«Tango»-Züge zwischen St.Gallen und Appenzell verkehren wieder durchgängig [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 23. Oktober 2018 veröffentlicht.

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Die Appenzeller Bahnen (AB) hatten vom 19. bis 26. Oktober 2018 einen reduzierten Bahnbetrieb zwischen St. Gallen und Appenzell. Grund dafür war der unerwartet höhere Verschleiss an Rädern an den neuen «Tango»-Zügen. Die Ursache liegt im Zusammenspiel zwischen Rad und Schiene. Massnahmen wurden eingeleitet, die abgefahrenen Räder repariert.

Knapp zwei Wochen nach der Inbetriebnahme der Neubaustrecke und den neuen «Tango»-Zügen mussten die AB einige Fahrzeuge aus dem Betrieb nehmen. Auswertungen hatten ergeben, dass der Verschleiss an den Rädern der Fahrzeuge höher als erwartet war. Für die Strecke Teufen – Appenzell wurde umgehend ein Bahnersatz mit Bussen eingerichtet, um sämtliche Verbindungen zu gewährleisten. Gleichzeitig sind die Spezialisten den Ursachen auf den Grund gegangen und haben Massnahmen eingeleitet. Die Züge verkehrten ab dem 27. Oktober 2018 mit wenigen Ausnahmen wieder durchgängig.

Zusammenspiel Rad und Schiene

Die Spezialisten waren mit Hochdruck daran, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Sowohl die Fahrbahn wie auch die Fahrzeuge wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Schmierfilm zwischen der Schienenflanke und den Spurkränzen der Fahrzeuge war ungenügend, insbesondere auf der Neubaustrecke zwischen St. Gallen und Teufen. Dies führte zu einem massiv höheren Verschleiss der Räder. Das Zusammenspiel von Fahrbahn und Fahrzeug ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Topografie der Strecke spielt ebenso eine Rolle wie das Radprofil des Fahrzeuges. Die Dosierung der Schmierung, welche seitens Fahrzeug in regelmässigen Distanzen automatisch erfolgt, ist hinsichtlich der Streckenverhältnisse optimal einzustellen. Dies ist ein Prozess vor, während und nach der Inbetriebnahme, welcher sich über mehrere Monate zieht. In vorliegenden Fall haben die AB die Situation, insbesondere bei der Konditionierung der Schienen, unterschätzt.

Massnahmen haben gegriffen

Aufgrund dieser Erkenntnisse hatten die AB Sofortmassnahmen eingeleitet. Als erstes wurden die Gleise der Neubaustrecke behandelt. Gleichzeitig wurde bei den Fahrzeugen das Intervall, in welchem die Konditionierung abgegeben wird, erhöht. Mit Messungen an Gleis und Rädern beobachten die Spezialisten die Situation laufend. Das Resultat bestätigte den Erfolg der eingeleiteten Massnahmen; die Abnutzung bewegten sich im üblichen Rahmen. Nicht alle Fahrzeuge waren im selben Ausmass betroffen, weil diese einerseits seit der Inbetriebnahme unterschiedliche Kilometerleistungen erbracht hatten und andererseits auf anderen Streckenabschnitten problemlos im Einsatz waren. Die Drehgestelle der betroffenen Fahrzeuge wurden reprofiliert, dabei waren die AB auf Dritte angewiesen. Dank der guten Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Meterspurbahnen konnten die Reprofilierungsarbeiten zeitnah umgesetzt werden.

Wieder alle Züge in Betrieb

Ab 27. Oktober 2018 standen wieder mehr Fahrzeuge zur Verfügung. Bis dahin fuhren zwischen St. Gallen und Teufen die Züge regulär, zwischen Teufen und Appenzell fielen die Züge weiterhin aus. Es verkehrten Bahnersatzbusse. Ab dem 27. Oktober 2018 wurden mit drei Ausnahmen wieder sämtliche Verbindungen durchgehend mit Zügen gefahren.

Ab 31. Oktober 2018 standen wieder sämtliche bis dahin abgelieferten Fahrzeuge zur Verfügung und es verkehrten wieder alle Züge.

Die Appenzeller Bahnen bedauerten diese Störung und entschuldigten sich bei den Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten.

Tango-Flotte seit Ende Februar komplett

Am 27. Februar 2019 wurde mit dem 11. Zug das letzte Tango-Fahrzeug für die Appenzeller Bahnen abgeliefert.

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