IGöV: Direkte Linie Neuenburg – La Chaux-de-Fonds

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Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr hielt ihre Generalversammlung im Presta bei Travers unter dem Vorsitz von Bea Heim, Nationalrätin Solothurn. Nationalrat Jacques-André Maire, Neuenburg, gab in einem Vortrag einen Überblick über die wichtigsten Eisenbahn- und Strasseninfrastrukturprojekte im Kanton Neuenburg.

Letztere ist mit sehr grossen Verkehrsproblemen konfrontiert: Rund 20.000 Arbeitspendler kommen von aussen und 10.000 verlassen den Kanton. Heute sind Strassen und Bahnlinien überfüllt, daher ist es wichtig, die Strassen von La Chaux-de-Fonds und Le Locle, die mit 25.000 Fahrzeugen pro Tag über dem Durchschnittsverkehr im Gotthardtunnel liegen, zu umfahren oder meiden.

Betreffend Eisenbahn liegt die Priorität der kantonalen Behörden beim Bau der «direkten Linie» Neuenburg – La Chaux-de-Fonds, die einen Viertelstundentakt mit 14 Minuten Fahrzeit vorsieht. Dies ist das ideale Projekt, um den Kanton in eine Agglomeration zu verwandeln und seine Strukturen zu verbessern. Das Bundesamt für Verkehr ist für die Modernisierung der historischen Linie. Auch wenn diese 25 % billigere Variante deutliche Verbesserungen bringt, ist sie nicht in der Lage, die dem Kanton Neuenburg gestellten Herausforderungen zu bewältigen.

Die Westschweiz (französischsprachige Kantone und Bern) gibt nicht auf. Eine parlamentarische Gruppe aus der Westschweiz hat sich gebildet, um die Interessen dieser Region, die 40% der Schweizer Bevölkerung und des Schienennetzes vertritt, zu verteidigen, während sie nur 20% der vom Bund gewährten Infrastrukturkredite erhält. Es scheint, dass die Stimmen der Westschweiz in Bern besser zu hören sind. Der Ausbau 2035 würde von 11,5 Milliarden CHF auf 11,9 Milliarden steigen, womit die ganze Länge des Basis-Lötschbergtunnels doppelspurig ausgebaut würde und die direkte Neuenburger Linie gebaut werden könnten.

Ein Zürcher Mitglied der IGöV hat das innovative Projekt der «Direttissima» mit Begeisterung unterstützt, da darauf Kompositionen im automatischen Betrieb verkehren können, dann auf dem konventionellen Netz von Lokführern gesteuert würden. Peter Spuhler von Stadler Rail ist selbst sehr daran interessiert solches Material zu entwickeln, das auch unter «Swiss know-how» exportiert werden könnte.

Die Versammlung wählte noch Thomas Ammann, Nationalrat SG, in den Vorstand. Er ist gemeinsam mit Jacques-André Maire Mitglied der Nationalratskommission für Verkehr und Kommunikation.

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