Innovation im Schienenverkehr: Continental stellt Idee zur elektronischen Höhenregulierung von Wagen vor [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 14. September 2018 veröffentlicht.
Integrierter Sensor misst via Ultraschall Höhenlage und Druck • Technologie für Luftfedern sorgt für mehr Effizienz und Komfort • Eindeutige Identifikation der verbauten Continental-Komponenten per Scanfunktion

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Das Technologieunternehmen Continental hat einen Sensor entwickelt, der mittels Ultraschall die Höhenlage und den Druck von Luftfedern misst. Künftig wird es durch den Ultrasonic Height and Pressure Sensor (UHPS) möglich sein, elektronisch das Höhenniveau von Wagen im Personenverkehr zu regulieren. Das bedeutet mehr Effizienz und Komfort im Schienenverkehr. Die Produktinnovation für den Schienenverkehr wird erstmals auf der Innotrans 2018 präsentiert – eine Weltpremiere.

Elektronische Steuerung der Luftfeder arbeitet präzise

Schienenfahrzeuge sind bei der Fahrt permanent Unregelmässigkeiten ausgesetzt. Das Luftfedersystem, das für Ausgleich sorgt, wird stark beansprucht. Bei Einfahrt in den Bahnhof übernimmt die Federung eine ausgleichende Funktion. Bisher reguliert ein mechanisches Gestänge den Luftdruck der Federung. Mit der neuen Sensortechnologie kann die Steuerung elektronisch und automatisch ausgeführt werden – und damit noch präziser. Mit dieser Lösung für Luftfedern ist Continental ein Vorreiter im Markt: Der Sensor misst via Ultraschall die aktuelle Höhenlage und den Druck in der Luftfeder. Bei Einfahrt in den Bahnhof beispielsweise könnte ein Radar die Höhe der Bahnsteigkante erfassen und den Soll-Wert für einen ebenen Zugang zum Zug übermitteln. Das benötigte Höhenniveau der Einstiegskante wird an das Steuergerät gesendet, wo die Ventile der Luftfeder automatisch geöffnet oder geschlossen werden. So kann das entsprechende Fahrniveau durch die permanente Überwachung zwischen Steuerung und Feder elektronisch und aktiv reguliert werden. Die Höhe und der Druck können also genau bestimmt werden – hierdurch werden auch Energieeinsparungen denkbar.

Ein weiterer Vorteil: Die Technologie des Sensors unterstützt in Zukunft eine vorausschauende Wartung. Der Sensor soll Störungen wie den Ausfall der Druckversorgung frühzeitig erkennen und automatisch ein Warnsignal an den Lokführer im Führerstand senden. So können unvorhergesehene Defekte und damit Ausfallzeiten reduziert werden. Damit steigen die Sicherheit und Zuverlässigkeit im Schienenverkehr.

Eindeutige Identifikation per Chip

Auch im Bereich Servicetechnologie stellt Continental eine Produktneuheit vor: Ein RFID- (Radio-Frequency-Identification) Chip ermöglicht eine berührungslose Erkennung des verbauten Luftfedersystems in jedem Zug mithilfe von Radiowellen. Dafür wird zum Beispiel in die Balgwand der Feder ein RFID-Chip einvulkanisiert, der Herstelldaten sowie Informationen aus dem Produktlebenslauf speichert und eine Nachverfolgung von der Produktion über die Auslieferung bis zum Einbau und der Wartung per Smartphone bzw. Lesegerät möglich macht. So können Continental-Luftfedersysteme in Zukunft eindeutig und berührungslos identifiziert werden – auch nach jahrelangem Einsatz. Jeder Messebesucher mit einem NFC-fähigen Gerät kann sich auf der Innotrans davon überzeugen und die innovative Technologie selbst ausprobieren.

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