Stadler bestürzt über Unglück zweier Meridianzüge in Bayern

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Mit Bestürzung hat Stadler vom Zugunglück in Bad Aibling (DE) am 9. Januar 2016, um kurz vor 7 Uhr, Kenntnis genommen.

Stadler Rail Group:

Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gehört den Verunglückten und ihren Angehörigen!

Über die Unfallursache kann Stadler als Hersteller beider am Unfall beteiligter Züge keine Auskunft geben.

Verfahren gegen Fahrdienstleiter
Erste Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden vor Ort gehen von menschlichem Versagen aus, an den Fahrzeugen konnten keine Problem oder Fehler festgestellt werden.

Gegen einen Fahrdienstleiter des Stellwerks in Bad Aibling wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr eingeleitet. So soll er dem aus München kommenden Zug (79505) die Weiterfahrt in den eingleisigen Abschnitt mittels Ersatzsignal (Zs 1) ermöglicht haben.

Die Ermittlungsbehörden an der Pressekonferenz vom 16. Februar 2016:

„Das Verhalten des Zugverkehrsleiters ist nicht mit dem für ihn geltenden Regelwerk als Fahrdienstleiter in Einklang zu bringen. Hätte er sich regelgerecht – also pflichtgemäss – verhalten, wäre es nicht zum Zusammenstoss der Züge gekommen. Ein vorsätzliches Fehlverhalten scheidet allerdings aus.“

Weitere Details in der Presseerklärung der Staatsanwaltschaft/Polizei und in diesem Artikel.


Fakten aus der Bahnonline.ch-Redaktion:

  • Die Unglücksstelle liegt in einer Kurve beim Klärwerk Bad Aibling [siehe Karte unten], zwischen den Bahnhöfen Bad Aibling Kurpark und Kolbermoor.
  • Eigentümer der eingleisigen Hauptbahn ist die DB Netz AG, der Personenverkehr auf der Mangfalltalbahn wird durch die Bayerische Oberlandbahn unter der Marke Meridian durchgeführt.
  • Der eingleisige Streckenabschnitt darf im Bereich der Unfallstelle mit V/max 100 km/h befahren werden und ist mit PZB 90 gesichert.
  • Gefahren wird auf der Strecke im Zugmeldebetrieb nach Richtlinie 408 der DB, die Betriebsstellen werden vom SpDrS60-Stellwerk in Bad Aibling ferngesteuert.
  • Die betroffenen Züge (79505 München – Holzkirchen – Rosenheim / 79506 Rosenheim – Holzkirchen) kreuzen sich normalerweise im Bahnhof Kolbermoor.
  • Zug 79505 wurde mit dem 6-teiligen FLIRT 3 / ET 325 geführt, Zug 79506 mit dem dreiteiligen ET 355.
  • Der aus München kommende Zug 79505 verkehrte an diesem Morgen mit 4 Minuten Verspätung.

Stellungnahmen:

Bayerische Oberlandbahn am 10 Februar 2016: Bergung der Züge geht voran – Meridian dankt Helfern und geht auf Opfer sowie Angehörige zu
Nach dem schweren Zugunfall am 9. Februar 2016 gehen die Bergungsarbeiten der Züge voran. Das Unternehmen spricht allen Helfern seinen grossen Dank aus. Die Betreuung der Reisenden und ihrer Familien geht weiter.

Nach dem erschütternden Zugunfall am Morgen des 9. Januar 2016, um kurz vor 7 Uhr, bei Bad Aibling mit 11 Toten, darunter offenbar auch die beiden Lokführer, sowie 85 Verletzten (davon 24 schwer verletzte) gehen die Bergungsarbeiten der Züge voran. Bis Mittags am 10. Februar 2016 konnten die ersten Zugteile getrennt werden. Mit Hilfe der Spezialkräne wurden die noch fahrbaren Zugteile aufgegleist. Am 11. Februar 2016 wurden dann Ersatzdrehgestelle unterbaut. Die Arbeiten werden nach Aussage des Infrastrukturbetreibers DB Netz einige Tage in Anspruch nehmen.

Die Bergung der Opfer ist abgeschlossen. Am Ereignistag haben sich zeitweise rund 700 Einsatzkräfte vor Ort um die Verletzten gekümmert. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Rettungskräften“, sagt Fabian Amini, der technische Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. „Der schnelle und selbstlose Einsatz der Helfer war in dieser belastenden Situation ausserordentlich.“

„Wir sind zutiefst erschüttert, welches Bild sich uns am Unfallort geboten hat. Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Für uns ist unfassbar, was passiert ist“, sagt Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH.

Der Zusammenstoss von zwei Züge des Meridian, mit den Zugnummern 79505 und 79506, bei Bad Aibling hat ganz Oberbayern erschüttert. In Bad Aibling hängen die Fahnen mit Trauerflor. Vertreter der Transdev-Gruppe und der Bayerische Oberlandbahn GmbH, die den Meridian betreibt, kümmern sich zusammen mit den Einsatzkräften um die Reisenden und Angehörigen. „Nach der Erstversorgung muss dieses schreckliche Erlebnis weiter verarbeitet werden“, so Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. „Wir bieten den Betroffenen und ihren Familien auf Wunsch psychologische Unterstützung durch Spezialisten an.“

Der Zugverkehr auf der Mangfalltalbahn ist eingestellt. Es verkehren bis auf weiteres Busse im Schienenersatzverkehr. Reisende müssen daher mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Es ist davon auszugehen, dass die Strecke noch bis Anfang der nächsten Woche gesperrt ist. Auch für den Schülerverkehr wurden bereits Busse durch den Meridian organisiert.

Für die verunfallten Züge sucht das Unternehmen nach Ersatzfahrzeugen, um diese in den nächsten Monaten einzusetzen.

Transdev-Gruppe am 9. Februar 2016: Tief erschüttert von schwerem Zugunglück bei Bad Aibling
Die Transdev-Gruppe zeigt sich tief erschüttert von dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling und spricht allen Betroffenen ihr Mitgefühl aus.

Am Morgen des 9. Februar 2016, gegen sieben Uhr, sind auf der Mangfalltalbahn bei Bad Aibling zwei Personenzüge des Meridian frontal zusammengestossen. Die Bayerische Oberlandbahn GmbH, ein Tochterunternehmen der Transdev-Gruppe, betreibt mit der Marke Meridian die Bahnlinie zwischen Holzkirchen und Rosenheim.

„Wir sind zutiefst erschüttert und fassungslos, dass so etwas passieren konnte“, sagt Christian Schreyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Transdev GmbH. „Unsere Gedanken sind jetzt bei den Opfern und den Angehörigen der Verunglückten. Im Namen von Transdev möchte ich allen Betroffenen unser aufrichtiges Mitgefühl und tief empfundenes Beileid ausdrücken. Die Rettungskräfte vor Ort tun ihr menschenmögliches, um an der unzugänglichen Stelle Hilfe zu leisten.“

Wie es zu dem schweren Unfall auf der eingleisigen Strecke kam, ist derzeit noch unklar.

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Ich hatte Tränen in den Augen. Danke Thomas.

Gepostet von Lokführer am Dienstag, 16. Februar 2016

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Erstellt: 9. Feb 2016 @ 12:50

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