Bahn-Ausbauschritt 2035: Bundesrat stärkt den öffentlichen Verkehr mit 11,9 Milliarden Franken [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 31. Oktober 2018 veröffentlicht.

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Der Bundesrat will das Bahnangebot mit zusätzlichen Halb- und Viertelstundentakten an die steigende Nachfrage anpassen. Die Eisenbahn-Infrastruktur soll dazu bis 2035 für 11,9 Milliarden Franken ausgebaut werden. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 31.10.2018 die entsprechende Botschaft an das Parlament überwiesen. Aufgrund der Rückmeldungen aus der Vernehmlassung wurden für die Botschaft zusätzliche Projekte aufgenommen, so der bahntechnische Ausbau des Lötschberg-Basistunnels sowie Massnahmen zur Aufwertung des Knotens St. Gallen und für Verbesserungen zwischen Basel, dem Jurasüdfuss und Genf. Für den Durchgangsbahnhof Luzern und das Herzstück Basel wird die Planung weiter vorangetrieben.

Trotz laufender Ausbauten sind etliche Bahnstrecken überlastet oder werden mittelfristig an ihre Grenzen stossen. Dies gilt auch für zahlreiche Bahnhöfe. Um der stark wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, schlägt der Bundesrat dem Parlament im Rahmen des Ausbauschritts 2035 (AS 2035) vor, rund 11,9 Milliarden Franken in die Verbesserung der Eisenbahn-Infrastruktur zu investieren. Zu den zusätzlich in die Botschaft aufgenommenen Projekten gehört die bahntechnische Ausrüstung des im Rohbau ausgebrochenen Abschnitts der zweiten Röhre des Lötschberg-Basistunnels. Das ermöglicht bessere Angebote für den Personenverkehr und mehr Kapazitäten für Güterzüge im Basistunnel.

Zusätzliche Halb- und Viertelstundentakte

Dank weiterer zusätzlicher Massnahmen soll auf den Strecken Genf – La Plaine, Avry – Fribourg, Olten – Baden, Aarau – Zürich, Brugg – Zürich sowie Luzern – Zug – Zürich der Viertelstundentakt ermöglicht werden. Die Ostschweiz erhält dank der durch den Brüttenertunnel erzielten Fahrzeitgewinne ein attraktiveres Angebot: St. Gallen wird zudem zu einem vollwertigen Knoten aufgewertet und Frauenfeld bekommt eine weitere, schnellere Verbindung nach Zürich. Zudem sollen direkte Züge zwischen Basel, Delémont und Genf ermöglicht werden und das Angebot durch den Jura wird verdichtet.

Aufgrund der Rückmeldungen aus der Vernehmlassung verzichtet der Bundesrat auf die vorgeschlagene Form einer Drittfinanzierung für den Durchgangsbahnhof Luzern und das Herzstück Basel. Die beiden Standortkantone äusserten sich ablehnend dazu. Beide Projekte können jedoch weiter vorangetrieben und im Hinblick auf den folgenden Ausbauschritt konkretisiert werden. Die Finanzierung dafür ist sichergestellt.

Der AS 2035 bringt im Personenverkehr schweizweit mehr Kapazität, was die prognostizierten Überlasten abbaut und attraktivere Angebote und neue Viertel- und Halbstundentakte möglich macht. Auf der West-Ost-Achse geschieht dies schwergewichtig am Genferseebogen sowie in den Räumen Bern und Zürich. Insbesondere werden die Abschnitte Genf – Lausanne – Yverdon–Biel/Bienne und Solothurn – Olten – Zürich – Winterthur ausgebaut. Zwischen Neuenburg und La-Chaux-de-Fonds wird die Linie modernisiert. Dies erlaubt die Verdoppelung des Angebots mit zwei schnellen und zwei Regionalverbindungen. Weitere Angebotsverbesserungen entstehen am Jurasüdfuss, zwischen Basel und dem Mittelland, im Glarnerland, in der Ost- und in der Zentralschweiz, bei den Verbindungen zwischen Bern und Interlaken bzw. Brig, im Raum Lugano sowie in zahlreichen ländlichen und touristischen Regionen. In den Bahnhöfen werden die dringendsten Kapazitätsengpässe beseitigt und die Anpassungen gemäss Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes vorgenommen, wie zum Beispiel in Morges, Basel SBB, Lenzburg und Zürich Stadelhofen. Ebenso sollen 15 neue Haltestellen realisiert werden.

