Erstmals seit der Gründerzeit 1892: Brienz Rothorn Bahn erneuert Schienennetz [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 12. September 2018 veröffentlicht.

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In rund hundert Nachtschichten erneuert die Brienz Rothorn Bahn bis im Oktober 3200 Meter des 7,6 Kilometer langen und 126 Jahre alten Schienensystems.

Eine der ganz grossen Stärken der Brienz Rothorn Bahn AG (BRB) ist seit Jahrzehnten die kontinuierliche Qualitätserneuerung der Infrastruktur. Anders wäre es kaum möglich, seit 125 Jahren – als einzige Zahnradbahn der Schweiz mit täglichem Dampfbetrieb – auf das Brienzer Rothorn zu fahren.

Dazu Peter Flück, Verwaltungsratspräsident BRB:

«Seit meinem Amtsantritt ist es mein grosses und zentrales Anliegen, diesen kulturhistorisch so wertvollen und einzigartigen Betrieb einer Dampfzahnradbahn auf das Brienzer Rothorn für die nächsten Generationen zu erhalten.»

Und im Rahmen dieses «Anliegens» ist nun in den Sommermonaten 2018, erstmals seit der Gründerzeit um 1892, das Bahntrassee im oberen Teil der Strecke gesamtheitlich erneuert worden.

100 Nachtschichten für 125 Jahre Ruhe

Die logistischen Herausforderungen für reibungslose Nachtarbeit in fast 2‘000 Metern Höhe gestalteten sich anspruchsvoll. In hundert Nachtschichten (entspricht rund 1000 Manntagen) wurden mit je rund 30 Mann zirka 29 bis 42 Meter Bahntrassees ausgebaut und neu gebaut. Der Bautrupp verbaute 440 Schienen, 1750 Schwellen, 3500 Zahnstangen und 2200 Kubikmeter Schotter. 234 Lastwagen karrten das total rund 3605 Tonnen schwere Baumaterial zum Umschlagplatz schön im Wald. Mit rund 450 Sonderfahrten (über 5410 Kilometern) beförderte die Bahn nächtlich das schwere Material an die Baustellen. Statt Leerfahrten wurde das abgebaute Material laufend abtransportiert.

Realisierbar dank Kantonsbeitrag

«Mitte Oktober 2018 werden die umfassenden Streckensanierungen abgeschlossen sein»

, freut sich Peter Flück, Verwaltungsratspräsident BRB.

Die Kosten des aktuell sanierten Schienensystems, welches rundumerneuert worden ist, liegen bei gut 4 Mio. Franken (davon trägt der Kanton Bern 80 % der Kosten; die restlichen 20 % steuert der Verein Freunde Dampfbetrieb Brienz Rothorn Bahn AG bei). Letzten Herbst hat der Grosse Rat einem Gesuch der Brienz Rothorn Bahn um eine Unterstützung von 5,2 Mio. Franken mit nur gerade zwei Gegenstimmen zugestimmt.

«Wir sind sehr dankbar, dass wir das Schweizer Kulturgut in eine erfolgversprechende Zukunft führen dürfen»

, erklärt Flück.

An einer nächtlichen Baustellenbesichtigung für Medien, Partnerbetriebe, andere Zahnradbahnen, Freunde als auch BRB Mitarbeitenden konnte den Besuchern der geleistete Aufwand vorgeführt werden – beinahe vergleichbar mit den Pionieren, welche die Bahn gebaut haben.

«Beeindruckend, was die BRB hier wieder leistet»

, staunte ein Besucher.

Simon Koller, Direktor BRB konnte viele Fragen beantworten und staunende Besucher für die BRB begeistern:

«Auf dem Weg einer nachhaltig gesicherten Zukunft der so vergangenheitsträchtigen und emotionsgeladenen Dampfzahnradbahn gelingt uns mit dem Bauabschluss eine Pionierleistung 2.0. Die Bahnanlage aus dem Jahr 1892 konnte mit wenigen Lücken auf ein Niveau gestellt werden, sodass wir nun sicher wieder für die nächsten 80 – 100 Jahre Ruhe haben.»

 

Gästebetrieb ohne Störungen
Die in aufwändiger Nachtarbeit totalsanierten 3,17 Kilometer Bahntrassees gliederte sich in drei Phasen: Mittlesten – Oberstaffel mit 1204 Metern, Hohe Mauer – Rothorn-Kulm mit 766 Metern und der Abschnitt Oberstaffel – Hohe Mauer, der 1200 Meter lang ist. Der florierende Besucheran-drang während des Tages wurde von den Erneuerungsarbeiten nicht tangiert.
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