SBB Cargo hat gemeinsam mit den Kunden, den Kantonen Jura und Neuenburg sowie den Chemins de fer du Jura (CJ) das künftige Angebot ausgearbeitet. Mit der neuen Lösung bleibt 80 Prozent des Verkehrs auf der Schiene.

Der Einzelwagenladungsverkehr im Jura wird per Fahrplanwechsel im Dezember 2018 gebündelt; einerseits besteht ein Regelangebot im System-Wagenladungsverkehr in Delémont und andererseits eine Kundenlösung, aber ebenfalls mit einem regelmässigen Angebot in Glovelier. SBB Cargo bietet weiter mit spezifischen Vereinbarungen, flexible individuelle Lösungen für die Kunden in der Ajoie nach Alle, Bure und Porrentruy an. Nach intensiven Diskussionen mit der Forstindustrie konnte mit Les Verrières im Neuenburger Jura ein weiterer Bedienungspunkt für den Holzverlad festgelegt werden.

Auf dem Schmalspurnetz wollen die CJ in Zukunft ein neues, innovatives Konzept umsetzen. Es ist jedoch eine Übergangsperiode notwendig, um die Entwicklung voranzutreiben. SBB Cargo und die CJ haben eine provisorische Lösung für das Schmalspurnetz gefunden: Das Ziel ist, den Verkehr von und nach Le Noirmont, Saignelégier und La Ferrière über den Übergabepunkt Glovelier sicherzustellen. Das Angebot sieht vor, dass die Transporte zweimal pro Woche an die CJ übergeben werden.

Diese Lösungen hat SBB Cargo mit den Kantonen Jura und Neuenburg sowie den Chemins de fer du Jura (CJ) ausgearbeitet. 80 Prozent des Verkehrs bleibt damit auf der Schiene.

Im Jura wurden 16 Bedienpunkte überprüft, 14 davon im Kanton Jura und zwei im Kanton Neuenburg. Über die 14 Bedienpunkte verkehrten 2017 insgesamt rund 5700 Wagen. Das sind weniger als zwei Wagen pro Tag.

Marktveränderungen im Binnenverkehr machen Überprüfung notwendig
Heute werden 90 Prozent der Wagen über etwa die Hälfte der 344 Bedienpunkte transportiert. SBB Cargo stärkt diesen System-Wagenladungsverkehr für die effiziente Versorgung der Wirtschaftsräume und bietet den Kunden ein regelmässiges, zuverlässiges und hochleistungsfähiges Angebot – denn dort liegen die Stärken der Bahn. Mit schnelleren und häufigeren Verbindungen, reservierten Trassen und nicht zuletzt dank der Automation wird die Bahn auch mit steigenden Anforderungen in der Logistikkette der Kunden nachhaltig erfolgreich positioniert.

Bei der anderen Hälfte der Bedienpunkte mit Einzel-Wagenladungsverkehr steht die Bahn immer stärker unter Druck. Allein zwischen 2011 und 2017 sank die transportierte Menge um über einen Drittel auf durchschnittlich lediglich zwei Wagen pro Tag.

Deshalb überprüft SBB Cargo gemeinsam und vorausschauend mit ihren Kunden, ob es Alternativen zu einer fixen täglichen Bedienung gibt. Dazu gehören beispielsweise die Bündelung von Verkehren über andere Standorte, die Konzentration von Mengen, regionale Ringzüge, wo sinnvoll die Kombination mit der Strasse, Übergangslösungen oder alternative Finanzierungen beispielsweise durch Kantone. Dabei wird es für die Kunden keine Überraschungen geben, denn Anpassungen in der Logistikkette haben teilweise erhebliche Vorlaufzeiten. Mit der Flexibilisierung und Straffung des Bediennetzes geht SBB Cargo der Auflage des Bundes nach, ein eigenwirtschaftliches Angebot zu betreiben. Die Güterbahn muss nochmals effizienter werden, um mit dem Markt, also Mitbewerbern und der Strasse, mithalten zu können.

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