Zusätzliche Trassen für den Güterverkehr

Im Güterverkehr kann die Attraktivität sowohl auf der West-Ost- wie auf der Nord-Süd-Achse durch zusätzliche Kapazitäten und kürzere Fahrzeiten (Güterverkehrs-Expressnetz) erhöht werden. Die Verbindungen zwischen den grossen Rangierbahnhöfen Lausanne und Limmattal werden ausgebaut und beschleunigt. Das Gleiche gilt für Verbindungen zwischen diesen Rangierbahnhöfen und dem Jurabogen bzw. der Ostschweiz. Die bisherigen, stark störenden Einschränkungen für den Güterverkehr während den Hauptverkehrszeiten des Personenverkehrs können durch zusätzliche Standard- und Express-Trassen im Mittelland und im Raum Zürich beseitigt werden. Zusammen mit dem Ausbau und der besseren Einbindung von Verladeanlagen verbessern diese Investitionen die Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs auf der Schiene erheblich.

Die Finanzierung des Bahnausbaus ist über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) gesichert, den Volk und Stände 2014 mit der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) beschlossen haben. Das Parlament wird den Ausbauschritt 2035 voraussichtlich 2019 beraten. Im Sinne der mit FABI beschlossenen rollenden Planung werden weitere Investitionen geprüft und dem Parlament in einem nächsten Ausbauschritt vorgelegt.

Die Vernehmlassungsvorlage enthielt zwei Ausbau-Varianten, eine kleinere und eine grössere. Da sich alle Kantone und die meisten Parteien klar für die grössere Variante aussprachen, wird die Variante eines Ausbauschrittes von 7 Milliarden Franken bis 2030 nicht mehr weiterverfolgt.

Stellungnahme Kantone BS+BL: Bahnknoten und Herzstück Basel im STEP Ausbauschritt 2035: Und jetzt bitte noch die Projektierungsmittel fürs Herzstück!
Die Verkehrsdirektoren der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt stellen in der veröffentlichten Bundesratsbotschaft zum nächsten Ausbauschritt der Schweizer Bahninfrastruktur ein klares Bekenntnis zum Ausbau der Bahninfrastruktur im Raum Basel fest – hingegen nur ein indirektes zum Herzstück Basel: Laut Bundesrat sollen mit dem Bahninfrastrukturfonds zwar Engpässe auf den Zulaufstrecken behoben und neue Haltestellen im Perimeter des Bahnknotens realisiert werden. Die Regierungen beider Basel fordern aber mit Nachdruck, dass National- und Ständerat die Vorlage nachbessern und auch die Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück darin aufnehmen.

Das Schienennetz in und um Basel hat einen wachsenden Regional-, Fern- und Güterverkehr zu bewältigen, im Wesentlichen mit derselben Infrastruktur wie vor 100 Jahren. Bahntechnisch ist Basel ein Nadelöhr. Der Bundesrat anerkennt in seiner Botschaft zum STEP Ausbauschritt 2035 die Notwendigkeit, den Bahnknoten Basel dem aktuellen und künftigen Bedarf anzupassen und dessen Kapazität zu erweitern. Die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt begrüssen das bundesrätliche Ja zugunsten von Kapazitätserweiterungen und Ausbauten wichtiger Zulaufstrecken zum Herzstück: unter anderem den Doppelspurausbau im Laufental, die Anbindung des Euro Airport, die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sowie Ausbauten der Wiesentalbahn. Erfreulich ist auch die Aufnahme von neuen S-Bahn-Haltestellen auf bestehenden Stammstrecken ins Ausbauprogramm, so die Haltestellen Solitude in Basel und Dornach Apfelsee.

