. Bei der Durchfahrt des nachfolgenden Intercity 5 1527 fiel die Fahrleitung auf den ICN RABDe 500 002 «Annemarie Schwarzenbach» herab und löste einen Kurzschluss und einen erneuten Totalunterbruch von Winterthur Richtung Osten aus.

Einschränkungen im Bahnverkehr

Der Betrieb der S-Bahnen S7 (Winterthur – Rapperswil), S12 (Brugg – Zürich – Winterthur) und S41 (Bülach – Winterthur) konnte am Samstagabend wieder aufgenommen werden. Im Regionalverkehr verkehrten die Züge seither ab und bis Winterthur-Grüze. Der Betrieb ab Winterthur in Richtung Osten konnte aufgrund der entstandenen Schäden jedoch vorerst noch nicht aufgenommen werden. Dies war erst am Sonntagnachmittag möglich.

Im Fernverkehr verkehrten bis Sonntagmittag keine Züge über Winterthur weiter Richtung Schaffhausen oder St. Gallen. Neben den S-Bahnen verkehrte von Westen ein Fernverkehrszug pro Stunde bis Winterthur. Im Raum Winterthur waren Ersatzbusse im Einsatz. Reisende im Raum Winterthur mit Reiseziel Richtung Osten mussten mit Zugsausfällen und Verspätungen rechnen. Ab Sonntagmittag konnte der Betrieb im Fernverkehr durch Winterthur wieder teilweise in Betrieb genommen werden, Reisende im Raum Winterthur mit Reiseziel Richtung Osten mussten aber teilweise weiterhin mit längeren Reisezeiten rechnen.

Seit Montagmorgen, 18. Juni 2018, um 05:00 Uhr fahren wieder sämtliche Züge des Personenverkehrs durch den Bahnhof Winterthur.

Reparaturarbeiten liefen auf Hochtouren

Nach der Entgleisung des Bauzuges kamen die Reparaturarbeiten planmässig voran. Diese konnten an den Schienen und an der Fahrleitung am Samstagmittag aufgenommen werden, nachdem die entgleisten MFS 100-L Schotterwagen (CH-CVT Vaas 99 85 9352 009) gegen 12:20 Uhr mittels der beiden Vanomag-Krane XIV und XI wieder aufgegleist waren. Weil es sich beim defekten Fahrleitungsmasten um eine über mehrere Gleise zusammenhängende Installation handelt, gestalteten sich diese Arbeiten sehr aufwändig.

Die SBB hatte an verschiedenen Orten Mitarbeitende im Einsatz, welche die Kunden unterstützen und informieren.

Beteiligte Unternehmen:

  • Eisenbahnverkehrsunternehmen: SBB Cargo AG (SBB-C), Olten
  • Infrastrukturbetreiberin: SBB AG, Infrastruktur (SBB-I), Bern
  • Weitere Unternehmen: Carlo Vanoli AG (CVT), Thalwil

Beteiligte Fahrzeuge:

  • Lokomotive Re 421 397-1, SBB-C
  • Neuschotterwagen 80 85 9873 724-1, SBB-C
  • Neuschotterwagen 80 85 9873 753-0, SBB-C
  • Einschotterwagen Vanospliter 99 85 9352 000-5, CVT
  • MFS 99 85 9352 009-6, CVT
  • MFS 99 85 9352 010-4, CVT
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Der Unfall in Winterthur im Video:

Peter Piffrader 15.06.2018

Ausfahrt Re 421 397-1 cargo Bauzug da nach entgleisung des Zuges zwischen dem Bahnhof Winterthur und Depot, Bahnhof Winterthur Schweiz 15.06.2018 Peter Piffrader heute den 16.06.2018 gehe ich zur Polizei und gebe das Video der Polizei für das und BAV züverfügung stehen

Gepostet von Vielfalt auf Schweizer Gleisen am Freitag, 15. Juni 2018

Als Folge des Unfalls umgeleitete Züge:

Der am 16. Juni 2018 über's Sarganserland umgeleitete EC 195 Zürich HB (13.09) – Augsburg Hbf (17.28) unterwegs zwischen…

Gepostet von info24 – ÖV Schweiz – Europa am Sonntag, 17. Juni 2018

Der am 16. Juni 2018 über's Sarganserland umgeleitete EC 195 Zürich HB (13.09) – Augsburg Hbf (17.28) unterwegs zwischen…

Gepostet von info24 – ÖV Schweiz – Europa am Samstag, 16. Juni 2018

Überführung eines SBB CFF FFS LION HVZ DoSto von Zürich via Sargans nach Romanshorn für den Pendlerverkehr am Montagmorgen.

Gepostet von info24 – ÖV Schweiz – Europa am Sonntag, 17. Juni 2018

Walenstadt

Der eine fährt stündlich rund um die Churfirsten (Schweizerische Südostbahn AG Ringzug auf der S4) und der andere ist über's Sarganserland umgeleitet (SBB CFF FFS Cargo Güterzug 69153 RBL-Sulgen); hier unterwegs zwischen Walenstadt und Flums.

Gepostet von info24 – ÖV Schweiz – Europa am Samstag, 16. Juni 2018

Sargans

Ganz viele Loks und "es bitzeli Güeterzug…!"Wegen der Streckensperre in Winterthur muss SBB CFF FFS Cargo ihre Lokomotiven via Sargans in die Ostschweiz verschieben, hier zu sehen am Güterzug 60265 vom RBL (Rangierbahnhof Limmattal) nach Buchs (SG).

Gepostet von info24 – ÖV Schweiz – Europa am Samstag, 16. Juni 2018

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Thomas Schmid
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Thomas Schmid

Unfälle gibt es, leider.
Dass aber die SBB selbst nicht mal die richtigen Fachausdrücke weiss, dass ist schon bedenklich.
Ein „Güterzug“, nein, offensichtlich ein „Bauzug“, nicht Güterwagen sondern Altschotterwagen sind entgleist.
Ein „Strommast“, nein, ein „Fahrleitungsmast“, der ein ganzes Joch trug.
Naja, die Pressesprecher, die müssen nur „politsch“ korrekt sein, sachlich ist egal. Schade.
Die TA-Media, der Tagesanzeiger, hat die Fehler übernommen und noch aus dem Schweizer ICN einen Intercity und einen (deutschen) ICE gemacht – der Zeitung fehlen die Fachkenntnisse leider.