Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 7. Dezember 2018 den Teil Infrastruktur Schiene (SIS) des Sachplans Verkehr ergänzt und angepasst. Mit dieser Revision des SIS aktualisiert er namentlich das Kapitel zum strategischen Bahnstromversorgungsnetz und nimmt das Projekt einer neuen BLS-Werkstätte im Westen Berns in den SIS auf.

Der Sachplan Verkehr ist ein Planungs- und Koordinationsinstrument des Bundes. Er stellt die Abstimmung der Verkehrsträger Strasse, Schiene, Luft und Wasser untereinander und mit der Raumentwicklung sicher. Der Sachplan Verkehr besteht aus zwei Teilen: dem im Frühling 2006 in Kraft getretenen Programmteil und den verkehrsträgerspezifischen Umsetzungsteilen. Abgeleitet von den übergeordneten Zielen im Programmteil legen die Umsetzungsteile für Bundes- und Kantonsbehörden verbindliche Ziele und Grundsätze fest.

Der SIS wird regelmässig und bedarfsabhängig aktualisiert. Die aktuellen Anpassungen umfassen neben der Aktualisierung des Kapitels zum strategischen Bahnstromversorgungsnetz im Konzeptteil die Einführung von Kriterien für die Zuteilung der Verkabelungen im 132-kV-Bahnstromnetz.

Das Projekt einer neuen BLS-Werkstätte im Westen Berns wurde neu in die Objektblätter aufgenommen. Sie soll ab 2025 dem leichten Fahrzeugunterhalt dienen. Der Kanton Bern hatte dafür 44 potenzielle Standorte geprüft. Schliesslich wurden die beiden Standorte Chliforst Nord und Niederbottigen in das SIS-Verfahren aufgenommen. Beide Standorte weisen spezifische Vor- und Nachteile auf. Am Standort Chliforst Nord müsste ein Waldstück gerodet und am Standort Niederbottigen müssten zahlreiche Enteignungen vorgenommen werden. Nach einer umfassenden Beurteilung und der Berücksichtigung aller Interessen sprach sich der Bundesrat für das Areal Chliforst Nord als Standort der neuen BLS-Werkstätte aus.

Diese Anpassungen und Fortschreibungen treten ab sofort in Kraft.

Stellungnahme BLS: Sachplan-Entscheid des Bundes wird begrüsst
Der Bundesrat hat entschieden, dass Chliforst Nord im Sachplan Verkehr als Standort für die neue Werkstätte für die S-Bahn Bern festgesetzt wird. Die BLS begrüsst diesen Entscheid.

Die BLS begrüsst den Entscheid des Bundes, Chliforst Nord im Sachplan Verkehr als Standort für die geplante Werkstätte aufzunehmen. Ab 2025 fehlen der BLS aufgrund des Wegfalls der Anlage Aebimatt beim Bahnhof Bern Werkstattkapazitäten, um den Betrieb der S-Bahn zu gewährleisten. Bereits heute nutzen jährlich 40 Millionen Fahrgäste die S-Bahn Bern –Tendenz steigend. Durch seinen Entscheid schafft der Bundesrat die raumplanerischen Voraussetzungen für eine effiziente Instandhaltung der Züge und stärkt somit das Rückgrat der S-Bahn.

Klare Vorteile für Chliforst Nord

Chliforst Nord ist das Resultat eines mehrjährigen Evaluationsprozesses über 42 Standorte. Eine unabhängige Begleitgruppe hatte diesen Standort bereits 2016 als Ersatz der heutigen Anlage beim Bahnhof Bern empfohlen, da dort insbesondere weniger Anwohner durch Emissionen betroffen wären als an anderen Orten. Zudem ist Chliforst Nord gut erreichbar, da die Strecke Bern – Neuchâtel die nötigen Kapazitäten für die Zubringerfahrten aufweist. Auch die Lage am Hang bringt Vorteile, da der Flächenbedarf und somit der Eingriff in die Landschaft minimiert werden können. Ein wichtiges Argument für Chliforst Nord ist zudem die Nähe zum Bahnhof Bern. So kann die BLS auch kurzfristig anfallende Reparaturen und Reinigungen schnell durchführen und so ihren Reisenden saubere und funktionierende Züge zur Verfügung stellen.

Siegerprojekt und Einbezug Direktbetroffener Anfang 2019

Damit die BLS den Neubau rechtzeitig erstellen kann, hat sie die Planungsarbeiten parallel zum Sachplanverfahren vorangetrieben. Derzeit arbeiten fünf Generalplaner-Teams Bauprojekte aus. Sie berücksichtigen dabei die betrieblichen Anforderungen sowie die Bedürfnisse von Direktbetroffenen, die im Rahmen der Dialoggruppe Chliforst Nord in der Planung miteinbezogen wurden. Anfang 2019 wird die BLS das Siegerprojekt bekanntgeben und die Detailausarbeitung unter Einbezug der Dialoggruppe vorantreiben. Sie übernimmt die Verantwortung, in der Realisierung der Werkstätte Umweltverträglichkeit, Interessen der Bevölkerung und Nutzen für ihre Kunden ausgewogen in Einklang zu bringen.

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