Erstaunlicherweise werden aber für das Herzstück Basel, die fehlende Verbindung der in Basel zusammenlaufenden Bahnstrecken, in der Botschaft lediglich Planungsmittel, aber keine Projektierungsmittel gesprochen. Als Schlüsselprojekt für eine effiziente trinationale S-Bahn, inklusive Direktanbindung urbaner Hotspots, ermöglicht erst das Herzstück die reibungslose Abwicklung aller Verkehre im Bahnknoten Basel. Für die Menschen und die Wirtschaft in der trinationalen Agglomeration ist der nachhaltig bedarfsgerechte Ausbau des Bahnknotens mit Durchmesserstrecke Herzstück unverzichtbar.

Am Spitzengespräch zwischen Bundesamt für Verkehr (BAV), der SBB und den Kantonen BS/BL bekräftigten BAV-Direktor Peter Füglistaler und SBB-CEO Andreas Meyer – gestützt auf die zwischenzeitlich durchgeführten Vertiefungsstudien – dass die weiteren Planungen des Bahnknotens Basel auf einen Zielzustand MIT Herzstück ausgerichtet werden sollen. Sie unterstrichen auch ihre Bereitschaft, die notwendigen Planungsarbeiten mit hoher Intensität voranzutreiben. Für die Region Basel ist hiermit ein wichtiges Commitment des Bundes und der SBB erreicht worden.

Für ein speditives weiteres Vorgehen ist es für die Region jedoch zwingend, dass unmittelbar nach Abschluss der noch zu leistenden Planungsarbeiten die Projektierung für das Herzstück in Angriff genommen werden kann. Dass die Landesregierung die dafür nötigen Projektierungsmittel nicht in die vorliegende Botschaft aufgenommen hat, ist nicht nachvollziehbar. Denn in der für die Schweiz wichtigen Wirtschaftsregion ist der Bau der Durchmesserstrecke Herzstück Voraussetzung dafür, dass die nationalen und internationalen Bahnverkehre künftig über die benötigte Schienenkapazität verfügen und auch das starke Wachstum im Regionalverkehr mit der trinationalen S-Bahn Basel aufgefangen werden kann.

National- und Ständerat werden die Vorlage des Bundesrates im Laufe des kommenden Jahres beraten und beschliessen. Die trinationale Agglomeration Basel erwartet von den Ratsmitgliedern, dass sie die Botschaft korrigieren: Im Bundesbeschluss sollen – nebst den unbestrittenen Beiträgen an Zulaufstrecken und Haltestellen im Bahnknotenperimeter – explizit auch Projektierungsmittel für das Herzstück Basel gesprochen werden. Nur so können ein Projektunterbruch vermieden und das verkehrsstrategische Schlüsselvorhaben nahtlos zur Baureife gebracht werden. Ziel ist, dass die Realisierung des Herzstücks mit dem nächsten Ausbauschritt finanziert wird.

Die Regierungen der Kantone BL und BS werden sich in den kommenden Monaten bei den eidgenössischen Räten dahingehend engagieren. Sie wissen sich dabei im Einklang mit dem Landrat, dem Grossen Rat, mit Exponenten der Wirtschaft und mit der Bevölkerung der trinationalen Agglomeration Basel. Auch das Lötschberg- und das Gotthardkomitee stehen geschlossen hinter dem Herzstück.

Stellungnahme ZVV: Bundesrat ebnet den Weg für die Zukunft der Zürcher S-Bahn
Sowohl der Brüttenertunnel als auch der Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen sind in der Botschaft des Bundesrats zum Bahnausbauschritt 2035 enthalten. Der Kanton Zürich ist sehr erfreut, dass der Bundesrat die Dringlichkeit und Notwendigkeit dieser Massnahmen im grössten Lebens- und Wirtschaftsraum anerkennt. Damit werden die grössten Engpässe im Schienennetz beseitigt und das S-Bahn-Angebot kann nachfragegerecht ausgebaut werden. Auch der dringend notwendige Ausbau der Infrastruktur der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU) ist in der Vorlage enthalten.

Nachdem vor vier Jahren im ersten Ausbauschritt des strategischen Entwicklungsprogramms für die Bahninfrastruktur (STEP) keine Projekte im Raum Zürich bewilligt wurden, sind in der Botschaft für den zweiten Ausbauschritt nun die wichtigsten Massnahmen aus Zürcher Sicht enthalten: Der Brüttenertunnel zwischen Winterthur und Bassersdorf bzw. Dietlikon und der Ausbau des Bahnhofs Zürich Stadelhofen um ein viertes Gleis. Insgesamt umfasst die vom Bundesrat verabschiedete Vorlage Investitionen von rund 12 Mia. Franken, die sich auf rund 200 grössere und kleinere Infrastrukturprojekte verteilen.

