Jahresmedienkonferenz von SBB Historic: Das «Krokodil» ist wieder zu Hause

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Die Stiftung Historisches Erbe der SBB – kurz SBB Historic – blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück, welches ganz im Zeichen des Kernauftrags der Stiftung stand: Der Pflege, dem Erhalten und dem Vermitteln der umfangreichen Bestände zur Schweizerischen Bahngeschichte. So konnte die Revision der Ce 6/8 III 14305 «Krokodil» erfolgreich abgeschlossen, die elektronische Archivierung für das Konzernarchiv der SBB eingeführt oder das historische Eisenbahndepot in Erstfeld wiedereröffnet werden. Dank Kostensparmassnahmen konnte zudem ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt werden.

Was lange währt «fährt» endlich gut. Nach über zwei Jahren Revisions-Arbeiten, ausgiebigen Testfahrten und einer dreitägigen Publikumsfahrt vom deutschen Meiningen nach Olten, war es am Abend des 5. November 2017 endlich soweit: Die Ce 6/8 III 14305 «Krokodil» konnte wieder in ihrem Heimat-Depot in Olten abgestellt werden.

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SBB Historic Krokodil Ce 6/8 III 14305 am 17. Februar 2018 in Tavannes. / Quelle: SBB Historic

«Die Revision der Ce 6/8 III 14305 war für alle Beteiligten eine Herausforderung und sicherlich eines der grössten und aufwändigsten Revisions-Projekte, mit denen SBB Historic bisher konfrontiert war»

, bilanzierte Geschäftsleiter Stefan Andermatt am Donnerstag anlässlich der Jahresmedienkonferenz.

Umso grösser sei die Freude, dass das Projekt erfolgreich gemeistert werden konnte und das «Krokodil» ab sofort auch wieder auf Erlebnisfahrten eingesetzt werden könne.

Billett-Sammlung

Bei ihrer Stiftungsgründung übernahm SBB Historic von der SBB eine umfassende Billett- und Abonnementsammlung, welche im vergangenen Jahr detailliert erschlossen wurde. Rund 3‘300 Kartonbillette und gut 900 Abonnemente dokumentieren nun 120 Jahre Entwicklung der Fahrausweise in der Schweiz. Die Mustersammlung ist seit Ende 2017 auf der Datenbank von SBB Historic recherchierbar und mit Ansichtsbildern versehen.

Elektronische Archivierung

SBB Historic führt nicht nur das historische Archiv, sondern auch das Konzernarchiv der SBB. Die Stiftung ist damit zuständig für die gesetzeskonforme Umsetzung der Archivierung bei der SBB. Hier folgt SBB Historic auch direkt dem Wandel der Zeit und der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft: In enger Zusammenarbeit mit der SBB lancierte SBB Historic bereits 2015 das Projekt «elektronische Archivierung». Nachdem Grundsätze, Organisation und Prozesse erarbeitet und definiert sowie Tests mit Echtdaten der SBB durchgeführt wurden, konnte das Projekt Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Die elektronische Archivierung geht nun schrittweise in den Regelbetrieb über.

Wiedereröffnung Depot Erstfeld

Am 7. Mai 2017 wurde im Depot Erstfeld die neue Ausstellung «Entlang der Bergstrecke» zur Geschichte des Eisenbahnverkehrs am Gotthard mit einem Depotfest eröffnet. Entlang eines 30 Meter langen Modells der Bergstrecke werden verschiedene Themen rund um die Entwicklung der Zugreisen am Gotthard beleuchtet. Mit diesem Angebot ergänzt SBB Historic den bisherigen «Lokführerrundgang», auf welchem den Besuchern das historische Rollmaterial im Depot nähergebracht wird.

Die Angebote in Erstfeld setzt SBB Historic in Zusammenarbeit mit dem Verein «SBB Historic Team Erstfeld» und der Uri Tourismus AG um. Seit 2017 vermarktet die Uri Tourismus AG im Auftrag von SBB Historic neben den bestehenden Führungsangeboten im Depot Erstfeld auch die Führerstandsfahrten auf der Gotthardbergstrecke.

Doppeldampf am Gotthard

Den Höhepunkt der Erlebnisfahrten 2017 von SBB Historic bildete am 21. und 22. Oktober die C 5/6 Doppeltraktion am Gotthard. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der C 5/6 2978 fanden zwei Erlebnisfahrten in Doppeltraktion mit der restaurierten Schwesterlok C 5/6 2969 des Vereins «Eurovapor» über den Gotthard statt. Für die Fahrten am Samstag und Sonntag wurden insgesamt mehr als 800 Tickets verkauft.

Ausblick: Strategische Weiterentwicklung und operative Schwerpunkte

SBB Historic ist mit stetig steigenden Regulierungsvorschriften, Sicherheitsbestimmungen und Kostendruck konfrontiert. Deshalb wird der Stiftungsrat im laufenden Jahr die bestehende Strategie-Ausrichtung der Stiftung überprüfen und weiterentwickeln. Bereits jetzt erstellt SBB Historic aufgrund der knappen Abstellflächen für das Rollmaterial eine strategische Flächenplanung und ein Abstellkonzept für die Fahrzeuge, um Wartungsarbeiten zu optimieren. Im Frühling startete der Bereich Unterhalt mit der Befundung des ersten Wagens der 1930er-Personenwagenflotte. Basierend auf den daraus gewonnen Erkenntnissen wird anschliessend ein umfangreiches Revisionsprojekt erstellt. Gleichzeitig wird an der schrittweisen Wiederinbetriebnahme der Leichtstahlwagenflotte (1947er-Zug) gearbeitet.

Von August bis Ende Jahr werden die Bestände des Archivs der ehemaligen Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) von Winterthur an den Zentralstandort von SBB Historic in Windisch überführt und dort in das bestehende Archiv eingegliedert. Dadurch ist der Zugang zu den SLM-Akten während dieser Zeit nicht möglich.

So wird sichergestellt, dass SBB Historic nicht nur für die aktuellen, sondern auch für die zukünftigen Anforderungen bestens gerüstet sein wird um ihren Stiftungsauftrag erfolgreich zu erfüllen.

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