Luzern Süd ist ein gemeindeübergreifendes Stadtgebiet, in dem zahlreiche Entwicklungs- und Bauprojekte geplant und realisiert werden. Horw, Kriens, die Stadt Luzern und der Gemeindeverband Luzern Plus steuern diese Entwicklung gemeinsam. Im Rahmen des Entwicklungskonzepts Luzern Süd sind zwei weitere Meilensteine erreicht: Die Entwicklungsstudie Vertiefungsgebiet II enthält Richtlinien für die Entwicklung des Gebietes rund um den Eichhof, die Luzerner- und die Arsenalstrasse. Das Grundkonzept Verkehr zeigt, wie Siedlung und Verkehr in Luzern Süd aufeinander abgestimmt werden und welche Verkehrsinfrastruktur es braucht, um die Mobilität zu gewährleisten.

Luzern Süd ist neben Luzern Nord und Luzern Ost einer von drei grenzüberschreitenden Räumen der Agglomeration Luzern, die ein grosses Entwicklungspotenzial haben. Kriens, Horw und die Stadt Luzern, der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus sowie der Kanton Luzern bekennen sich zu einer koordinierten Entwicklung dieses Stadtraums. 2010 wurde unter der Leitung von Luzern Plus ein Leitbild für die Entwicklung von Luzern Süd erarbeitet. 2012 wurde ein Studienauftrag für das Gebiet vom Eichhof bis zum Schlund durchgeführt. Er diente als Grundlage für das Entwicklungskonzept Luzern Süd, das 2014 von den Einwohnerräten Kriens und Horw und vom Grossen Stadtrat zur Kenntnis genommen wurde. In einem nächsten Schritt wurden nun die Entwicklungsstudie Vertiefungsgebiet II und das Grundkonzept Verkehr erarbeitet.

Verkehr vermeiden, verlagern und verträglich gestalten
Die drei Gemeinden gehen davon aus, dass durch die Entwicklungen in Luzern Süd innerhalb der nächsten rund 20 Jahren die Anzahl der Einwohner und Arbeitsplätze um rund 15‘000 ansteigen und sich somit verdoppeln wird. Um den dadurch zu erwartenden Mehrverkehr verträglich zu entwickeln, sollen durch Mischnutzungen und Ansiedlung von Einrichtungen der Nahversorgung „kurze Wege“ gefördert werden. Um ein hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität zu gewährleisten, soll der Mehrverkehr, der durch die Entwicklungen ausgelöst wird, durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs auf dem bestehenden Strassennetz bewältigt werden.

Öffentlichen Verkehr ausbauen
Das Rückgrat und gleichzeitig leistungsfähigste Angebot im öffentlichen Verkehr in Luzern Süd ist die Zentralbahn. Durch Taktverdichtungen wird das Angebot laufend verbessert bis hin zu einem 7,5-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten. Mit der Anbindung der Linien 14 und 16 an den Bahnhof Kriens Mattenhof und der Realisierung des Bushubs in Horw werden die Umsteigebeziehungen Bus-Bahn verbessert.

Um die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen, soll durch die Steuerung von Lichtsignalanlagen sowie das Einrichten von Busspuren der öffentliche Verkehr priorisiert werden. Während der Hauptverkehrszeit soll mit einer Ausfahrtsdosierung bei Arealen dafür gesorgt werden, dass nur so viele Autos auf die Hauptachsen gelangen, dass das Verkehrssystem funktionieren kann. Um den Autoverkehr auf das verträgliche Mass zu beschränken, ist auch eine Parkplatzbewirtschaftung vorgesehen. Zudem wird künftig bei der Entwicklung von Arealen im Planungs- und Baubewilligungsverfahren ein Mobilitätskonzept verlangt. Je besser ein Gebiet durch Bus und/oder Bahn erschlossen ist, umso weniger private Parkplätze werden erlaubt. Während die Stadt Luzern bereits über ein geeignetes Parkplatzreglement verfügt, überarbeiten Kriens und Horw zurzeit ihre Reglemente.

Velo- und Fusswegnetz ergänzen
Sichere und komfortable Veloverbindungen sowie Quartiere mit kurzen, attraktiven Fusswegen zu nahe liegenden Versorgungsmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen, Bushaltestellen und Erholungsräumen sollen die Gesamtverkehrskapazität steigern sowie den Modalsplit und die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Grundkonzept Verkehr werden zahlreiche Vorschläge gemacht, das Velo- und Fusswegnetz zu ergänzen und Schwachstellen zu beheben. Ein zentrales Projekt ist der Rad- und Gehweg von Luzern nach Horw und Kriens auf dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn. Baubeginn ist Ende Februar 2016. Im Frühling 2017 soll der Rad- und Gehweg in Betrieb genommen werden.

Vertiefungsgebiet II
Die Entwicklungsstudie Vertiefungsgebiet II zeigt, wie das Gebiet rund um den Eichhof, die Luzerner- und die Arsenalstrasse entwickelt werden soll. Nördlich der Luzernerstrasse ist eine dichte Bebauungsstruktur mit Hochhäusern vorgesehen, wie dies zum Beispiel im Bebauungsplan Eichhof West geplant wird. Südlich der Luzernerstrasse ist eine weniger dichte Bebauung angedacht. Die Langsägestrasse soll neu gestaltet und vom Durchgangsverkehr befreit werden. Sie dient künftig als Veloverbindung und Quartiererschliessung. Zwischen der Langsäge- und der Luzernerstrasse ist ein Grüngürtel – eine so genannte Esplanade – geplant. Weitere Projekte sind eine Busspur bis zum Kupferhammer und die Verlegung der Buslinie 14 mit einer neuen Haltestelle auf die Arsenalstrasse.

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