«S-Bahn 2G» dank Brüttenertunnel, Bahnhof Stadelhofen und ergänzenden Ausbauten

Die Fahrgastzahlen der Zürcher S-Bahn steigen jedes Jahr an. Grund dafür sind das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in der Region. Vor allem auf der Strecke zwischen Winterthur und Zürich sowie zwischen Zürich und Uster/Wetzikon zeichnen sich deshalb schon bald markante Engpässe ab. Der Zürcher Verkehrsverbund und die SBB planen deshalb seit mehreren Jahren einen umfassenden Angebotsausbau unter dem Namen «S-Bahn 2. Generation (2G)». Zwingende Voraussetzung hierfür sind aber der Bau des Brüttenertunnels sowie ein zusätzliches 4. Gleis im Bahnhof Stadelhofen. Zusätzlich werden Ausbauten in der Region benötigt, beispielsweise auf der Strecke zwischen Uster und Aathal oder am rechten Zürichseeufer zwischen Herrliberg-Feldmeilen und Meilen. All diese Projekte sind in der Botschaft des Bundesrats enthalten. Im Idealfall kann somit ein erster Schritt von S-Bahn 2G im Zeitraum 2035 umgesetzt werden. Davon profitieren die mehreren hunderttausend Fahrgäste, die täglich mit der Zürcher S-Bahn unterwegs sind, und auch der Fernverkehr auf der nationalen West-Ost-Achse.

Weitere wichtige Investitionen

Sehr erfreulich ist, dass nebst den beiden genannten Schlüsselobjekten auch die dringend notwendigen Infrastrukturausbauten bei der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn im Paket des Bundesrats enthalten sind. Mehrere Abschnitte des Schienennetzes der SZU sind einspurig, was die Kapazität einschränkt. Mit gezielten Doppelspur-Ausbauten kann in diesem stark wachsenden Gebiet im Süden der Stadt Zürich der S-Bahn-Takt im Kernbereich erhöht werden.

Ebenfalls Aufnahme in die Botschaft fand der vor allem von der Zentralschweiz gewünschte Bau des Zimmerberg-Basistunnels. Das hat auch für Zürich positive Auswirkungen.

Nicht in der Botschaft enthalten ist die zusammen mit der Stadt Winterthur geplante neue S-Bahn-Haltestelle Grüze Nord. Der Kanton Zürich ist weiterhin vom grossen Nutzen dieser Haltestelle überzeugt und wird sich für eine rechtzeitige Umsetzung einsetzen.

Entscheid des Parlaments voraussichtlich bis Ende 2019

Insgesamt erlaubt die Vorlage des Bundesrats die wirkungsvolle und nachhaltige Kapazitätserweiterung des Schienennetzes und gestützt darauf die dringend notwendigen Angebotsausbauten in der Region Zürich. Dieser Ausbau strahlt weit über die Region hinaus und entfaltet grossen Nutzen für weite Teile des Landes. Der Kanton Zürich unterstützt deshalb diese Vorlage klar. Sie wird nun im Parlament behandelt, das voraussichtlich bis Ende 2019 entscheidet.


Fakten aus der Bahnonline.ch-Redaktion zur obigen Stellungnahme des ZVV:

