Energiestrategie des VöV: Die öV-Branche will bis 2050 30 Prozent Energie einsparen

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An der Generalversammlung des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) in Pontresina hat die öV-Branche ihre Energiestrategie verabschiedet. Ziel ist es, die Energieeffizienz von Bus, Bahn und Infrastruktur bis 2050 um 30 Prozent zu verbessern. Bei allen Arbeiten in diese Richtung ist aber allen Beteiligten klar: Diese Energiewende ist ohne Unterstützung der Besteller – also Bund und Kantone – und ohne öV-Industrie nicht zu schaffen.

Der Anteil des Energieverbrauchs des öffentlichen Verkehrs am gesamten Energieverbrauch der Schweiz ist vergleichsweise tief. So verbraucht der öV nur 5.5 Prozent der Energie aller Verkehrsträger und erbringt gleichzeitig 20 Prozent der Passagierkilometer. Es ist aber absehbar, dass der Energieverbrauch auch des öV aufgrund des Angebotsausbaus im öV und wachsenden Kundenansprüchen wie zum Beispiel die Klimatisierung der Fahrzeuge wachsen wird. Mit der Entwicklung der E-Mobilität und des autonomen Fahrens wird sich nach Einschätzung des Bundesamtes für Energie (BFE) die Energienachfrage bis 2050 verdoppeln. Die öV-Branche will mit der vom VöV-Vorstand verabschiedeten Energiestrategie das Thema aktiv angehen.

Zusammengefasst setzt sich der VöV für den öV im Jahr 2050 diese Ziele:

  • Die Energieeffizienz des öV wird auf Ebene der öV-Branche (Bahn, Bus) um insgesamt 30 Prozent erhöht.
  • Der öV verwendet in Zukunft nur noch erneuerbare Energien (ausgenommen sind historische Fahrzeuge).

Gefordert sind öV, Bund, Kantone und die öV-Industrie

Eine 2014 im Auftrag des BAV durchgeführte Studie zeigt, welche Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, damit Energieeffizienz-Massnahmen in den Transportunternehmen (TU) stärker vorangetrieben werden können. Dabei stellte sich heraus, dass fehlende Anreize das grösste Hindernis der Massnahmenumsetzung darstellen. Die Rahmenbedingungen müssen auch von Seiten des Bundes so gestaltet sein, dass sich Massnahmen im Bereich Energie umweltpolitisch und finanziell lohnen.

«Die öV-Branche unterstützt die Energiestrategie des Bundes und ergreift aktiv Massnahmen für deren Umsetzung. Der VöV hat sich mit seiner Energiestrategie ehrgeizige Ziele bis 2050 gesetzt. Die öV-Branche bleibt gefordert»

, sagte VöV-Präsident Dr. Norbert Schmassmann an der Generalversammlung in Pontresina.

Auch die Hersteller nehmen eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um eine verbesserte Energieeffizienz im öV ein, denn diese können bei der Erstellung der Fahrzeuge Energieeffizienz-Kriterien bereits berücksichtigen.

Denn der grösste Teil des Energieverbrauchs im öV ist die Antriebsenergie. In diesem Bereich besteht der grösste Hebel zur Reduktion des Energieverbrauchs. Ziel ist es, den Verbrauch von Antriebsenergie zu reduzieren, nach Möglichkeit auf neue Antriebsformen (Hybrid, Elektro) zu setzen und somit grosse Teile der Dieselflotte im Busbereich durch umweltfreundliche Fahrzeuge zu ersetzen.

«Der Strassen-öV in den Städten wird elektrisch»

, ist VöV-Direktor Ueli Stückelberger überzeugt.

Da die Investitionen im Vergleich teuer sind – nicht zuletzt wegen dem günstigen Dieselpreis, ist der VöV – zusammen mit dem Städteverband – im Gespräch mit den Bundesbehörden, um Finanzierungslösungen zu finden.

Bildung: Der öffentliche Verkehr fit für die Zukunft

Neue gesellschaftliche Anforderungen, neue Kundenbedürfnisse und neue Technologien erfordern neue Kompetenzen der Mitarbeitenden im Bereich des öV. Deshalb passen der VöV und die Transportunternehmen die Anforderungen laufend an und machen den öV fit für die Zukunft. An der Generalversammlung hat sich der VöV von Prof. Dr. Jürg Schweri vom Eidg. Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB über die neusten Forschungen in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt informieren lassen.

Er zeigte auf, dass der schweizerische Arbeitsmarkt den raschen technologischen Wandel bisher gut bewältigt: die Beschäftigung stieg in den letzten zehn Jahren, ohne dass sich eine Polarisierung des Arbeitsmarktes wie in anderen Staaten abzeichnet. Ausschlaggebend sind dafür unter anderem die Qualität und die Durchlässigkeit des Schweizerischen Bildungssystems. Zunehmend wichtig werden umfassendes Prozess- und Übersichtswissen sowie die richtige Kombination von transversalen und beruflichen Kompetenzen.

Wahlgeschäfte

An der GV in Pontresina wurde Christian Plüss, Leiter Postauto AG, neu in den Vorstand gewählt.

Die Mitglieder des VöV-Vorstands

Präsident                  Dr. Norbert Schmassmann         Direktor VBL
Vizepräsident            Vincent Ducrot                           Direktor TPF
Mitglieder                  Luc-Antoine Baehni                   Direktor CGN
Thomas Baumgartner                Direktor AB
Andreas Büttiker                        Direktor BLT
Dr. Ralf Eigenmann                   Unternehmensleiter VBSG
Renato Fasciati                         Direktor RhB
Bernard Guillelmon                   Vorsitzender der GL BLS
Hans-Peter Hadorn                   Geschäftsführer Hafenbahn Schweiz AG
Michel Joye                               Direktor TL
Franz Kagerbauer                     Direktor ZVV
Stefan Kalt                                Direktor RVBW
Matthias Keller                          Direktor VBG
Thomas Küchler                        Vorsitzender der GL SOB
Christian Plüss                          Vorsitzender der GL PAG (ab 1.11.2018)
Fernando Lehner                       Vorsitzender der GL MGB/GGB
Andreas Meyer                          CEO SBB
Fredy Miller                                Direktor ASm
Thomas Nideröst                       Direktor SBW
Daniel Reymond                        Direktor TRAVYS
Fabian Schmid                           Direktor RBS
Dr. Guido Schoch                       Direktor VBZ
Martin von Känel                        Direktor Transports Martigny et Régions
Pascal Vuilleumier                      Direktor Transports Publics Neuchâtelois
Cyrill Weber                                Direktor Zugerland Verkehrsbetriebe

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