SEV: Nein zur Verlagerung des Postverkehrs Härkingen–Thun auf die Strasse

SEV fordert Sistierung des Entscheids.

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Vom Verteilzentrum Härkingen sollen ab 15. Oktober 2018 keine Pakete mehr per Bahn nach Thun rollen, sondern per Lastwagen. Wie viele Lkw statt der bisher rund 14 Bahnwagen pro Tag in beiden Richtungen pendeln sollen, will die Post nicht verraten. Dass ein Bundesbetrieb trotz Klimaerwärmung und schon dichtem Strassenverkehr Transporte auf die Strasse verlagert und damit die auch dem Bund gehörende SBB Cargo AG und den Wagenladungsverkehr schwächt, ist für den SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals unverständlich. Der SEV fordert die Post auf, den Entscheid zu sistieren und mit SBB Cargo eine Lösung zu suchen, damit dieser Verkehr auf der Schiene bleibt.

Die Thuner Rangierer wurden am 23. August über die Einstellung des Postverkehrs informiert.

«Auch wir wurden von der Meldung überrascht»

, schrieb die Leitung der Regionalen Cargo-Produktion Thun.

«Bis jetzt sind wir davon ausgegangen, dass die Postverkehre von und nach Thun beibehalten werden.»

Offenbar hatte die Post zuerst geprüft, einen Teil davon weiterhin per Bahn über die Distributionsbasis am Güterbahnhof Thun zu führen. Doch nun will die Post die Transporte ab Thun für die Postfilialen neu via Hubstandort der Gafner Transporte AG abwickeln und wohl auch Lkw direkt von Härkingen ins Berner Oberland jenseits von Thun fahren lassen. Für die Thuner Rangierer bedeutet der Wegfall des Postverkehrs weniger Arbeit mit offenen Konsequenzen.

Für Pakete die Bahn!

«Post und SBB Cargo müssen eine Lösung suchen, um diese Transporte weiterhin umweltfreundlich per Bahn abzuwickeln, selbst wenn eine Strassenlösung etwas günstiger wäre»

, fordert SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn.

«Generell muss das Gros des Postverkehrs weiterhin per Bahn erfolgen. Damit leistet die Post einen Beitrag an die Auslastung und Zukunftsfähigkeit des Systems Wagenladungsverkehr.»

Die Post transportiert heute zwischen den Paketzentren rund 60% der Pakete per Bahn. Zwischen den Paketzentren und Distributionsbasen sind es rund 40%. Um dem Kundenbedürfnis nach rascheren Transporten in kleineren Mengen gerecht zu werden, will die Post die Pakete neu möglichst direkt vom Aufgabe- ins Zielgebiet transportieren ohne Zwischenstopp in andern Regionen.

«Gemeinsam mit SBB Cargo ist die Post an der Entwicklung von Lösungen»

, schrieb die Post dem SEV.

«SBB Cargo ist aufgefordert, zeitgerechten und schnellen Wagenladungsverkehr anzubieten.»

«Es scheint, dass der angelaufene Abbau bei SBB Cargo auch Auswirkungen auf langjährige Kundenbeziehungen hat»

, sagt Philipp Hadorn dazu besorgt.

«Wenn ein langjähriger Partner wie die Post Verkehr abzieht, wirft dies Fragen auf. Es ist fragwürdig, wenn Unternehmen, deren Eigentümer der Bund ist, durch Auftragsabzug Beschäftigung und Erfolg der eigenen Betriebe gefährden. Das UVEK muss dieser Aushöhlung der eigenen Betriebe mit der damit verbundenen Vernichtung von Volksvermögen endlich Einhalt gebieten.»

Sparen auf Kosten des Personals?

Die Post will nicht sagen, wie viel Geld sie mit dieser Verlagerung auf die Strasse spart. Je nach Strassentransporteur, dessen Namen sie nicht nennen will, ist davon auszugehen, dass die Anstellungs- und Arbeitsbedingungen dort mangels GAV erheblich schlechter sind als bei SBB Cargo. Auch zur Zukunft des Personals der Distributionsbasis Thun sind viele Fragen offen.

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Bastian
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Bastian

14 Wagen nach Thun mit je 2 Britschen. Das gibt eigentlich 14 LKW mit Anhänger. Es ist ja derselbe Zug der ja auch die Basis Ostermundigen bedient. Ist für wirklich fraglich was man da sparen soll. Auch der raschere Transport ist fragwürdig. Braucht nur 1 Unfall und schon ist alles zu spät. Es liegt wohl mal wieder an der Leitung die solche Sachen entscheiden und der Bund schaut einfach zu. Die Post ist nicht mehr das was es wahr.

Jürg D. Lüthard
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Jürg D. Lüthard

Es ist schon merkwürdig!
Die Post verlagert auf die Strasse während dem Cargo Domizil immer mehr auf die Bahn verlagert.
Vielleicht ist bei einen privaten Betreiber einfach mehr Fachkompetenz vorhanden?