  • In Zürich HB würden stündliche 136 Züge abfahren, in Winterthur 48.
  • Die Fahrzeit Zürich HB – Winterthur im Fernverkehr via Durchmesserlinie – Wallisellen – Brüttenertunnel würde 15 Minuten betragen, jenen der S-Bahn via Stettbach – Brüttenertunnel 16 Minuten.
  • Zwischen Zürich HB und Winterthur wären 22 Verbindungen pro Stunde vorgesehen.
  • Durch den Brüttenertunnel könnten bis zu 28 Züge in der Stunde verkehren. Die Kapazität zwischen Zürich und Winterthur über alle Linien würde 900 Züge pro Tag betragen.
  • Der Ausbau Stadelhofen (4. Gleis, Riesbachtunnel, Anschlussbauwerke) ist mit 900 Mio. veranschlagt. Ca. 300 Mio. würden für die Doppelspur Herrliberg-Feldmeilen – Meilen, die Doppelspur Uster – Aathal und Bahnhofsausbauten in Uetikon (Perrons) und Männedorf (2. Gleis mit Perronkante) verwendet.
  • Für das geplante Fahrplankonzept [siehe Liniennetzplan 2035] würden 60 zusätzliche 150 Meter lange Doppelstockzüge benötigt.
Stellungnahme Lötschberg-Komitee: Wichtiger Schritt ist getan, weitere müssen folgen
Das Lötschberg-Komitee freut sich über die Aufnahme des Lötschberg-Basistunnels in den Ausbauschritt 2035. Mit diesem Entscheid erhöht der Bundesrat Kapazität und Effizienz des alpenquerenden Schienenverkehrs. Das Komitee fordert aber, dass die verbleibenden Engpässe im Nord-Süd-Korridor und in der Westschweiz ebenfalls beseitigt werden.

Der vorwiegend einspurige Lötschberg-Basistunnel hat heute seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Der Entscheid des Bundesrats, dieses Nadelöhr im alpenquerenden Personen- und Güterverkehr im Ausbauschritt 2035 zu beseitigen, ist deshalb eine gute Nachricht für die Reisenden und die verladende Industrie. Der Bundesrat trägt damit der vom Volk gewünschten Verlagerungspolitik im Güterverkehr Rechnung. Das Lötschberg-Komitee ist erfreut, dass sich sein Engagement für einen effizienten, konkurrenzfähigen und umweltfreundlichen alpenquerenden Transitverkehr gelohnt hat.

Nachbesserungen nötig

Trotzdem: Das Parlament muss nachbessern. Um künftig den Verkehr auf der Nord-Süd-Achse bewältigen zu können, soll das Parlament die Projektierungskosten für einen dritten Juradurchstich in den Ausbauschritt 2035 integrieren. Die Planung für das «Herzstück Basel» ist rasch voranzutreiben. Zudem verlangt das Lötschberg-Komitee die Aufnahme der direkten Linie zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds in den Ausbauschritt 2035.

Stellungnahme VöV: Der VöV begrüsst und unterstützt die Vorlage des Bundesrates
Mit STEP AS 2035 hat der Bundesrat die Botschaft für das grösste Eisenbahn-Ausbauprojekt seit Bahn 2000 verabschiedet. Der VöV begrüsst und unterstützt den Ausbauschritt 2035, denn er ermöglicht schweizweit halb- oder wo sinnvoll viertel-stündliche Reiseketten und ein besseres Angebot für den Güterverkehr. Der Ausbau-schritt 2035 schafft Nutzen für die Kundschaft und die Wirtschaft der Schweiz, wobei klar ist: Massgebend ist das Fahrplanangebot, Infrastruktur-Ausbauten sind die Folge.

Seit Bahn 2000 kennen die Kundinnen und Kunden den integralen Taktfahrplan. Zusätzlich brachte Bahn 2000 eine Steigerung der Verbindungen auf den Halbstundenstakt in den grossen Knoten der Schweiz, die NEAT schnellere Verbindungen ins Wallis und ins Tessin. Dank der enorm gewachsenen Zahl an Kundinnen und Kunden stösst das Netz vielerorts an seine Kapazitätsgrenzen.

Die in der Vorlage des Bundesrates genannten Grossprojekte schaffen die Grundlage für ein zukunftsweisendes Angebot, das auf die Stärken der Bahn setzt und einen hohen Kundennutzen für Personen- und Gütertransport schafft. Der VöV begrüsst, dass der Teilausbau des Lötschberg-Basistunnels nun in der Vorlage enthalten ist. Mit FABI und dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) ist die Finanzierung von Betrieb, Unterhalt und Ausbau des Schienennetzes langfristig sichergestellt.

Zwei Punkte sollen im parlamentarischen Prozess nochmals überprüft werden: Infrastrukturoptimierungen im Knoten Olten und eine allfällige grundlegende Modernisierung der Linie Neuchâtel – La Chaux-de-Fonds.

Parallel zu den Ausbauprojekten treibt die öV-Branche die Umstellung auf neue Technologien voran, damit mehr Züge auf gleichviel Gleisen fahren können. Damit will die öV-Branche die Wirtschaftlichkeit und einen sorgfältigen Umgang mit Steuerngeldern gewährleisten.

Stellungnahme VCS: Die Bahn muss attraktiv bleiben
Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz begrüsst den Entscheid des Bundesrates, die Bahninfrastruktur im Umfang von 11,9 Milliarden Franken auszubauen. Der Ausbauschritt FABI STEP ermöglicht eine Lösung der grössten Kapazitätsprobleme.

Der VCS ist weitgehend zufrieden mit dem Ausbauschritt STEP für die Bahninfrastruktur, bedauert aber, dass auf einen Vollausbau des Lötschberg-Basistunnels verzichtet wird. Um grössere Einsparungen zu machen und nicht ein zweites Mal den gleichen Fehler zu begehen, ist es sinnvoll, diese Baustelle mit dem Aushub und dem Ausbau des letzten einspurigen Abschnitts zwischen Frutigen und Mitholz zu kombinieren. Es muss jedoch sowieso sichergestellt werden, dass auch die Güterverlagerung auf die Schiene von der technischen Aufrüstung des Lötschbergs profitiert.

Der VCS begrüsst, dass der Personenverkehr verbessert wird, indem urbane Zentren mehr Viertel- und grosse Orte im Halbstundentakt Verbindungen erhalten. Der VCS ist zudem erfreut über die angekündigten Massnahmen zur Verbesserung für den Knoten St. Gallen und für die Verbesserungsmassnahmen zwischen Basel, Jura-Südfuss und Genf.

Der VCS bedauert jedoch, dass seine Alternativvorschläge zum Brüttenertunnel und zum Zimmerberg II nicht berücksichtigt worden sind. Der VCS kritisiert diese kostspieligen Bauvorhaben, er anerkennt jedoch, dass die Strecken Zürich – Winterthur und Zürich – Zug dringend ausgebaut werden müssen.

Der Fonds zur Finanzierung und zum Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (FABI) geht auf die öV-Initiative des VCS zurück. Der FABI wurde als Gegenvorschlag zur Initiative «Für den öffentlichen Verkehr» geschaffen. Deshalb wird der VCS als geistiger Urheber die Projektliste FABI STEP weiterhin aufmerksam begleiten.

Der Ausbau der Bahninfrastruktur hat eine zentrale Bedeutung für den Klimaschutz. Über 40 Prozent der für den Klimawandel verantwortlichen Treibhausgase sind auf die zunehmende Mobilität zurückzuführen. Das Mobilitätswachstum muss vom Bahnverkehr aufgefangen werden, damit die Schweiz die im Klima-Abkommen von Paris festgehaltenen Verpflichtungen einhält.

Stellungnahme LITRA: Ein weiterer Meilenstein für die Bahninfrastruktur
Damit der höhere Bedarf an Kapazitäten im Personen- und Schienengüterverkehr auch künftig zuverlässig gedeckt werden kann, braucht es Investitionen in die Bahninfrastruktur. Die LITRA begrüsst daher den vom Bundesrat beschlossenen Ausbau der Bahninfrastruktur. Damit schafft er eine wichtige Grundlage, damit die Verkehrsinfrastruktur in rund 20 Jahren den heute absehbaren Anforderungen gerecht wird und Engpässe im Schienennetz beseitigt werden können. Erfreulich ist, dass der Bundesrat auch den Lötschberg-Basistunnel aufgrund der breiten Zustimmung in der Vernehmlassung ausbauen will. Dieses Ausbauprojekt war im ursprünglichen Ausbaukonzept noch nicht enthalten.

Die geplanten Angebotsverdichtungen sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr tragen dazu bei, dass die Schweiz künftig flächendeckend, mehrheitlich im Halbstundentakt mit einem zuverlässigen öffentlichen Verkehr erschlossen wird. Die LITRA begrüsst und unterstützt die Vorlage des Bundesrates und ist überzeugt, dass damit die räumliche, wirtschaftliche und touristische Entwicklung nachhaltig gestärkt wird.

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